Noch vor wenigen Monaten brodelte die Gerüchteküche um Samsung nächstes, ultradünnes Smartphone, das Galaxy S26 Edge. Demnach sollte der Hersteller das Modell eigentlich im Januar 2026 zusammen mit der übrigen S26-Serie vorstellen – doch daraus wird offenbar nichts.
Samsung hat das Galaxy S26 Edge offenbar gestrichen, wie Sammobile in Berufung auf interne Verbindungen zu Samsung berichtet. Das hat eine Signalwirkung, schließlich dürfte die Entwicklung schon weit fortgeschritten, womöglich sogar bereits finalisiert worden sein.
Der Grund – das Galaxy S25 Edge: Das schlanke Samsung-Handy lag mit nur 190.000 Verkäufen im ersten Monat und 1,31 Millionen bis August (via 9to5Google) weit hinter den Plus-, Pro- und Ultra-Varianten (12,18 Millionen Verkäufe beim S25 Ultra).
Ich muss gestehen: Mich überrascht das nicht, denn ich sehe in den neuen, ultradünnen Handys nicht die Zukunft der Smartphones – zumindest nicht in der Form, wie sie aktuell auf den Markt kommen.
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Die Krux mit der Schlankheit
Das Problem am neu aufgekommenen Schlankheitswahn der Hersteller sind nicht nur die technischen Einschnitte, sondern am Ende auch der Preis und eine fehlende Identität.
Kompromisse sehr dünner Smartphones:
- Kleiner Akku: Extrem dünn bedeutet zwangsläufig kleinerer Energiespeicher. Die Folge: häufigeres Aufladen und eine kürzere Akkulaufzeit im Vergleich zu regulären Handys.
- Abstriche bei der Kamera: Das S25 Edge kommt mit einer Dual-Kamera, während das S25 auf ein Dreifachsystem setzt. Beim iPhone Air finden wir sogar nur eine Linse.
- Falsche Schlankheitsversprechen: Samsung bewirbt das S25 Edge mit 5,8 Millimetern Gehäusedicke, Apple das iPhone Air mit 5,6 Millimetern. Allerdings verschweigen die Hersteller dabei die herausragende Kamerainsel auf der Rückseite, durch die das Handy in Wahrheit stellenweise deutlich dicker ist.
- Fehlende Identität: Galaxy S25 Edge oder auch das iPhone Air gelten ein Stück weit als Lifestyle-Handys. Aus meiner Sicht erfüllen sie diese Erwartung nicht. Beide Modelle kommen in sehr dezenten, konservativen Farbvarianten, wohingegen sogar das iPhone 17 Pro nun in einem knalligen Orange verfügbar ist. Auch designseitig unterscheiden sie sich zu wenig von den übrigen Modellen. Ich finde Edge und Air viel zu zurückhaltend und langweilig. Für mich hat das wenig mit Lifestyle zu tun.
- Der Preis: Bei einem Preis von mindestens 1.200 Euro (UVP des iPhone Air) möchten viele Nutzer sicherlich keine Kompromisse eingehen und greifen daher lieber zu etwas dickeren, aber dafür besser ausgestatteten und womöglich günstigeren Geräten.
- Eine Problemstelle, die vielleicht gar keine ist: Die Hersteller haben offenbar gedacht, dass sich viele an der Dicke ihrer Smartphones stören. Das scheint allerdings doch kein großer Knackpunkt für viele zu sein, zumal die meisten Nutzer wohl ohnehin eine Schutzhülle nutzen, die nochmals aufträgt.
Das Scheitern des Edge kommt für mich nicht überraschend
Ich störe mich nicht an der Gehäusedicke meines Smartphones. Dünner wäre natürlich nett, aber nicht auf Kosten von unter anderem Akku und Kamera. Hersteller haben offenbar geglaubt, wir litten alle unter zu dicken Handys.
Allerdings scheinen die Prioritäten beim Handykauf woanders zu liegen: bei Praxisnutzen und Ausdauer.
Außerdem ist Dünnheit meiner Meinung nach ein leeres Versprechen, solange die Kamera weiter deutlich aus dem Gehäuse herausragt. Wirklich schlank wäre ein Smartphone nur ohne herausstehende Kamerainsel.
Besserer Weg: Schlanker, aber ohne Abstriche
Die echte Zukunft ultradünner Smartphones liegt nicht in maximaler Schlankheit, sondern in einer stetigen Miniaturisierung. Natürlich wollten Hersteller wie Samsung und Apple zeigen, was aktuell möglich ist.
Sinnvoller wäre allerdings, das Ganze langsamer anzugehen und die regulären Modelle Jahr für Jahr zu optimieren – dann hätten wir irgendwann ein Slim-Modell ohne gravierende Einschnitte.
Apple und das iPhone Air
Auch Apple hat mit dem iPhone Air offenbar nicht den Erfolg, den man sich erhofft hatte. Laut dem Analyst Erik Woodring der Investmentbank Stanley Morgan (via Macrumors) bleibt das iPhone Air im Gegensatz zur übrigen Modellreihe hinter den Erwartungen zurück.
Ob Apple nachlegt oder das Air nach der Mini- und Plus-Linie ebenfalls aufgeben muss und sich Samsung anschließt, bleibt abzuwarten.
Fazit
Das Scheitern des Galaxy S26 Edge zeigt: Käufer wollen kein teures und möglichst dünnes Light-Modell, sondern ein rundes Gesamtpaket, das seinem Preis gerecht wird. Genauso sehe ich das auch – ein Air oder Edge würde ich mir schlichtweg nicht kaufen, sondern eines der anderen Modelle der Serie.
Ultraleicht und ultraschlank kann die Zukunft sein – das wäre auch mein Wunsch – aber nur, wenn die Ausstattung nicht darunter leidet. Sonst bleibt die Schlankheitskur ein teures Lippenbekenntnis, dem kein echter Mehrwert folgt. Darüber hinaus muss dann auch die Kamerainsel endlich wegfallen.
Wie seht ihr das? Seid ihr Fan der dünnen Smartphones und habt vielleicht selbst ein iPhone Air oder Galaxy S25 Edge im Einsatz? Wie sind eure Erfahrungen mit den Geräten? Oder greift ihr stattdessen lieber zu herkömmlichen, dickeren Smartphones? Schreibt mir eure Meinung und Erfahrungen gerne in die Kommentare.



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