Nothing hat es wieder geschafft: Während sich viele Smartphones inzwischen kaum unterscheiden, kommt mit dem Phone 4a jetzt eines der schönsten Smartphones des Jahres. Das liegt nicht nur an den neuen Farben, sondern vor allem an der neuen Glyph Bar und dem aufgefrischten, transparenten Design inklusive überarbeiteter Kameraleiste.
Neben dem herstellertypischen, extravaganten Design bringt das 4a auch einige technische Verbesserungen mit: beispielsweise ein neues Periskop-Tele sowie ein helleres und höher aufgelöstes OLED-Display.
Allerdings macht die RAM-Krise auch vor Nothing nicht halt; das Phone 4a ist teurer geworden als sein Vorgänger. Kann das Gesamtpaket trotzdem überzeugen, wo doch das Phone 3a für mich im letzten Jahr eines der besten Handys unter 400 Euro war?
Transparenzhinweis: Nothing hat mir das Phone 4a für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Inhalt des Artikels und bekam keine Einsicht vor Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.
Lieferumfang
Der Lieferumfang des Phone 4a bringt bis auf das Netzteil alles mit, das ihr für den Betrieb benötigt:
- Nothing Phone 4a
- USB-C-auf-USB-C-Kabel (1 Meter Länge)
- Schutzhülle aus transparentem Silikon
- Vorinstallierte Displayschutzfolie
- SIM-Eject-Tool
- das übliche Heftchen mit Sicherheits- und Garantiebestimmungen
Hinweis zum Netzteil: Das Phone 4a unterstützt das Schnellladen mit bis zu 50 Watt. Möchtet ihr das voll ausnutzen, benötigt ihr ein entsprechend starkes Ladegerät.
Wie inzwischen bei vielen Geräten üblich installiert Nothing ab Werk eine Schutzfolie. Bei der handelt es sich allerdings um eine sehr dünne Kunststofffolie, die schnell Kratzer bekommt.
Ich würde daher dazu raten, sie perspektivisch gegen eine robustere Panzerglasfolie zu tauschen, da sie den Schutz des Bildschirms deutlich erhöhen.
Inhaltsverzeichnis
So habe ich getestet
Ich habe das Nothing Phone 4a über einen Zeitraum von fünf Tagen so vielseitig wie möglich im Alltag verwendet. Ganz ersetzen konnte ich mein Hauptgerät (iPhone) nicht, da meine Kommunikation größtenteils über iMessage läuft und ich zudem verschiedene Geräte über Apple HomeKit steuere.
Spezifikationen
| Nothing Phone 4a | |
|---|---|
| Display | 6,78 Zoll LTPS-AMOLED, 1.224 × 2.720 Pixel, 440 ppi, 120 Hertz, bis 4.500 Nits Peak-Helligkeit, Gorilla Glass 7i |
| Abmessungen | 163,95 × 77,57 × 8,55 Millimeter |
| Gewicht | 204,5 Gramm |
| Prozessor | Qualcomm Snapdragon 7s Gen 4 |
| RAM | 8 oder 12 Gigabyte |
| Speicher | 128 oder 256 GB |
| Hauptkamera | 50 Megapixel, f/1,88, OIS/EIS |
| Teleobjektiv | 50 Megapixel, f/2,88, 3,5x optisch, 7x in-sensor |
| Ultraweitwinkel | 8 MP, f/2,2 |
| Frontkamera | 32 Megapixel, f/2,2 |
| Akku | 5.080 Milliamperestunden, 50 Watt Laden |
| Betriebssystem | Nothing OS 4.1 auf Basis von Android 16 |
| Updates | 3 Jahre Android-Updates, 6 Jahre Sicherheits-Patches |
| Wasserschutz | IP64, zusätzlich getestet für Untertauchen bis 25 Zentimeter für 20 Minuten |
Preis und Verfügbarkeit
In Deutschland startet das Nothing Phone 4a zu folgenden Preisen:
- 8 GB + 128 GB: 349 Euro (Schwarz, Weiß)
- 8 GB + 256 GB: 389 Euro (Schwarz, Weiß, Blau, Pink; Amazon-exklusiv)
- 12 GB + 256 GB: 429 Euro (Schwarz, Weiß, Blau, Pink)
Gegenüber dem Vorgängermodell ist der Preis leicht gestiegen, bei der kleinen Variante sind es 20, bei der großen 50 Euro.
Hintergrund ist die RAM-Krise, die Nothing zu Preisanpassungen zwingt. Als Kompromiss gibt es exklusiv bei Amazon nun erstmals eine große Gerätespeichervariante mit kleinerem Arbeitsspeicher. Damit bleibt die Version unter 400 Euro.
Design und Verarbeitung
Auf den ersten Blick sieht das Phone 4a wie ein typisches Nothing-Gerät aus – auf den zweiten Blick hat sich aber doch etwas getan. Die transparente Glasrückseite bleibt das Erkennungsmerkmal, genauso wie die sichtbaren Elemente darunter.
Neu ist das allgemeine, rückseitige Design. Laut Hersteller soll es eine Eule darstellen, mit Kopf (Kameraelement), Körper (Großteil der Rückseite) und Krallen (die kleinen Aussparungen mit fünf Löchern im unteren Teil) – nun, mit viel Fantasie erkennt man das vielleicht. Nichtsdestotrotz finde ich das Modell optisch mehr als gelungen. Für mich ist es schon jetzt eines der schönsten Handys des Jahres.
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Nothing Phone 4a im Video: So schlägt sich die neue Handy-Mittelklasse im Alltag
Ebenfalls verändert hat sich das Glyph-Interface, also das Markenzeichen des Herstellers. Die Glyph bestand bei der A-Reihe bislang aus mehreren leuchtenden LED-Streifen auf der Rückseite.
Hierüber können verschiedene Funktionen genutzt werden: Beispielsweise bauen sich die Leuchtstreifen ab, wenn ein Timer läuft oder blinken in einem speziellen Muster, wenn eine bestimmte Person anruft.
Statt mehrerer Leuchtstreifen gibt es beim Phone 4a allerdings nur noch eine Glyph Bar rechts neben der Kamera. Sie besteht aus 63 Mini-LEDs in sieben Kästchen und leuchtet mit bis zu 3.500 Nits deutlich heller als die LED-Streifen beim Vorgänger.
An der grundlegenden Funktion ändert sich auch mit der neuen Glyph Bar nichts – es ist prinzipiell nur ein anderes Design und auf eine Leiste beschränkt. Im Alltag funktioniert das genauso gut wie mit mehreren Leuchtstreifen. Die höhere Helligkeit hat in jedem Fall einen klaren Vorteil, wenn die Signale draußen bei Sonnenlicht aufleuchten.
Allerdings muss ich sagen, dass ich die Glyph Matrix, die Nothing mit dem Phone 3 eingeführt hat, noch besser finde. Dabei handelt es sich um ein kleines rundes Pixel-Display mit 489 einzeln ansteuerbaren LEDs. Hierüber erfolgen nicht nur Benachrichtigungen, sondern es gibt auch kleine Spiele, Avartare und Co.
Das Phone 4a ist in vier Farbvarianten erhältlich, in Schwarz, Weiß, Blau und Pink. Schwarz und Weiß wirken relativ zurückhaltend, während Blau und Pink den transparenten Look etwas aufpeppen – mir gefällt das.
Beim Formfaktor bleibt Nothing bei der Mischung aus großem Display und abgerundeten Kanten. Mit seinem 6,78 Zoll großen Display ist das 4a kein kompaktes Gerät, liegt aber gut in der Hand. Eine Einhandbedienung ist allerdings auch mit großen Händen kaum möglich.
Robuster soll das neue Modell sein: Der Hersteller spricht von 34 Prozent mehr Biegefestigkeit im Vergleich zum Phone (3a). Auf der Front kommt nun Gorilla Glass 7i zum Einsatz, das Kratzer und Stürze besser abfedern soll als das Panda Glass des Phone 3a.
Zusätzlich ist das Gerät wieder nach IP64 zertifiziert und laut Hersteller jetzt so konstruiert, dass es auch ein kurzes Bad in bis zu 25 Zentimeter Wassertiefe überlebt. Ein vollständiger Wasser- und Staubschutz nach IP67 wäre natürlich schöner gewesen, den hat man aber wohl hinsichtlich höherer Fertigungskosten gestrichen.
Eine weitere Verbesserung, die mich persönlich sehr freut: Der Essential Key hat seinen Platz gewechselt. Beim Vorgänger saß er noch direkt unter dem Ein-Ausschalter und ich habe ihn ständig versehentlich gedrückt. Nun ist der KI-Knopf auf die linke Rahmenseite gewechselt und wird somit nicht mehr versehentlich ausgelöst.
Werfen wir noch kurz einen Blick auf Tasten und Anschlüsse:
- Linke Seite: Essential Key (KI-Taste)
- Rechte Seite: Ein- und Ausschalter, Lautstärketasten
- Unten: USB-C, SIM-Karten-Fach, Lautsprecher und Mikrofon
- Oben: Mikrofon, der zweite Lautsprecher sitzt zwischen Display und Rahmen
Die Knöpfe sitzen stramm im Gehäuse, bieten einen guten Druckpunkt und keinerlei Spiel. Die allgemeine Verarbeitungsqualität ist sehr gut und hält problemlos mit Premium-Geräten mit.
Display
Das 6,78-Zoll-OLED-Panel hat spürbare Verbesserungen gegenüber dem Phone 3a erhalten. Die Auflösung steigt auf 1,5K (1.224 × 2.720 Pixel), was für ein scharfes Bild sorgt. Kontrast und Farbwiedergabe sind klasse. Die Bildschirmränder fallen minimal schmaler aus, wobei mir der Unterschied ehrlicherweise kaum auffällt.
Nothing verbaut nun auch ein LPTS-Panel, wodurch die Bildwiederholrate sich frei zwischen 30 und 120 Hertz bewegt. Das sorgt beim Scrollen für flüssige Bewegungen, bei statischen Inhalten wird die Frequenz entsprechend heruntergeregelt. Das kommt der Energieeffizienz zugute und schont am Ende den Akku.
Auch heller ist der Bildschirm geworden: Mit bis zu 1.600 Nits vollflächiger und 4.500 Nits lokaler Spitzenhelligkeit (bei HDR-Videos) bleibt das Display selbst in hellem Sonnenlicht problemlos ablesbar.
Den Fingerabdrucksensor verbaut der Hersteller unter dem Display. Gegenüber Premium-Geräten arbeitet er optisch und nicht mit Ultraschall.
Ultraschallsensoren arbeiten mit Schall und haben den Vorteil, dass sie auch bei schmutzigen oder feuchten Fingern zuverlässig funktionieren. Optische Sensoren scannen den Fingerabdruck wie eine Kamera durch Lichtreflexion. Das kann bei schmutzigen oder feuchten Fingern zu Problemen führen oder einen festeren Druck aufs Display erfordern.
Allerdings reagiert auch der optische Sensor des Phone 4a sehr schnell und entsperrt das Handy auch mit leicht feuchten Fingern noch zuverlässig ohne viel Druck.
Prozessor und Speicher
Im Inneren des Phone 4a arbeitet Qualcomms Mittelklasse-Chip Snapdragon 7s Gen 4 und ersetzt das Vorgängermodell Snapdragon 7s Gen 3 im Phone 3a. Dazu kommt ein schnellerer Gerätespeicher (UFS-3.1), der sich etwa beim Starten und Installieren von Apps bemerkbar macht.
Im Prozessor-Benchmark von Geekbench erreicht das Phone 4a 1.238 Punkte im Single-Core- und 3.294 Punkte im Multi-Core-Test. Im direkten Vergleich liegt das neue Modell damit allerdings nur wenige Punkte über dem Vorjahresmodell.
Geekbench CPU Single Core
Nothing Phone 4a
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Bei der Gesamtperformance inklusive RAM- und Gerätespeichergeschwindigkeit im Antutu-Benchmark kommt das Phone 4a 853.796 Punkte. Damit ist es etwas flotter als das Phone 3a (820.500 Punkte). Allerdings ist der Unterschied mehr mess- als wahrnehmbar.
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Ich teste die Leistungsfähigkeit von Smartphones einerseits mit Apps und Spielen im Alltag. Gleichzeitig messe ich die CPU- sowie Gesamtperformance mit den Benchmark-Apps »Geekbench 6« sowie »AnTuTu Benchmark«, um eine objektive Vergleichbarkeit zwischen Smartphones herzustellen. Geekbench prüft die Single- und Multi-Core-Performance des Gerätes, AnTuTu die Gesamtleistung. Beide Programme geben am Ende eine Punktzahl aus und bieten auf ihrer Webseite zudem ein Ranking mit vielen anderen Geräten an.
Einen Leistungsunterschied werdet ihr im Alltag eher nicht bemerken, allerdings war auch das Phone 3a leistungsseitig bereits ordentlich aufgestellt für übliche Alltagsanwendungen. Apps und Multitasking laufen auch beim neuen Modell flüssig. Streaming, Surfen, Social Media und Spiele sind kein Problem.
Auch das grafisch herausfordernde »Genshin Impact« spielt sich flüssig und auf einer soliden Detailstufe – nicht ganz so hoch wie bei Top-Modellen, aber deutlich schöner als auf sehr leistungsschwachen Budget-Geräten.
Speicherseitig reicht die Spannweite beim Phone 4a von 8 und 128 Gigabyte bis 12 und 256 Gigabyte. Erweitern lässt sich der Gerätespeicher nicht. Somit solltet ihr vor dem Kauf überlegen, welche Variante ihr braucht.
Wer etwas Geld sparen will, kann auch zur größeren Speichervariante mit dem kleineren 8-Gigabyte-Arbeitsspeicher greifen. Auch diese Ausstattung sollte im Alltag flüssig arbeiten, zumal der Hersteller mit einem RAM-Boost über den Gerätespeicher arbeitet, wenn es doch mal eng werden sollte.
Akkulaufzeit
Mit 5.080 Milliamperestunden ist die Akkukapazität des Phone 4a im Vergleich mit dem Vorgänger (5.000 Milliamperestunden) leicht gestiegen. Im Benchmark von PC Mark schneidet das Phone 4a mit 21:16 Stunden spürbar besser ab als sein Vorgänger. Das dürfte allerdings auch am effizienteren Chipsatz und Display liegen.
PCMark Akku-Benchmark
Nothing Phone 4a
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Die Laufzeit ist also richtig gut. Bei normaler Nutzung kommt ihr dem Phone 4a problemlos zwei Tage hin – das hängt aber natürlich maßgeblich davon ab, was ihr mit dem Smartphone macht.
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Ich verwende die Android-Software »PCMark«, um einen Akkubenchmark durchzuführen und eine Vergleichbarkeit mit anderen Smartphones zu schaffen. Die App erledigt dabei Alltagsaufgaben wie Web-Browsing, Video-Wiedergabe, Textverarbeitung und Bildbearbeitung, bis der vollständig aufgeladene Akku unter 20 Prozent fällt. Am Ende gibt das Programm eine Zeitdauer als Gesamtergebnis aus.
Aufgeladen wird wie beim Vorgänger mit bis zu 50 Watt: Eine vollständige Ladung eines leeren Akkus ist in knapp über einer Stunde erledigt. Wireless Charging gibt es leider auch beim Phone 4a nicht. Die Funktion ist bei Einsteiger- und Mittelklassegeräten noch selten und meist den höherpreisigen Premiummodellen vorbehalten.
Kamera
Das Kamerasystem ist für mich einer der spannendsten Punkte am Phone 4a, denn schon das Phone 3a bot in seinem Preissegment eine qualitativ gute und vor allem flexible Kamera.
Beim Nothing Phone 4a besteht das rückseitige Kamerasystem aus:
- einer 50-Megapixel-Hauptkamera mit 1/1,57-Zoll-Sensor
- einem 50-Megapixel-Periskop mit 3,5-fachen optischem Zoom und 7-fachen In-Sensor-Zoom. Der Sensor selbst stammt aus dem Top-Modell des Herstellers, dem Phone 3.
- einem 8-Megapixel-Ultraweitwinkel
Typisch Nothing wirken die Fotos auch bei der neuen Mittelklasse wieder sehr bunt und knallig. Die Farben sind kräftig und kontrastreich, was Bilder direkt aus der Galerie gut aussehen lässt.
Die Farbgebung ist über die Optiken hinweg allerdings nicht immer ganz konsistent. Das fällt vor allem beim Telezoom auf, bei dem etwa der blaue Himmel eher ins Türkise geht.
Insgesamt ist der Look der Nothing-Kamera natürlich Geschmackssache. Wer aber keine Lust auf Nachbearbeitung hat, erhält ab Werk schon sehr kontrastreiche Bilder mit vielen Details.
Hier sind einige Beispielaufnahmen der verschiedenen Zoomstufen (inklusive In-Sensor-Zoom):
Insgesamt ist die Qualität aller Kameralinsen für ein Mittelklassegerät wieder auf einem Niveau, das wirklich Spaß macht – viele Details und ein breiter Dynamikumfang. Das reicht für mehr als reine Schnappschüsse und dürfte euch Freude bereiten, wenn ihr viel mit dem Handy fotografiert.
Durch den In-Sensor-Zoom, bei dem ein Sensorausschnitt für den Zoom genutzt wird, stehen viele verschiedene Zoomstufen zur Verfügung. Die Bildqualität ist auch beim Sensorzuschnitt gut, Unterschiede sieht man kaum.
Am Abend bei wenig Licht hat sich aus meiner Sicht recht wenig getan. Die Fotos sind ordentlich, allerdings merkt man hier schon den Unterschied zur Oberklasse. Premium-Modelle liefern detailreichere, bessere Bilder bei wenig Licht.
Allerdings sind auch die Aufnahmen des Phone 4a brauchbar. Am besten schneidet die Hauptkamera ab; das ist bei den meisten Smartphones der Fall (ob günstig oder teuer).
Durch eine mehrsekündige Belichtung schneidet auch der Ultraweitwinkel solide ab, der Zoom ist allerdings wenig zu gebrauchen. Hier werden die Bilder schnell sehr weichgezeichnet und enden im Pixelbrei, mitunter funktioniert auch der Fokus nicht mehr zuverlässig. Es kommt allerdings immer auf Motiv und Lichtquellen im Bild an.
Am schlechtesten arbeitet der In-Sensor-Zoom der Teleskopkamera. Hier wird, warum auch immer, auf eine mehrsekündige Belichtung verzichtet. Das Ergebnis sind meist sehr dunkle Bilder.
Beispielaufnahmen am Abend:
Die 32-Megapixel-Frontkamera liefert bei gutem Licht ordentliche Selfies mit guter Schärfe und vielen Details. In Innenräumen oder bei wenig Licht greift die Software allerdings deutlich zur Glättung. Rauschunterdrückung und Weichzeichnung nehmen Details aus Haut und Haaren.
Bei gutem Licht liefert die Frontkamera gute Ergebnisse. Bei weniger Licht fallen Details der Weichzeichnung zum Opfer. (Bildquelle: GameStar Tech)
Kurzfazit zur Kamera:
Wer den knalligen Look von Nothing mag, kommt auch mit dem günstigsten Modell auf seine Kosten. Das Phone 4a bietet eine breite Flexibilität an Linsen und Zoomstufen, bei Tageslicht entstehen sehr schöne Fotos.
Am Abend ist das Smartphone eher durchschnittlich. Mit der Hauptkamera können ordentliche Aufnahmen entstehen, die anderen Optiken solltet ihr bei wenig Licht aber eher nicht verwenden.
Lautsprecher
Das Phone 4a setzt auf zwei Stereo-Lautsprecher. Die maximale Lautstärke ist so hoch, dass es in den Ohren schmerzt, wenn das Handy in der Nähe ist. Das liegt vor allem am recht dünnen Klang, der vor allem mitten- sowie höhenbetont ist und dem einfach der Bassbereich fehlt.
Immerhin hat es den Vorteil, dass ihr den Ton auch noch in lauter Umgebung hört, etwa beim Kochen oder im Garten. Für Podcasts oder Videos auf der Couch reicht die Qualität aber aus.
Konnektivität
Bei der Konnektivität stellt Nothing das Phone (4a) breit auf. Ihr bekommt moderne Mobilfunk-, WLAN- und Bluetooth-Standards, müsst jedoch zum Beispiel auf Dinge wie Wi-Fi 7 oder Bluetooth 6.1 verzichten, was in der Preisklasse aktuell aber üblich ist.
- Mobilfunk: 5G, 4G, 3G und 2G für ältere Netze.
- Wi-Fi 6 (802.11 a/b/g/n/ac/ax)
- Bluetooth 5.4
- NFC
- Ortung: GPS, GLONASS, BDS, Galileo und QZSS
Nothing verzichtet auch in diesem Jahr auf eine eSIM-Unterstützung, also für digitale SIM-Karten. Das ist schade, denn in Japan erhält das Phone 4a die Technik. Deutsche Nutzer sind hingegen auf physische SIM-Karten angewiesen, die man aber immerhin im Dual-SIM-Modus verwenden kann.
Betriebssystem und Updates
Nothing OS 4.1 baut auf Android 16 auf. Der Homescreen lässt sich in der neusten Version flexibler anpassen, es gibt neue Widget-Größen, einen personalisierbaren Sperrbildschirm mit Tiefeneffekt und beispielsweise versteckte Apps im Smart Drawer.
Daneben hat Nothing auch seine KI-Sammlung erweitert. Neben dem Essential Space, der etwa Screenshot, Notizen oder Links sammelt und sie automatisch zu Zusammenfassungen und To-dos aufbereitet, gibt es jetzt weitere Funktionen:
- Mit den Essential Apps kann man sich über Prompts eigene Widgets erstellen etwa eine Wetterdienst-Kachel oder ein Fortschrittsindikator für die nächste Bahnverbindung. Typisch für den Hersteller wird die Community mit einbezogen und ihr könnt euch bereits an einer Reihe von Widgets bedienen.
- Essential Search erlaubt die Suche nach Kontakten, Nachrichten, Notizen und Co., kann aber auch Fragen beantworten.
- Mit Essential Voice soll später per Update noch ein Feature dazu kommen. Die Funktion transkribiert gesprochene Notizen und Nachrichten und kann sie mitunter strukturieren, Füllwörter entfernen oder sie sprachlich anpassen.
Das Phone 4a erhält drei große Android-Updates und wird sechs Jahre mit Sicherheits-Patches versorgt. Eine lange sichere Nutzung ist also garantiert, auch wenn für meinen Geschmack noch ein viertes Android-Update schön gewesen wäre.
Über die rückseitige Glyph Bar lassen sich, wie üblich, verschiedene Funktionen nutzen. Beispielsweise dient die Anzeige für Timer, Kamera-Countdown, Taschenlampe oder der Anzeige verschiedener Kontakte bei eingehenden Anrufen.
Für wen lohnt sich der Kauf des Nothing Phone 4a?
Das Nothing Phone 4a lohnt sich für euch, wenn...
- ihr Wert auf ein auffälliges Design mit transparenter Rückseite und Glyph Bar legt.
- ihr ein helles OLED-Display mit 120 Hertz und hoher Auflösung sucht.
- ihr eine vielseitige Kamera mit Periskop-Tele möchtet.
- euch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis wichtig ist.
Weniger geeignet ist das Gerät, wenn...
- ihr viel am Abend bei wenig Licht fotografiert.
- ihr maximale Leistung für Apps oder Gaming sucht.
- ihr noch längere Akkulaufzeiten benötigt.
Mögliche Alternativen zum Nothing Phone 4a
- Nothing Phone 3a oder Nothing Phone 3a Pro: Die Vorjahresmodelle sind weiterhin eine gute Wahl und grundsolide. Zudem sind sie inzwischen bereits ab 270 beziehungsweise 315 Euro erhältlich.
- Poco F8 Pro: Viel Leistung, lange Akkulaufzeit und gutes Kamerasystem. Preislich liegt es allerdings mit mindestens 480 Euro über dem Phone 4a.
Fazit
Das Nothing Phone 4a ist eine schöne Weiterentwicklung der a-Serie, vor allem mit Verbesserungen bei Display und Kamera – allerdings auch mit leicht gestiegenem Preis. Die neue Glyph Bar gefällt mir, auch wenn ich die Glyph Matrix, also das kleine Pixel-Display des Nothing Phone 3 noch besser finde.
Wirkliche Schwächen leistet sich das Phone 4a nicht, zumal man die Ausstattung ins Verhältnis zum Preis setzen muss. Gegenüber Top-Modellen fehlt etwa Wireless Charging, die eSIM-Unterstützung und auch der Android-Update-Support ist nicht rekordverdächtig.
Wer ein schickes und wertiges Mittelklasse-Smartphone mit tollem Display, guter Kamera und langer Update-Garantie sucht, bekommt mit dem Nothing Phone 4a ein stimmiges Gesamtpaket – vor allem, wenn Design und Kamera für euch wichtiger sind als Höchstleistung.

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