Sie importieren jedes Jahr Millionen Tonnen Sand – obwohl Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate inmitten riesiger Wüsten liegen

Es stellt sich heraus: Sand ist nicht gleich Sand, auch wenn es die am zweithäufigsten verwendete Ressource der Welt ist.

Sand, soweit das Auge reicht. Doch es ist der vermeintlich falsche Sand. (Bildquellen: herzträumerin - adobe.stock.com) Sand, soweit das Auge reicht. Doch es ist der vermeintlich falsche Sand. (Bildquellen: herzträumerin - adobe.stock.com)

Wer an Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate denkt, hat vermutlich als erstes Sand vor Augen. Zurecht, denn die beiden Länder liegen in Wüstengebieten, Saudi-Arabien sogar an der Rub al-Chali, der größten zusammenhängenden Sandwüste der Welt.

2023 kauften allein die Vereinigten Arabischen Emirate mehr als sechs Millionen Tonnen Sand (via WITS) aus dem Ausland, um ihn als Rohstoff zu verwenden.

Da stellt sich unweigerlich die Frage: Wieso importieren die beiden Länder Sand, wenn sie eigentlich mehr als genug davon besitzen?

Sind ist nicht gleich Sand

Die Antwort darauf ist zunächst ganz einfach: Der Sand, auf den Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate Zugriff haben, ist nicht für das geeignet, wofür sie ihn brauchen.

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Wüstensand, also solcher, der vom Wind getragen wird und Dünen bildet, ist sehr fein, gleichmäßig und rundkörnig – und damit nicht so gut zur Weiterverarbeitung geeignet, so das American Concrete Institute.

Man könnte ihn zwar theoretisch verwenden, um Glas, Beton und andere Baustoffe herzustellen. Allerdings bringt das Herausforderungen mit sich:

  • Das Mischverhältnis muss angepasst werden.
  • Die Granulometrie – also die Analyse der Korngrößenverteilung – ist wesentlich aufwändiger.
  • Verunreinigungen sind bedeutend feiner, was den Herstellungsprozess wesentlich schwieriger macht.

Kurzum: Der Prozess der Aufbereitung wäre so teuer, dass es billiger ist, Sand aus anderen Ländern zu importieren. Die Standards der Industrie (Glasherstellung, Filtration, chemische Industrie) sind seit Jahren auf eben jenen importierten Sand geeicht.

Sand ist seltener, als man glaubt

Sand ist die heute am zweithäufigsten genutzte Ressource der Welt (nach Wasser). Das Umweltprogramm der UNO schätzt, dass jährlich 50.000 Millionen Tonnen Sand und Kies verwendet werden – und das führt zu ganz neuen Problemen.

  • Sand entstand teilweise durch tausende Jahre von Erosion. Wir bauen ihn schneller ab, als die Natur ihn reproduzieren kann (via UNO).
  • The New Yorker berichtet nicht nur, dass uns der Sand ausgeht, sondern auch davon, dass es mittlerweile kriminelle Netzwerke gibt, die Sand schmuggeln.

Im bereits verlinkten Papier der UNO sehen die Vereinten Nationen allerdings ein Problem am aktuellen Status Quo. Sie merken an, dass Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate theoretisch verwertbaren Sand besitzen.

Trotzdem importieren diese Länder den Sand aus dem Ausland, vorrangig, um die negativen Effekte auf die eigenen Wüsten und Küsten zu vermeiden. Dies könnte nämlich zu großen Veränderungen führen, etwa bei der Fischerei und der Landwirtschaft, die mit der Versalzung der Böden zu kämpfen hätte.

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