Sterben macht Spaß. Am Ende meiner Abenteuer in Saros bringt dieser eine Satz auf den Punkt, warum ich den Shooter von Housemarque für eines der besten Actionspiele der letzten zehn Jahre halte.
Denn für mich haben moderne Spiele das richtige Sterben verlernt. Entweder ist es mir komplett egal, weil es keinerlei relevante Konsequenzen gibt. Oder es frustriert mich mit überzogenen Strafen, die meine investierte Zeit nicht respektieren.
Heiko Klinge
GameStar-Chefredakteur Heiko Klinge ist Jahrgang 1977 und entsprechend in den 80ern und 90er mit Bullethell-Shootern wie Katakis, R-Type oder Apidya aufgewachsen, die damals für ihn noch schlicht »Ballerspiele« hießen. Und in diesen Ballerspielen gehörte es ebenfalls zum guten Ton, nach dem Game Over wieder ganz von vorn anfangen zu müssen – so man nicht per Cheat oder Action-Replay-Modul schummelte. Entsprechend ballern bei ihm die Actionspiele von Housmarque schon seit Jahrzehnten offene Türen ein.
Vor allem gibt es kaum noch Singleplayer-Spiele, die mir das Gefühl geben, mit jeder Minute ein kleines bisschen besser zu werden. Und zwar nicht, weil ich bessere Charakterwerte habe oder stärkere Waffen trage, sondern ganz allein deshalb, weil ich tatsächlich besser spiele. Denn ich mag zwar gerade gestorben sein, aber ich bin felsenfest überzeugt davon, dass es beim nächsten Versuch anders laufen wird.
Warum Saros dieses verloren geglaubte Feuer des Ehrgeizes in mir neu entflammt hat, lässt sich zwar sehr leicht fühlen, aber nur sehr schwer erklären. Natürlich gebe ich trotzdem mein Bestes. Weil ihr’s seid.
… ihr Fortschritt verdienen und nicht geschenkt bekommen wollt.
… ihr das Gefühl liebt, in einem Spiel stetig besser zu werden.
… euch reizt, wie das Hades-Prinzip als Blockbuster funktionieren würde.
Passt nicht zu euch, wenn ...
… ihr nach dem fünften Scheitern am selben Boss die Flinte ins Korn werft.
… ihr beim Spielen vor allem entspannen und möglichst wenig Stress wollt.
… ihr bei einer Geschichte auf Anhieb alles verstehen möchtet.
Große Story-Kunst, kleines Aber
Wie schon beim Quasi-Vorgänger Returnal handelt es sich bei Saros um einen Roguelite-Shooter, der trotz oder gerade wegen des stetigen Vonvornanfangens eine spannende Geschichte erzählt.
Ihr spielt den sogenannten Vollstrecker Arjun Devraj, der auf dem Planeten Carcosa zusammen mit seinem Team das Schicksal von gleich drei verschollenen Expeditionen ergründen soll. Dem auftraggebenden Soltari-Konzern geht es aber nur so mittel um die verschwundenen Menschen und viel mehr darum, wie sich das auf Carcosa heimische Wundermaterial Lucenit möglichst gewinnbringend abbauen lässt.
Problem Nummer 1 an der Sache: Bei der Landung geht etwas mächtig schief, weshalb ihr auf dem Planeten strandet, ohne Aussicht auf Rettung.
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