Seed - Städtebau-Sim mit ganzem Planeten für tausende Spieler gleichzeitig

Ein wenig Sims, ein wenig Civilization: Heraus kommt Seed. Die Aufbausimulation lässt tausende Spieler auf einem Planeten die menschliche Zivilisation neu aufbauen.

von Sebastian Zelada,
28.08.2018 15:42 Uhr

Seed - Teaser zur Städtebau-Sim für tausende Spieler gleichzeitig 1:25 Seed - Teaser zur Städtebau-Sim für tausende Spieler gleichzeitig

Klang Games aus Berlin ist nicht das größte Studio, doch mit seinem MMO Seed zeigen sich die Indie-Entwickler aus der Hauptstadt sehr mutig. Der Titel versetzt euch in eine Welt, in der die Menschheit 1.000 Jahre nach dem Untergang der Erde auf einem neuen Planeten siedelt. Dort müsst ihr eine Gruppe von zehn Individuen behüten und ihnen, wie in Strategiespielen, Aufgaben zuweisen.

Das Besondere an Seed ist, dass ihr die Bewohner nicht einzeln steuert, sondern sie indirekt anregt, Dinge zu tun. Ihr legt Aufgaben und Rahmenbedingungen fest und daraufhin gehen die Siedler ihrem Tagwerk nach und machen hoffentlich Fortschritte. Das bedeutet aber auch, dass die Simulation auch dann weiterläuft, wenn ihr nicht aktiv spielt. Die Welt von Seed ist nonstop geschäftig.

Seed von Klang Games ist eine ambitionierte Mischung aus Lebenssimulation und Aufbauspiel.Seed von Klang Games ist eine ambitionierte Mischung aus Lebenssimulation und Aufbauspiel.

Jeder hat seine Bedürfnisse

Nach und nach wird eure kleine Gemeinschaft stärker und ihr könnt euch mit anderen Grüppchen zu größeren Verbänden zusammenschließen, Allianzen formen oder euch Fremden gegenüber feindlich zeigen, um Kriege zu führen.

Dazwischen gilt es Rohstoffe zu sammeln, Gebäude zu errichten und eure Infrastruktur zu stärken. Je besser die Versorgung funktioniert, desto besser geht es eurer Zivilisation. Die Bewohner verfügen über Grundbedürfnisse, die befriedigt werden wollen. Ein Feuerplatz bereitet Wohlbehagen und Wärme und macht eurer Grüppchen ein wenig zufriedener. Doch auch andere Verlangen, wie Schlaf, Hunger, Unterhaltung und Liebe wollen gestillt werden.

Daneben sorgen diverse Spielmechaniken für Gefahren, die nicht von den Spielern kommen und beispielsweise die Gesundheit der Spielfiguren betreffen. So können sie sich infizieren, müssen bei Verletzungen gegebenenfalls lebensgefährliche Operationen über sich ergehen lassen und mehr. Auch Gefängnisstrafen bei Gesetzesbrüchen soll es geben. Sollten Ereignisse eintreten, die ein Eingreifen des Spielers voraussetzen, erhält dieser automatische eine Mail. So müsst ihr nicht befürchten, dass es eure Siedlung dahinrafft, wenn ein Virus um sich greift oder Feinde plündern.

Seed will die Grundlage für komplexe soziale und wirtschaftliche Gemeinschaften schaffen.Seed will die Grundlage für komplexe soziale und wirtschaftliche Gemeinschaften schaffen.

Spieler können Staatsformen erfinden

Produzierte Güter sollen übrigens handelbar sein. Beispielsweise baut ihr in eurem Garten Pilze an, die ihr dann verkaufen könnt. So entsteht das Potenzial für eine komplexe Wirtschaft.

Für die Realisierung der Vision von Seed greift Klang Games auf SpatialOS zurück, eine Technologie des Start-Ups Improbable, die auch in Worlds Adrift von den Bossa Studios zum Einsatz kommt und Entwicklern ermöglichen soll, »Spiele ohne Limits« zu erschaffen. Konkret wird bei SpatialOS Rechenarbeit, die sonst auf dem heimischen Client erledigt werden müsste, von miteinander vernetzten Servern übernommen.

Das erlaubt, Titel in einer Größe und Tiefe zu programmieren, die es »kleinen Teams wie uns ermöglicht, superambitionierte Spiele zu machen, die ohne die Technik so gut wie unmöglich wären«, so Mundi Vondi, CEO und Gründer von Klang Games.

Um die soziale Komponente des Spiels so gut wie möglich auszuschöpfen, arbeitet Klang Games mit Lawrence Lessig zusammen, einem Aktivisten und Professor an der Harvard Law School, der 2016 auch einer der Nominierten der Demokraten im US-Wahlkampf war. Vondi hat für das Spiel große Hoffnungen:

"Wir wünschen uns, dass Spieler mit einigen verrückten Regierungssystemen um die Ecke kommen, die nicht den Konventionen des echten Lebens folgen."

Bis es soweit ist, dauert es aber «noch mindestens drei Jahre«, wie er gegenüber Engadget erklärt. Das ist gerade für einen Indie-Entwickler eine enorme Zeit, die aber auch darauf hindeutet, dass der Titel vertrauensvolle Investoren hinter sich hat. Es gilt also die Daumen zu drücken, dass die Vision hinter Seed Wirklichkeit wird, denn das Konzept klingt äußerst spannend.

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