Fazit der Redaktion
Michael Graf
@Greu_Lich
Das Jonglieren mit knappen Ressourcen und knapper Arbeitskraft hat mich drei Abende lang an Siege Survival gefesselt, obwohl die Vorschauversion noch gar nicht alle Spielelemente enthält, beispielsweise kann ich nicht alle Stadtviertel betreten. Ich mag es, wie die Entwickler den Aufbau- mit dem Schleichteil und beides mit den Forderungen der Garnison verknüpft haben, das verlangt mir immer wieder schwierige Entscheidungen ab.
Zugleich sei aber gesagt: Beiden Gameplay-Ebenen mangelt es an Finesse und Abwechslung. Das Lager wächst nicht über eine Handvoll Werkbänke hinaus und bleibt auf den optisch langweiligen Innenhof der Burg beschränkt. Nicht mal die Hühner kriegen Nachwuchs! Auch die Erkundungstouren durch die Stadt laufen immer ähnlich: In Dreckhaufen wühlen, Wachen ausweichen, zum Sonnenaufgang mit hoffentlich reichhaltiger Beute wieder nach Hause rennen (und notfalls mehr Wachen ausweichen) - das war's.
Außerdem merkt man Siege Survival sein eher bescheidenes Entwicklungsbudget auf den ersten Blick an. Die Grafik sieht aus wie aus den mittleren 2000er-Jahren, die Schleich-Wegfindung hat noch Ecken und Kanten, beim Sound fallen die ploppenden Schrittgeräusche auf, und beim Beutesammeln muss ich zu oft die Kamera drehen, um die Straße und Patrouillen im Blick behalten zu können.
Nein, Siege Survival ist nicht der allergrößte Wurf, es ist kein neues This War of Mine, das elegantere, ergreifendere und vielfältigere Geschichten hervorbringt - erst recht mit dem DLC The Little Ones. Siege Survival entfaltet dafür seine ganz eigene (An-)Spannung, weil meine Verantwortung dank der Garnison über das Überleben einer Handvoll Mittelalternasen hinausgeht. Und das hat es für mich schon in der Vorschauversion zum interessanten Zeitvertreib gemacht.
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