Endlich wieder Sonne und Wärme! Diese Woche habe ich das erste Mal in diesem Jahr mein Fixed-Gear-Bike aus dem Keller geholt und aufgepumpt.
Da ich in keiner großen Stadt lebe, sind die Fahrradwege allerdings begrenzt oder werden oft mit Fußgängern geteilt. Zum Glück gibt es Fahrradklingeln, um auf sich aufmerksam zu machen, nicht wahr?
Die bringen nur leider bloß etwas, wenn Fußgänger wirklich aufmerksam sind und nicht gerade Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung (kurz ANC, also »Active Noise Cancelling«) aufhaben.
Genau deswegen halte ich das, was Škoda gerade vorgestellt hat, für eine der cleversten Erfindungen von 2026: eine Fahrradklingel, die das ANC von Kopfhörern umgeht.
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Škoda Duobell: eine Fahrradklingel, die das ANC von Kopfhörern umgeht
Analoge Lösung für ein digitales Problem: So funktioniert die Škoda Duobell
Der Autohersteller aus Tschechien hat eine neuartige Fahrradklingel in Zusammenarbeit mit der University of Salford (England) entwickelt.
Um den ANC bei Kopfhörern zuverlässig zu umgehen, musste das Forschungsteam eine Schwachstelle finden – und die gibt es.
Der Klangbereich zwischen 750 und 780 Hertz wird von ANC-Kopfhörern nicht herausgefiltert. Also haben die Universität und der Autohersteller eine Fahrradklingel entwickelt, die genau in diesem Frequenzbereich ertönt.
Eine Glocke, die diese Voraussetzung erfüllt, wäre allerdings viel zu groß für das Fahrrad. Das Problem lösen die Forscher durch den Einsatz von zwei unterschiedlichen Glocken.
Eine davon klingelt in einer tieferen und die andere in einer höheren Frequenz. Dadurch entstehen Schallwellen, die von der ANC-Funktion der Kopfhörer nicht schnell genug verarbeitet werden können.
Der Clou: die Duobell schafft es auf vollständig analoger und mechanischer Ebene, die Geräuschunterdrückung von Kopfhörern zu umgehen – ganz ohne Elektronik.
Der erste Praxistest ist vielversprechend
Skoda hat die Klingel in London einem ersten Praxistest unterzogen und Testpersonen losgeschickt, die mit dem Fahrrad durch die Großstadt navigieren mussten.
Im Test zeigte sich, dass Fußgänger und Fußgängerinnen mit Kopfhörern die Fahrradfahrer früher und aus größerer Entfernung wahrnehmen als mit gewöhnlichen Fahrradklingeln.
Ich frage mich zwar noch, ob man die Duobell auch dann wahrnimmt, wenn man mit ANC und hoher Lautstärke Musik hört. Dennoch halte ich diese Klingel für eine sehr sinnvolle Erfindung.
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Das Beste zum Schluss: Die Duobell ist kein Serien-Produkt, sondern ein offenes Konzept. Skoda und die Universität haben alle Forschungsunterlagen frei verfügbar gemacht, sodass sich andere Hersteller daran bedienen können, um ähnliche Klingeln zu bauen.
Endlich mal eine technische Innovation, die nicht hinter einem Patent im Nichts verschwindet.
Jetzt bleibt für uns nur zu hoffen, dass sich die Idee durchsetzt – und auch wirklich funktioniert.
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