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Seite 3: Skyrim vs. Fallout 4 - Hat Bethesda dazugelernt?

Absolutes Chaos

Der Händler sieht nichts, also ruft er auch nicht nach den Wachen, wenn wir seinen Laden ausräumen. Logisch. Der Händler sieht nichts, also ruft er auch nicht nach den Wachen, wenn wir seinen Laden ausräumen. Logisch.

Schon die Skyrim-Welt bot viele dynamische Ereignisse und Begegnungen: Hier mal ein Dieb, der uns ein geklautes Item in die Hände drückt, da mal ein Drachenangriff auf ein Dorf. Fallout 4 darf diese Stärke gerne ausbauen. Alte Ladys und Granaten hatten wir schon, aber damit erschöpft sich der Chaos-Faktor der Bethesda-Spiele nicht.

Käseräder von Bergen rollen lassen, Verkäufern Eimer auf den Kopf setzen, Mr. Handy eine forschere Direktive im Umgang mit Menschen einprogrammieren, genau diesen alltäglichen Wahnsinn wollen wir auch in Fallout 4 erleben! Schade, dass es keinen Hinweis auf ein Perk wie »Verrücktes Ödland« aus Fallout: New Vegas gibt, der uns zusätzlich jede Menge surreale Begegnungen beschert.

Oma-Gangs müssen sich schließlich gegen die Granatwerferjugend wehren dürfen! Also mehr Verrücktheiten, mehr Blödsinn, mehr Chancen, die Welt in Brand zu stecken!

Abwechslungsreiche Nebenquests

Coole Nebenquests lassen uns in Skyrim schnell vergessen, wie austauschbar und langweilig die eigentliche Geschichte des Spiels ist. Besonders die Dienste für die verschiedenen (und unterschiedlich bösartigen) Daedrafürsten bleiben im Gedächtnis und fordern uns mitunter schwerwiegendere Entscheidungen ab als der tobende Bürgerkrieg.

Wollen wir die Belohnung wirklich so sehr, um dafür einen Begleiter über den Jordan zu schicken? Steckt hinter dem Aberglauben vom Spukhaus in Markarth doch mehr? Oder, oder, oder. Keine stumpfsinnigen Sammelquests, sondern einzigartige kleine Geschichten, die uns im Gedächtnis bleiben. Fallout 4 darf uns gerne ebenfalls solche Aufgaben geben - und zwar mehr davon!

Doppelt gute Kämpfe

Das Kampfsystem von Skyrim macht Spaß, hat allerdings nur begrenzt Tiefgang. Das Kampfsystem von Skyrim macht Spaß, hat allerdings nur begrenzt Tiefgang.

Für ein Spiel, das sich selten auf andere Lösungswege als den Kampf verlegt, bietet Sykrim uns erstaunlich wenige Möglichkeiten an: Schnelle Schläge, harte Schläge, je nach Talentbaum noch einen Schildschlag. Bei der Magie sieht's ähnlich aus, meistens verbessern wir nur die Grundzauber. Auch hier haben sich glücklicherweise Modder der Sache angenommen, für Fallout 4 wünschen wir uns trotzdem von Anfang an eine Kampfsteuerung, die gut funktioniert, ohne an Tiefe vermissen zu lassen, zumal wir in Fallout noch mehr auf genaue Treffer angewiesen sein werden.

Klar, der VATS-Modus hilft uns beim Zielen, aber sollten wir nicht mit einer ruhigen Hand am Abzug genauso gut kämpfen können? Fallout 4 sollte es zumindest technisch dem Spieler überlassen, ob er ständig in die Zeitlupe wechseln oder sich lieber auf sein Geschick verlassen möchte, mit zwei gleichberechtigten Möglichkeiten, heil aus dem Scharmützel zu kommen. Dass sich die Zeit beim Zielen in VATS nicht mehr komplett stoppen lässt, ist zumindest ein Schritt in die richtige Richtung, ein bisschen mehr Shooter könnte den Kämpfen aber durchaus noch gut tun.

Abwechslungsreiche Spielwelt

Mangelnde Abwechslung können wir Skyrim eigentlich nicht vorwerfen, dafür ist die riesige Welt mit zu vielen Erkundungsmöglichkeiten, Flussläufen, idyllischen Wäldern und verschneiten Hügeln zu liebevoll gestaltet. Gut, irgendwann haben wir den Dreh raus und wissen schon beim Anblick einer Burgruine, dass wir Bergfried, Garnison und Folterkeller erkunden werden, manchmal mit Abkürzungen zu den jeweils anderen Bereichen.

Das trübt unser Spielerlebnis aber nicht, die Gier nach dem nächsten Dungeon und der nächsten besonderen Beute greift immer. Fallout 4 dagegen läuft viel eher Gefahr, zumindest optisch schnell zu langweilen, denn im verstrahlten Ödland wandern wir eben nicht vom herbstlichen Wald durch den Fluss zum Städtchen. Eher aus der braunen Wüstenei in die graue und von dort in eine Wellblechsiedlung … ebenfalls in rostbraun. Auf Braun und Grau stellen wir uns besser jetzt schon ein, aber dann wenigstens mit interessanten Landmarken, Überbleibseln aus der alten Welt und Orte, an die wir uns noch lange erinnern.

Ist die Welt interessant gestaltet, wird auch der zig-te Erkundungsausflug nicht langweilig. Ist die Welt interessant gestaltet, wird auch der zig-te Erkundungsausflug nicht langweilig.

Stimmige Atmosphäre

Zu guter Letzt noch der eine Punkt, den wir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit jetzt schon abhaken können: Die Stimmung. Skyrim hat in uns den nordischen Wandertrieb geweckt, uns auf Bergtouren eingeladen und Höhlenforschern vor Glück feuchte Augen beschert, Fallout 4, soll uns von der ersten Minute an in diese unglaubliche Stimmung versetzen, die uns die Stunden vergessen und geregelte Arbeitszeiten hassen lässt!

Scheppernde Musik im Stil der Ink Spots (I don't want to set the world on fire), patriotische Ansprachen übers Pip-Boy-Radio, Relikte aus der glorreichen Vorkriegszeit und die ständig lauernde Bedrohung durch Mutanten, Mörder und Verrückte, die sich mit uns das Ödland teilen, all das wollen wir haben! Das Gefühl, Teil einer großen lebendigen Welt zu sein, hat Skyrim prima hingekriegt, Fallout 4 schafft das auch. Hoffentlich!

Wirklich nach Himmelsrand oder ins Ödland reisen will keiner, aber Fallout 4 soll wie Skyrim die Sehnsucht nach der Fremde in uns wecken! Wirklich nach Himmelsrand oder ins Ödland reisen will keiner, aber Fallout 4 soll wie Skyrim die Sehnsucht nach der Fremde in uns wecken!

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