Beim Test des Sony Xperia 10 VII ist mir ein Feature aufgefallen, über das ich zugegebenermaßen selten nachdenke, es mir aber dennoch für jedes Handy wünsche: eine physische Kamerataste.
Diese wurde in den letzten Jahren immer seltener verbaut – bis unter anderem Apple sie beim iPhone wieder einführte – obwohl man schon seit Jahren die Lautstärketasten als Auslöser nutzen konnte.
Mein Gedanke dazu: Smartphones sind für viele Menschen die Hauptkamera. Wer heute unterwegs ist und spontan ein Foto machen möchte, greift zum Handy – selten zum Fotoapparat. Das Smartphone ist zur universellen Kamera geworden. Und genau deshalb macht eine dedizierte Taste Sinn.
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Sony Xperia 10 VII im Schnellcheck
Das Problem mit versteckten Funktionen
Viele Handys bieten bereits die Möglichkeit, über die Lautstärketasten auszulösen. Theoretisch praktisch. In der Realität? Ich vergesse konsequent, dass diese Funktion bei meinem iPhone 13 Pro überhaupt existiert und tippe wie gewohnt aufs Display.
Und ich bin damit nicht allein – viele in meinem Umfeld kennen diese Funktion nicht oder vergessen sie regelmäßig. Das ist aus meiner Sicht ein Design-Problem. Wenn eine Funktion nicht offensichtlich ist, nutzen wir sie nicht – egal wie praktisch sie wäre.
Eine physische Taste hingegen ist unmissverständlich. Sie signalisiert: Hier kannst du etwas tun. Man kann ihre Existenz nicht vergessen.
Mehr Stabilität, weniger Verwackeln
Eine Taste hat weitere Vorteile: Wenn ich über das Display auslöse, nutze ich eine Hand für den Bildschirm – die andere hält das Gerät. Ideal ist das nicht: Der Finger muss Druck ausüben, die Hand könnte verrutschen und das Handy wackelt minimal.
Mit der physischen Taste halte ich das Smartphone mit beiden Händen stabiler. Der Zeigefinger bedient die Taste, während beide Hände das Gerät stützen. Gerade beim Nachtmodus, wo das Handy ruhig gehalten werden muss, macht das einen Unterschied. Weniger Verwackeln, schärfere Bilder.
Vielleicht ist das auch der Grund, warum Apple die Taste beim iPhone 16 eingeführt hat. Sie funktioniert zwar auch mit einer Hand, aber optimal ist sie mit beiden Händen – wie bei einer richtigen Kamera.
Viele Hersteller haben den Nutzen aus dem Auge verloren
Früher gab es viele Handys mit Kamerataste, dann wurden es immer weniger. Kosten, Platzmangel im immer dünneren Handy-Design und bestimmt auch das Design dürften hierbei eine Rolle spielen.
In einigen Premiumgeräten kehrt die Taste nun aber wieder zurück – etwa im iPhone: Offenbar ist die Fotografie mit dem Smartphone dann doch so zentral, dass eine eigene Taste einfach Sinn ergibt. Ja, sehe ich auch so.
Und ja, ohne die Kamerataste funktioniert Fotografieren auch. Mit dem Display-Auslöser, Lautstärke oder multifunktionaler Seitentaste.
Aber: Multifunktionstasten, die je nach Kontext unterschiedliche Dinge tun, sind konzeptionell cool – aber in der Praxis vergisst man teilweise einfach, welche Funktionen sie haben. Eine Taste, die immer das Gleiche tut, ist das Gegenteil von verwirrend.
Fazit: Für mich ein unterschätztes Feature
Die physische Kamerataste ist kein Game-Changer und viele Handys bieten die Funktion bereits – nur eben oft versteckt. Allerdings empfinde ich eine gesonderte Kamerataste als sehr nützliches Feature – gerade in Zeiten, in denen viele das Smartphone als Kameraersatz verwenden.
Es ist eines dieser Features, über das man nicht viel redet, das aber in der Praxis seine Vorteile hat. Besonders, weil man sie eben nicht vergessen kann. Wer viel fotografiert oder einfach lieber mit stabilerem Griff und zwei Händen am Smartphone arbeitet, dürfte die Taste zu schätzen wissen.
Dass es sie bald in mehr Smartphones geben wird? Ich glaube nicht – viele Hersteller setzen wohl weiterhin eher auf Multifunktionsknöpfe, die die Funktion dann übernehmen, aber auch andere Dinge erledigen können. Sony zeigt in seiner Xperia-Reihe aber, dass es auch anders geht.

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