Ein Dokument kündigt Geschichtsschreibung an: Inmitten bürokratischer Sprache offenbart SpaceX die wahren Herausforderungen des 14. Testflugs des Starships. Während Elon Musk bereits hochstapelt, setzt ein einzelner Satz dem Ganzen die Krone auf.
Die Einlösung von jahrzehntealten Versprechen steht in Aussicht – und damit nicht weniger als die Grundlagen für die Raumfahrt von morgen.
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Das sind unsere Botschafter für die Ewigkeit jenseits des Sonnensystems - mit an Bord Clyde Tombaugh
Historische Meilensteine am Fließband
Der 14. Testflug des sogenannten vollintegrierten Starships steht für Ende August oder Anfang September an. Damit ist gemeint, dass das eigentliche Raumschiff als Oberstufe gemeinsam mit dem Super Heavy Booster startet und sich von ihm nach wenigen Minuten Flug abtrennt – und gen Weltall aufbricht.
Obschon zu Beginn alles identisch zum vorhergegangenen Flug ausschauen mag, unterscheiden sich die Ziele und Ablauf dieser Mission drastisch.
Die Grundlagen des zuletzt rundum erneuerten mehrere Tausend Tonnen schweren (mehr als zehn Boeing 747 Jumbos) Raumschiffes stellen wir euch derweil in diesem Artikel ausführlich vor.
Der Doppelfang als Beweis der vollständigen Wiederverwendbarkeit
Es sind nur wenige Worte, die die Revolution andeuten: »Die Erststufe (der Booster) wird zum Startplatz zurückkehren.« Dies ist in einem offiziellen Dokument der für Funkfrequenzen zuständigen US-Behörde (FCC) zu lesen.
Was das bedeutet: Nachdem Erst- und Oberstufe von Pad B der Starbase an der texanischen Küste abgehoben sind, behält sich SpaceX vor, dass der Super Heavy Booster dort landet – und nicht wie zuletzt im Golf von Mexiko im Zuge einer Wasserung endet. Besondere Brisanz erhält dies durch Aussagen vom Chef des Unternehmens, Elon Musk. Er befeuert nämlich glaubhafte Spekulationen, dass wir den ersten Doppelfang des Starships auf den Greifarmen des Starturms erleben könnten.
Denn vor dem vorherigen Flug stellte er in Aussicht, dass das Starship bei Flug 14 zum Startplatz zurückkehrt – anstatt im Indischen Ozean herunterzukommen. Einzige Voraussetzung: Es musste eine hohe Genauigkeit beim Anflug beweisen und das tat es, wie Musk vor wenigen Tagen auf X mitteilte. Die Landung des Starships, sei exakt genug verlaufen.
Es wäre die erste Rückkehr einer Raketenoberstufe überhaupt – das Space Shuttle (USA) bzw. die Buran der Sowjetunion als Spezialfälle ausgenommen. Den Booster (Erststufe) hat SpaceX bereits mehrfach in früheren Versionen gefangen – Premiere im Oktober 2024 während Flug 5.
Der Ablauf sähe wahrscheinlich so aus:
- Booster und Starship starten vom Startturm
- Starship trennt sich von Booster
- Booster kehrt zum Startturm zurück und landet
- Das Starship fliegt hinauf in den Orbit und umrundet einmal die Erde (hierzu gleich mehr)
- Währenddessen holt SpaceX den Booster vom Turm
- Anmerkung: Hier dürfte ein zentrales Problem liegen, an dem dieser Teil des Vorhabens scheitern könnte. Derzeit hat SpaceX nur ein betriebsbereites Pad. Das soll sich aber in den kommenden Monaten ändern, wodurch das enge Zeitfenster, um den Startturm freizumachen, als irrelevant wegfiele. Derzeit müssten sich die Techniker aber noch enorm beeilen.
- Das Starship tritt nach rund 1,5 Stunden wieder in die Atmosphäre ein
- Im Anschluss bremst es stark ab und fliegt den Startturm an, wo es schließlich auf den Fangarmen aufsetzt.
Die Falcon 9 legte für die Branche die Basis als erste wiederverwendbare Rakete überhaupt – eine ihrer Erststufen flog jetzt sogar genauso häufig wie alle europäischen Raketen innerhalb von fünf Jahren zusammengenommen.
Erster Orbit des Starships
Als Mittel zum Zweck und zugleich eigenes Gütesiegel für ein Raumfahrzeug soll das Starship während Flug 14 erstmals einen Orbit fliegen. Darunter verstehen Physiker eine Bahn um einen Planeten, die diesen komplett umrundet. Bisher hat das neue Raumschiff von SpaceX trotz rund ein Dutzend Flüge solch eine noch nicht erreicht – es blieb stets suboptimal. Für die Rückkehr zum Startpunkt in Texas muss es jedoch in buchstäblich bisher unerreichte Höhen aufsteigen.
Während das Raumfahrzeug auf seinem Orbit gen Heimat strebt, plant SpaceX zudem erstmals mit dem Starship Hardware auszusetzen, die in einem Betriebsorbit gelangt: konkret rund 20 Starlink-V3-Varianten. Bisher verglühten alle ausgesetzten Testlasten nach kurzer Zeit – ähnlich wie derzeit täglich mehrere Kommunikationssatelliten.
Versprechen einzulösen
Jenseits der technischen Errungenschaft warten wir hier auf den wohl bisher gewichtigsten Beweis für die Fähigkeiten des Starships. Alle bisherigen Flüge waren schickes Feuerwerk und beeindruckende Stunts – jetzt folgt der Test: Ist das Starship tatsächlich die Rakete der Zukunft oder eine glorifizierte Kunstflugröhre?
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