Am liebsten halte ich mich mit Tricking, Breakdance und einer Mitgliedschaft im Fitnessstudio fit. Vor etwas mehr als drei Monaten habe ich die Gelegenheit bekommen, ein sogenanntes Smart Home Gym zu testen – ein Gerät, das verspricht, ein ganzes Fitnessstudio in die eigenen vier Wände zu bringen.
Obwohl ich überzeugt bin, dass dieses Versprechen durchaus gehalten wird, gibt es eine Sache, die mich dennoch zurück ins Fitnessstudio zieht.
Fangen wir von vorn an.
Was ist das »Gym Monster 2«?
Das Speediance Gym Monster 2 ist im Grunde ein komplettes Fitnessstudio in einem kompakten Gerät, das man zu Hause aufstellen kann. Stellt euch vor, ihr könnt die meisten Gewichte und Trainingsgeräte, die ihr aus einem Fitnessstudio kennt – von Hanteln über Kabelzüge bis hin zu Rudermaschinen – in einem einzigen Gerät haben, das nur sehr wenig Platz einnimmt. Das ist das, was das Gym Monster 2 verspricht.
Es funktioniert nicht mit klassischen, schweren Gewichtsscheiben, sondern mit Elektromagneten, die digitalen Widerstand erzeugen. Das bedeutet, ihr könnt den Widerstand, also wie schwer sich eine Übung anfühlt, ganz einfach und zeitsparend per Fingertipp am 32-Zoll-Touchscreen oder mit einem Bluetooth-Ring einstellen.
Das Training ähnelt am stärksten dem Trainieren an Kabelzugmaschinen im Fitnessstudio.
Meinen ersten Eindruck und wie genau das Gym Monster 2 funktioniert, lest ihr in meinem ersten Artikel:
Die Vor- und Nachteile des Speediance Gym Monster 2 im Überblick
- Einklappbar, daher sehr platzsparend
- Für Anfänger und Profis geeignet
- 700 verschiedene Übungen
- Eingebauter Lautsprecher mit Apple Music-Integration
- Intensives Training sicher und ohne Partner möglich
- Keine Abos notwendig
- Extrem teuer
- Internetverbindung für fast alle Funktionen nötig
Einerseits kostet dieses Gerät mehr als 3.000 Euro (womit man stattdessen vier oder mehr Jahre in einem Fitnesstudio angemeldet sein kann) und zweitens ist für die meisten Funktionen eine aktive Internetverbindung nötig. Es gibt jedoch ein Programm für freies Training, mit dem man alle Übungen offline ausführen kann, solange man sie kennt.
Das Gym Monster 2 hat jedoch einige Funktionen, die ich ganz besonders schätze, weil sie einige Techniken des Krafttrainings ermöglichen, für die normalerweise ein Trainingspartner oder zusätzliches Equipment notwendig wären.
Training mit Fokus auf exzentrische Phase
Was ist die exzentrische Phase beim Trainieren? Beim Ausführen einer Übung unterscheidet man zwischen drei Phasen:
- Konzentrisch (positiv): Das Gewicht wird angehoben.
- Isometrisch (statisch): Das Gewicht wird gehalten.
- Exzentrisch (negativ): Das Gewicht wird abgesenkt.
In der exzentrischen Phase sind wir stärker – es ist einfach, ein schweres Gewicht abzusenken, als es anzuheben. So ist es etwa möglich, Klimmzüge zu trainieren, wenn man selbst noch keinen schafft.
Ihr hängt euch einfach an die Stange und lasst euch dann langsam und kontrolliert herunter. Ihr trainiert so genau die Muskulatur, die für Klimmzüge notwendig ist, und müsst praktisch nur die einfachere exzentrische Phase ausführen. Exzentrisches Training kann also sehr hilfreich für den Aufbau von Kraft und Muskulatur sein.
Beim Gym Monster 2 kann ich einstellen, dass bei jeder exzentrischen Phase das Gewicht automatisch erhöht wird. So etwas ist im Fitnessstudio oder mit Körpergewichtsübungen nicht so einfach möglich.
Beispiel: Bei einem Bizeps-Curl hebe ich bis zur vollen Beugung meiner Arme 12 Kilogramm. Beim Absenken des Gewichts wird der Widerstand auf 16 Kilogramm erhöht. Vor dem Beginn der nächsten Wiederholung wird das Gewicht für die konzentrische Phase wieder auf 12 Kilogramm gesenkt. Dasselbe lässt sich auf alle anderen Übungen übertragen.
Training mit virtuellen »Spotter«
Was ist ein Spotter? Ein Spotter ist ein Trainingspartner oder eine Trainingspartnerin, der/die euch bei den letzten besonders schweren Wiederholungen hilft. Beim Training erreichen eure Muskeln irgendwann den Punkt der Erschöpfung, aber ein Spotter kann euch unterstützen, noch ein oder zwei Wiederholungen zu schaffen oder bei Übungen wie dem Langhantel-Bankdrücken sicher zu bleiben.
Mit diesem Smart Home Gym könnt ihr einen virtuellen Assistenten einschalten. Sollte das Gerät bemerken, dass ihr das Trainingsgewicht nicht mehr heben könnt, weil ihr es kaum noch bewegt, wird es automatisch um einige Kilogramm verringert. So könnt ihr praktisch nahtlos in sogenannte Drop-Sets übergehen. Bei solchen wird das Gewicht nach jedem Satz etwas verringert, um die Muskulatur noch stärker zu ermüden.
Training mit virtueller Kette
Was bringt das Trainieren mit einer Kette? Stellt euch vor, ihr habt eine schwere und lange Stahlkette um eure Hüfte gebunden, bei der ein Großteil dieser auf dem Boden liegt. Jetzt führt ihr damit einen Klimmzug aus. Je höher ihr euch zieht, desto schwerer wird die Wiederholung, weil ihr immer mehr Teile der Kette vom Boden anhebt.
Bei einigen Übungen, wie etwa dem Klimmzug, ist der höchste Punkt beim Anheben des Gewichts am leichtesten. Das Trainieren mit einer Kette wirkt dem entgegen und macht somit selbst einfache Phasen der Wiederholung zur Herausforderung.
Das Gym Monster 2 unterstützt einen Ketten-Modus, der das Gewicht bei der konzentrischen Phase, also beim Anheben des Gewichts, graduell bis zum höchsten Punkt erhöht. Beim Absenken wird es dann sukzessiv wieder auf die ursprüngliche Einstellung verringert.
Ich habe diese Funktion gerne beim Bankdrücken und bei stehenden Bizeps-Curls verwendet, da bei diesen Übungen die höchste Position in der Regel sehr einfach ist.
Auf der nächsten Seite erkläre ich euch anhand 13 beliebter Übungen, wie es sich am Gym Monster 2 trainiert und warum ich immer noch einen triftigen Grund für das Fitnessstudio sehe.
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