Spielen heißt faul herumsitzen? Nicht bei mir. Ich habe zwei Monate lang Dragon Age: The Veilguard von meinem Walkingpad aus durchgespielt.
Mir hat das so gutgetan, dass ich diese Erfahrung gerne mit euch teilen möchte. Es gibt aber auch ein paar Dinge zu beachten.
Aber erst einmal auf Anfang: Ursprünglich hatte ich das Walkingpad fürs Homeoffice gekauft und dort auch monatelang während der täglichen Meetings benutzt.
Was ich dabei immer etwas schade fand: Ich konnte es wirklich nur in Gesprächen verwenden. Beim Arbeiten habe ich es im Gehen nie geschafft, richtig zu tippen, weil das Laufband mich immer vom Tisch weggetragen hat. Also waren die aktiven Laufzeiten eher gering.
Dragon Age war schon vorher mein Sport-Spiel
Während ich im Januar anfing, Dragon Age: The Veilguard zu spielen, fiel mir auf, wie lange alleine das Erstellen meines Charakters bei mir dauerte.
19:31
Was kann das neue Bioware? - Dragon Age: The Veilguard im Test / Review
Als ich dann nach rund zwei Stunden dazu aufgefordert wurde, nun auch noch meine Inquisitorin aus dem vorangegangenen Teil zu generieren, war ich den Tränen nahe. Denn auch diese noch einmal abzubilden, kostete Zeit.
Aber dadurch fiel mir etwas wieder ein. Ich habe Dragon Age: Inquisition und die dazugehörigen, fantastischen DLCs vorwiegend von meinem Crosstrainer aus (mehrmals) durchgespielt.
Damals hatte ich das Spiel für den PC und einen großen Monitor auf dem Wohnzimmertisch stehen. Dazu benutzte ich ein kabelloses Gaming-Headset und einen Controller. So konnte ich wunderbar spielen und den Crosstrainer benutzen.
Eine Spielesession dauerte damals nicht selten drei bis sieben Stunden. Mit der Zeit war ich so fit, dass ich mir Gewichte für die Hand- und Fußgelenke gekauft und dabei angelegt hatte.
Vom Walkingpad aus spielen ist perfekt für mich
Das Spielen vom Crosstrainer aus endete, als dieser begann, ein lautes, ratterndes Geräusch von sich zu geben. Ich weiß bis heute nicht, was da kaputt ist. Aber da ich jetzt ein Walkingpad habe und mir mit meinem Herzfehler auch einfaches Cardio-Training reicht, bin ich damit erst einmal zufrieden.
Gerade in Titeln wie Dragon Age, wo man mit seinem Charakter über längere Zeit weite Strecken im Spiel zurücklegt, bietet es sich an, sich auch selbst zu bewegen. Es bietet sich nicht nur an, es hilft mir sogar dabei, die Spielwelt immersiver wahrzunehmen.
Ich mache quasi das, was meine Spielfigur macht: Herumlaufen. Das verknüpft mich mit meinem Spielcharakter so gut, dass ich mich immer wieder darauf zurückbesinnen musste, nicht jede Bewegung mitzumachen.
In Kämpfen neigte ich beispielsweise dazu, zusammen mit Hauptfigur Rook ausweichen zu wollen. Das ist natürlich ein Risiko. In meinem Fall habe ich mich aber schnell daran gewöhnt und bin glücklicherweise nie gestürzt.
Das Schöne daran ist: Während innerhalb der Spielwelt gefühlt nur wenige Minuten verstreichen, weil ich die ganze Zeit etwas erlebe, Missionen nachgehe und Gesprächen folge, stehe ich in Wirklichkeit mehrere Stunden auf meinem Walkingpad und bewege mich.
Nebenbei halte ich durchgehend den DualSense-Controller hoch, sodass auch die Arme ein klein wenig mit beansprucht werden.
Egal, wie langsam ich dabei gehe, es ist noch immer mehr Bewegung, als wenn ich einfach bloß auf der Couch herumlümmel.
Am Anfang traute ich mir nur die geringste Geschwindigkeit zu. Mit meinem Voranschreiten in The Veilguard wurde mein Tempo aber immer schneller.
So legte ich an einem Tag, fast schon joggend, Tausende Schritte zurück und erlebte nebenbei das Spiel. Da ich Titel wie diesen gerne auf 100 Prozent spiele und manchmal ein wenig perfektionistisch bin, benötigte ich locker über 100 Stunden Spielzeit.
Lediglich, wenn ich körperlich oder mental angeschlagen war, spielte ich zwischendurch auch mal kürzere Zeit konventionell vom Sofa aus auf meiner PlayStation 5.
Insbesondere Menschen, die in ihrer Freizeit kaum dazu kommen, Sport und Gaming unter einen Hut zu bekommen (beides kann sehr zeitintensiv sein), können hier so wie ich profitieren. Ich bin dank dieser Kombination spielend fitter geworden.
Welches Walkingpad ist das Richtige zum Spielen?
Für mich reichte ein ganz simples Walkingpad ohne besondere Features. Ihr solltet aber darauf achten, dass das Laufband lang und breit genug ist. Die Lauffläche bei meinem ist beispielsweise circa 38 x 100 Zentimeter groß. Für mich reicht das locker.
Außerdem sollte es sehr langsames Gehen erlauben (1 km/h). Eine Fernbedienung ist von Vorteil, aber die haben in der Regel alle modernen Walkingpads.
Alles darüber hinaus müsst ihr euch selbst überlegen. Es gibt wahlweise auch welche mit App-Anbindung, Steigungswinkeln und anderen Zusätzen.
Was ihr beim Spielen vom Walkingpad aus beachten solltet:
- Macht euch mit eurem Gerät vertraut und benutzt es ohne Ablenkung.
- Wenn ihr euch daran gewöhnt habt, prüft in einem sicheren Umfeld, ob ihr es bei geringer Geschwindigkeit schafft, das Walkingpad zu benutzen, ohne dabei nach unten zu sehen.
- Holt euch zur Not, eine weitere Person hinzu, die euch auffangen kann, wenn ihr stürzt oder macht es wie beim Bouldern, wenn kein Kletterpartner zur Verfügung steht und legt euch Crashpads oder Turnmatten um das Laufband herum. Es mag übertrieben wirken, aber es gibt Menschen, die Probleme haben, sich zuverlässig zu koordinieren und Stürze auf das Gerät oder daneben können überraschend starke Verletzungen nach sich ziehen. Also nehmt das bitte ernst.
- Solltet ihr hier bereits merken, dass ihr immer wieder neben die Lauffläche tretet, wechselt zu Schritt 1 oder überdenkt, ob ein Walkingpad wirklich die richtige Wahl für euch ist.
- Versucht, euch einen Film oder eine Serie beim Gehen anzusehen.
- Wenn das klappt, könnt ihr versuchen, ein simples Spiel mit dem Controller auf dem Laufband zu spielen. Bleibt dabei langsam.
- Ab hier könnt ihr frei herumprobieren. Ihr habt nun ein Gefühl für das Gehen und Laufen unter visueller Bewegungsablenkung bekommen.
Allgemeine Hinweise: Spielt nicht von Walkingpad aus, wenn ihr euch körperlich oder mental unwohl fühlt. Auch unter Einfluss von sinnesverändernden Substanzen solltet ihr das Laufband nicht benutzen. Dazu gehören auch entsprechende Medikamente und Alkohol. Übt auch das Auf- und Absteigen vom Walkingpad bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Benutzt das Gerät nicht, wenn es beschädigt ist oder ihr müde seid. Achtet darauf, dass eure Haustiere, falls vorhanden, nicht zu Schaden kommen. Bedenkt, dass das Spielen mit einem Kopfhörer oder Headset ebenfalls eine Eingewöhnung beim Laufen benötigen kann. Menschen, denen beim Bus-, Bahn- oder als Beifahrer im Auto schlecht wird, sind unter Umständen anfälliger für Schwindel und Übelkeit beim Spielen vom Laufband aus. Hört auf zu spielen, wenn ihr euch unwohl fühlt. Prüft immer wieder, ob die Fernbedienung noch einwandfrei funktioniert.
Nachdem ich Dragon Age: The Veilguard mit allen Trophäen durchgespielt hatte, schaute ich erst einmal etwas trostlos aus der Wäsche. Irgendwie fand ich kein passendes Ersatzspiel.
Mit dem gestrigen Erscheinen von Assassin's Creed Shadows kann ich nun aber endlich wieder in einer opulenten offenen Spielwelt umherrennen und freue mich schon richtig darauf. Das Spiel ist installiert und das Wochenende steht vor der Tür.
Das hier ist ein simpler und sehr persönlicher Erfahrungsbericht von mir. Was mir in meinem speziellen Fall geholfen hat, muss bei euch nicht genauso funktionieren. Ich hoffe dennoch, ich konnte dem ein oder anderen vielleicht etwas Inspiration liefern oder sogar helfen.

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