Wie wir euch bereits im Februar berichtet haben, ist das Mindseye in der Welt von Mark Gerhard gar kein gescheitertes Open-World-Fiasko, sondern das Opfer einer großangelegten Sabotage-Verschwörung.
In einem aktuellen Interview mit GamesBeat legte der CEO von Build a Rocket Boy nun nach – und sorgt mit einigen bizarren Äußerungen für Stirnrunzeln.
Agent Gerhard und die Behörden ermitteln
Laut Gerhard ist die Sache mittlerweile ein Fall für die echte Justiz – zumindest, wenn man seinen Worten Glauben schenkt. Er gab an, dass Behörden in den USA und im Vereinigten Königreich wegen »krimineller Wirtschaftsspionage« ermitteln, und deutete sogar einen bevorstehenden Schlag gegen die ominösen Hinterleute an:
Wir haben die Beteiligten identifiziert, und der Fall liegt nun bei den Behörden im Vereinigten Königreich und in den USA. Ich kann bestätigen, dass sie uns bei diesen Ermittlungen unterstützen, aber nun liegt die Sache in ihren Händen.
Wir werden es ihnen überlassen, ihre Arbeit zu tun, Festnahmen vorzunehmen oder zu gegebener Zeit entsprechende Erklärungen abzugeben. Ich denke, wir werden zu diesem Zeitpunkt keine weiteren Angaben dazu machen. Wir werden einfach den natürlichen Lauf der Justiz seinen Gang gehen lassen.
Dass ein CEO in einem Branchen-Interview so freimütig über angeblich kurz bevorstehende Festnahmen plaudert, ist mehr als ungewöhnlich – unserer Erfahrung nach hüllen sich Firmen, sobald es ums Rechtliche geht, sofort in Schweigen.
9:21
Mindseye im Test: Diese Open World ist einfach nur zum Glotzen
Verdoppelte Verkaufszahlen und die Realität
Besonders kurios wirken Gerhards Aussagen zum aktuellen Erfolg des Spiels. Trotz eines miesen Metacritic-Scores von 39 und einer User-Wertung von 2,6 behauptet er:
- Die Verkäufe würden sich »fast wöchentlich verdoppeln«.
- Das Spiel werde inzwischen »sehr gut rezensiert«.
- Die Refund-Quoten seien völlig normal und lägen im niedrigen, einstelligen Prozentbereich.
Ein Blick auf SteamDb offenbart jedoch ein trauriges Bild. Zum Zeitpunkt dieses Artikels spielten gerade einmal elf Personen gleichzeitig Mindseye auf Steam. Der Peak der letzten 30 Tage lag bei mickrigen 43 Spielern. Von fetten Verkaufszahlen kann also objektiv keine Rede sein.
Immerhin eine wirklich positive Nachricht gibt es doch: Studio-Gründer und GTA-Veteran Leslie Benzies ist aus einem verlängerten Urlaub zurück, den er nach dem desaströsen Launch angetreten hatte.
Mit ihm an Bord soll der geplante Relaunch von Mindseye gelingen, sobald die »Interferenzen von außen« endgültig gestoppt sind. Ob die Rückkehr des Masterminds hinter GTA 5 jedoch ausreicht, um das Ruder herumzureißen, bleibt zweifelhaft.
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