Mittlerweile sind mehrere Wochen vergangen, seitdem Spotify auf den KI-Hype aufgesprungen ist und mit DJ Ben
einen persönlichen Kuratoren veröffentlicht hat.
Wie ein echter DJ, erstellt Ben für euch eine Playlist mit euren Lieblingslieder, neuen Releases und passenden Tracks.
Ich höre im Alltag sehr viel Musik und das das Querbeet durch fast alle Genres. So laufen beim Arbeiten oft Minimal-House-Beats zum Konzentrieren oder beim Sport eher schnellere Upbeat- und Metal-Titel.
Normalerweise habe ich dafür verschiedene Playlists, wobei ich am Ende dennoch oft dazu neige immer wieder dieselben Lieder zu hören. Genau an dieser Stelle soll Spotifys KI helfen – wobei sie aktuell nur für Premium Nutzer verwendet werden kann.
DJ Ben
erstellt keine einfachen Playlists: Die künstliche Intelligenz wählt nach einem eher zufälligen Prinzip Lieder aus, die in Stil Geschwindigkeit oder Inhalt gut zusammenpassen und kündigt sie mit kurzen Einsprechern
an.
Ich habe über eine Woche lang nur die Musikauswahl des DJs gehört und niemals damit gerechnet, was mich am Ende erwartet hat.
Neue Lieblingssongs, Klassiker und aktuelle Releases: So vielfältig ist DJ Ben
Generell ist es interessant zu wissen, dass Spotifys DJ unter verschiedenen Namen auftritt und unterschiedliche Stimmen besitzt. In Deutschland haben wir etwa DJ Ben
mit einer eher männlichen Stimme. In Frankreich legt dagegen die weibliche Maïa auf.
In ihrer Funktionsweise unterscheiden sich die Varianten aber nicht. Deshalb bleibe ich beim deutschen Modell, auch wenn ich in den Spracheinstellungen zwischen den verschiedenen Modellen wählen könnte.
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GameStar Talk: Macht KI die Musik kaputt?
Der DJ ist in der unteren rechten Menüleiste oder auf der Startseite zwischen den Playlists zu finden. Nur ein Klick und schon beginnt die KI, mir ein eigenes Musikprogramm zusammenzustellen.
Ein großer Teil der Lieder besteht aus meinen aktuell am häufigsten gehörten Lieder, wobei auch einige neue Releases und ältere Hits eingespielt werden. Besonders häufig stellt Ben die Lieder allerdings nach ihrer Stimmung zusammen, sodass ich beispielsweise ruhige
, rockige
oder motivierende
Songs höre.
»Hey DJ, ich habe da mal einen Songwunsch« – So findet das Spotify-Tool meine Musikwünsche
Zusätzlich zum Zufallsmix kann ich auch Anfragen an DJ Ben
stellen. Meine Musikwünsche tippe ich dafür einfach in die Chatbox der KI ein oder kann in einem direkten Gespräch mit dem Tool sagen, was ich suche.
Im Alltag habe ich die Funktion seltener verwendet, da ich Musik meistens beim Arbeiten, Autofahren oder im Fitnessstudio höre – und dort ist es nur schwer möglich mit Ben zu interagieren.
Dennoch habe ich natürlich gleich zu Beginn meines Tests ein paar Anfragen gestellt. Diese liefen so gut, dass mich die künstliche Intelligenz tatsächlich überrascht hat.
Neben direkten Artist-Anfragen habe ich vor allem nach Genres und emotionsübertragenden Liedern gesucht – also beispielsweise nach energiegeladener, vorwärtsbringender Musik.
Aber auch präzise Wünsche nach bestimmten Musikarten hat einwandfrei funktioniert. Unter anderem habe ich den DJ nach »Underground Techno Bunker Lo-Fi« gefragt und genau das Ergebnis bekommen, das ich wollte.
Unbeabsichtigt lustig: DJ Ben
wird durch seine eigenen Fehler noch besser
Während ich meinen neuen Freund DJ Ben
im Einsatz hatte, sind immer wieder kleine, aber harmlose, Fehler aufgetreten. Zu den klassischen und mitunter lustigsten Errors gehörten die ständig falsch ausgesprochenen Namen.
Bei deutschen und englischen Namen bin ich am Anfang noch optimistisch gewesen und bin davon ausgegangen, dass nur fremdsprachige Namen oder Fantasie-Namen falsch ausgesprochen werden.
Die Realität: Der KI-DJ schafft es keinen einzigen Namen richtig auszusprechen. Die Sängerin Aurora wurde so etwa zu »Arura«, System of a Down zu »System of your Daun« und der Rapper Lemur zu »Lieh-Mu«.
Der absolute Endgegner bleiben jedoch Namen mit Symbolen oder Zahlen. Hier reimt sich das Werkzeug endgültig zusammen wie die Artists denn nun wirklich heißen. Der kanadische Rapper Bbno$
wurde so zum Beispiel kurzerhand in »Boss« umbenannt.
Plötzliche Song-Skips und andere Bugs
An einer anderen Stelle sagt mir Ben, dass »jetzt etwas Entspanntes« kommt, woraufhin plötzlich die App stoppt – das könnte ich glatt als Kritik an meinem Musikgeschmack interpretieren.
Teilweise hat der KI-DJ auch selbstständig Lieder geskippt. So durfte ich etwa bei einem Song von Linkin Park nur die ersten drei Takte genießen, bevor es direkt mit einem Anime-Soundtrack weiterging.
Auch bei den Zeitangaben hat sich das Tool teilweise schwergetan. Erst kündigt mir der DJ stolz an die besten Hits aus den 70er-Jahren zu präsentieren und spielt daraufhin einen Techno-Remix eines Kraftwerk Songs aus dem Jahr 2010.
Der KI-Fiebertraum von Spotify ist etwas, das mir gefehlt hat – auch wenn ich es nicht wusste
Während meines Tests habe ich eine wirklich bunte Auswahl an Lieder und Interpreten erlebt. Dabei hat mir DJ Ben
zahlreiche Lieder vorgespielt, die bei mir schon fast in Vergessenheit geraten sind.
Zusätzlich habe ich bei den aktuellen Releases einige neue Lieder entdeckt und direkt abgespeichert.
Natürlich war nicht jeder Song ein Volltreffer und ich habe auch das eine oder andere Lied übersprungen, das Ben für mich aufgelegt hat.
Abschließend kann ich sagen, dass ich ein echter Fan der Funktion bin. Und das, obwohl ich neuen KI-Features meistens eher kritisch gegenüberstehe.
Die Fehler und Bugs des Tools sind zum einen vernachlässigbar, zum anderen aber auch eine wirklich lustige Unterhaltung.
Vor allem dann, wenn Ben in seiner fast schon emotionslosen, monotonen Art daran verzweifelt »Corvus Corax« auszusprechen.





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