Obwohl Publisher Electronic Arts Ende 2022 die offizielle Fifa-Lizenz verloren hat, entwickelt sich die seitdem in EA Sports FC umbenannte Fußball-Simulationsreihe prächtig. Zwar brachen die Verkäufe mit dem Namenswechsel laut Analysten kurzfristig um rund 5 Prozent ein, insgesamt konnte die Reihe ihre Umsätze seitdem aber weiterhin ordentlich steigern.
Die Gründe dafür liegen unter anderem in der verstärkten Monetarisierung durch Mikrotransaktionen und den weiterhin bestehenden Liga-Lizenzen als Lockfaktor für Fans.
Den Fifa-Spielen war seitdem hingegen kein wirklich glückliches Schicksal beschieden. Der Fußball-Weltverband brachte seitdem ein Mobilegame mit dem Titel Fifa Heroes und ein virtuelles WM-Event in Konamis eFootball auf die Straße. Zuletzt erschien in diesem Juni pünktlich zur Weltmeisterschaft ein Netflix-Spiel mit dem Titel Fifa World Cup: Launch Edition, das mit dem Smartphone gesteuert werden konnte.
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Ein historischer Reinfall für die Fifa
Der Titel sollte laut Fifa-Boss Gianni Infantino nicht weniger als ein historischer Schritt
für die Fifa werden. Der Verbands-Präsident versprach sich von dem Netflix-Spiel, weltweit Millionen von Fußballfans aller Altersgruppen zu erreichen und das Konzept des Simulations-Genres neu zu definieren
(via heise.de). Allerdings sind scheinbar auch in diesem Fall Infantinos Ansprüche an der Realität gescheitert.
Denn beim zuständigen Entwicklerstudio Refactor Games werden nun 85 Prozent der Belegschaft entlassen. Laut einem Bericht von Insider Gaming sind davon rund 80 Angestellte betroffen. Als Grund sei den Entwicklern bei einem Meeting Ende Juli mitgeteilt worden, dass Publisher Delphi Interactive seine Finanzierung für das Studio mit sofortiger Wirkung beendet habe.
Das Studio solle zwar mit einer reduzierten Rumpfmannschaft weiterbestehen; eine Abfindung für die Betroffenen soll es aufgrund der fehlenden Finanzmittel allerdings nicht geben. Das kalifornische Studio war 2022 mit dem Football Simulator bekannt geworden und beschäftigte seitdem mehrere ehemalige Entwickler von EA Sports, 2K Sports und OneTeam Partners.
Kaum Spielerbindung
Die Ursache für die Entlassungen dürfte in der insgesamt schlechten Rezeption von Fifa World Cup: Launch Edition auf Netflix liegen. Zwar hatte der Streaming-Riese noch vor einigen Wochen mitgeteilt, dass Spiel hätte den zweiterfolgreichsten Start in der Geschichte des hauseigenen Cloudgaming-Dienstes hingelegt; allerdings hat Fifa World Cup diese Spielerzahlen und auch die angestrebte Verweildauer der User scheinbar nicht lange halten können.
Schon zum Launch war rasch klar geworden, dass das Spiel qualitativ nicht mit der Fußball-Sim-Konkurrenz aus dem Hause EA mithalten kann. Entwickelt wurde unter hohem Zeitdruck, um pünktlich zur Fifa-WM auf dem Markt zu sein.
Abnehmer Netflix bestand zudem auf einer vergleichsweise unpräzisen Steuerung per Smartphone-Bildschirm; das Handy wurde via QR-Code mit dem Fernseher gekoppelt. Die hohen Kosten für die Fifa-Lizenz dürften Publisher Delphi ebenfalls finanziell unter Druck gesetzt haben.
Eigentlich hatten Delphi Interactive und Netflix vor dem Launch noch davon gesprochen, zu einem späteren Zeitpunkt deutlich mehr Gameplay-Tiefe ins Spiel bringen zu wollen; der reduzierte Umfang von Fifa World Cup: Launch Edition sei wegen des Termindrucks durch die WM unvermeidlich gewesen. Diese Pläne dürften nun allerdings vom Tisch sein.
Mehr News rund das »echte« Fifa von EA findet ihr in der obigen Linkbox. Denn im September erscheint bereits der nächste Teil von EA erfolgreicher Fußballsim-Reihe.
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