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Star Trek: Das schlimmste Verbrechen der Föderation hätte vor 27 Jahren beinahe eine gesamte Spezies grausam ausgerottet

In Deep Space Nine verpasste die Sternenflotte eine große Chance zu zeigen, dass sie zu ihren Prinzipien und Werten steht. Das hätte beinahe Tausende Tote zur Folge gehabt.

Odo (René Auberjonois) wird in Deep Space Nine unwissentlich für die dunklen Machenschaften von Sektion 31 benutzt. Bildquelle: Paramount Odo (René Auberjonois) wird in Deep Space Nine unwissentlich für die dunklen Machenschaften von Sektion 31 benutzt. Bildquelle: Paramount

Frieden, Vielfalt, Humanismus, Diplomatie – Für all diese Sachen und noch so viel mehr steht die Föderation seit Anbeginn des Sci-Fi-Universums Star Trek ein. Doch selbst die weißeste Weste bekommt irgendwann Flecken und dann wird es richtig unschön …

Sektion 31 und das morphogene Virus

Der Krieg gegen die interstellare Großmacht Dominion von 2373 bis 2375 verlangt der Sternenflotte so einiges ab – dunkle Zeiten brechen an. Die Geheimorganisation Sektion 31 entwickelt bereits ein Jahr zuvor das morphogene Virus, das die Gründer – eine Spezies von Gestaltwandlern und die Anführer des Dominion – auslöschen soll.

Der genaue Ablauf des Plans: Die Organisation infiziert das Wechselbalg Odo (René Auberjonois) mit dem Virus, der sich gerade im Hauptquartier der Sternenflotte medizinisch untersuchen lässt. Wenig später überträgt er die Krankheit unwissentlich auf seine Artgenossen als er Kontakt mit der Großen Verbindung aufnimmt (so nennt die Spezies das kollektive Bewusstsein, in dem sie alle miteinander verschmolzen sind).

Dr. Bashir (Alexander Siddig) entdeckt in der 21. Folge von Deep Space Nine Staffel 7, dass Odo mit dem Virus infiziert ist, und versucht, ein Heilmittel zu finden. Als Odo erfährt, dass er der Grund für das baldige Massensterben seiner Spezies ist, möchte er seine Artverwandten natürlich retten.

Doch die Föderation weigert sich, die Arznei weiterzugeben, da die Aushändigung seinen derzeit größten Gegner wieder stärken würde. Also dringen Dr. Bashir und Miles O’Brien (Colm Meaney) in das Bewusstsein des Sektion-31-Agenten Luther Sloan (William Sadler) ein, um so an die chemische Formel zu kommen. 

So kann Bashir das Gegengift letztendlich herstellen, Odo verbindet sich mit der Anführerin des Dominions und dadurch wird die Große Verbindung komplett geheilt.

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Die Föderation sah bewusst weg

Auch wenn Sektion 31 hier die Weichen für eine Katastrophe stellt, ist es die Föderation, die letztendlich das Beinahe-Todesurteil der Gründer unterschreibt. Die Geheimorganisation ist für ihre mitunter unmenschlichen und extremen Methoden bekannt, aber als vernünftige und wohlwollende Instanz hätte die Föderation diesen dunklen Plan sofort aufhalten können. 

Letztendlich sind es jedoch zwei Mitglieder (Dr. Bashir und Miles O'Brien) aus den Reihen der Sternenflotte, die ihre direkten Befehle missachten, die gewohnten positiven Werte vertreten und verhindern, dass sich die weiße Weste der Föderation komplett rot färbt.

Der Virus trägt am Ende sogar maßgeblich dazu bei, dass die Föderation den Krieg gewinnt. Denn durch die Krankheit sind die Gründer sichtlich geschwächt. Hinzu kommen zwar noch andere Faktoren wie die Cardassianische Rebellion oder die Unterstützung durch die Romulaner, aber ohne das Einschreiten von Sektion 31 hätte der Krieg auch anders ausgehen können.

Ob das eine solche Maßnahme rechtfertigt, bleibt wohl bis heute Ansichtssache und ein großer Diskussionspunkt unter Trekkies. In einem Punkt haben Captain Sisko (Avery Brooks) und Bashir aber recht: In dem Moment, wo sich die Föderation gegen die Herausgabe des Gegenmittels entscheidet, büßt sie einen Teil ihrer guten Seele ein.


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