2005 kam Star Wars: Episode 3 - Die Rache der Sith in die Kinos. Als großes Finale der Prequel-Trilogie sollte er George Lucas' Star-Wars-Saga um Anakin Skywalker beziehungsweise Darth Vader ursprünglich abschließen; heute sind wir schlauer.
Nichtsdestotrotz lastete durch diesen geplanten Abschluss ein großer Druck auf den Filmemachern, und damit auch auf dem Autor, der den dazugehörigen Roman verfasste. Für Die Rache der Sith setzte sich Matthew Stover an die Schreibmaschine. 20 Jahre später erinnert er sich, wie das damals für ihn war.
»Das größte Publikum meiner Karriere«
Episode 3 feiert dieses Jahr sein 20-jähriges Jubiläum. Während der Film vielleicht nicht zu den beliebtesten Star-Wars-Filmen zählt, wird die dazugehörige Roman-Adaption von vielen Fans hochgehandelt.
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Star Wars Episode III: Die Rache der Sith - Original-Trailer zur Download-Fassung - Original-Trailer zur Download-Fassung
Der Jubiläumsausgabe von Die Rache der Sith liegen Autorennotizen von Stover bei, in denen er die Entstehungsgeschichte des Buches erläutert. Über Entertainment Weekly kann die neue Einleitung gelesen werden und dort gesteht er, dass der Vertragsabschluss damals nicht nur für Freudensprünge gesorgt hat.
Stover resümiert, wie aufgeregt er vor seinem Treffen mit George Lucas war, weil es für ihn das Größte in seiner beruflichen Laufbahn gewesen sei. Doch schon davor hatte er einiges aufzuarbeiten. Kurz nach Unterzeichnung des Vertrags erlitt Stover eine Panikattacke.
Auslöser war, dass ich mich törichterweise dazu verpflichtet hatte, den Schlussstein im Bogen der Skywalker-Saga für das größte Publikum meiner Karriere zu schreiben – und das gesamte
Star-Wars-liebende Universum würde auf eine spannende Weltraumoper hoffen, und das trotz der schlichten Tatsache, dass jeder wichtige Handlungspunkt seit Jahrzehnten verraten worden war.
Da diese Trilogie vor den Episoden 4 bis 6 spielte, waren das Schicksal der Hauptfiguren und der weitere Verlauf der Geschichte den Fans der Reihe bereits bekannt. Stover musste die Spannung im Roman aber trotzdem irgendwie aufbauen und halten, was ihm Sorge bereitete.
Darüber hinaus musste er das Buch schreiben, ohne den Film vorher gesehen zu haben. Zu allen bis dahin veröffentlichten Star-Wars-Filmen erschienen die Romanfassungen zeitgleich mit dem Kinostart. Stovers Adaption musste also lange bevor der Film überhaupt fertig geschnitten war, zu Papier gebracht werden.
Schlussendlich ließ er sich beim Aufbau der Geschichte von griechischen Tragödien inspirieren. Die historischen Theaterstücke hatten mit ganz ähnlichen Problemen zu kämpfen, denn auch ihre Geschichten waren dem Publikum meistens bereits vor der Aufführung bekannt. So wurde Die Rache der Sith eine Art tragischer Mythos; düsterer, als man es normalerweise von Star Wars gewohnt war.
Darüber hinaus arbeitete Stover Elemente aus dem erweiterten Star-Wars-Universum ein, also Aspekte aus Medien, die über die Kinofilme hinausgingen. Das ermöglichte ihm, die Figuren auf einer persönlicheren Ebene zu entwickeln und so die Leser-Bindung zu vertiefen.
Wenn Obi-Wan sich an etwas über Jabiim erinnert, kennen die Leser diese düstere Geschichte. Sie haben sie mit diesen Charakteren durchlebt. Langjährige Leser haben diese Leute durch Jahrzehnte voller Dramen begleitet, die hirnschmelzende Horrorgeschichten, unzerbrechliche Freundschaften und eine erstaunliche Menge an Dingen beinhalten, die einem das Herz brechen und einen in derselben Geschichte zum Lachen bringen können.
Am Ende verlief das Treffen zwischen Stover und Lucas anders als erwartet. Die Zeit reichte nicht annähernd aus, um alle von Stovers Gedanken zu offenbaren. Auf die Frage, wie genau er sich beim Schreiben des Romans an das Drehbuch des Films halten soll, antwortete Lucas nur: »Mach dir darüber keine Gedanken. Solange du die Geschichte nicht verstößt, kannst du tun, was du willst.«
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