Star Wars: Wie viel würde es kosten, einen Sternenzerstörer in echt zu bauen?

40 Millionen Tonnen, Billionen für Antrieb und Transport: Eine neue Berechnung zeigt, was der Bau eines echten Sternenzerstörers kosten würde.

Ein einfacher Sternenzerstörer dürfte einen beachtlichen Teil des Budgets selbst eines galaktischen Imperiums ausmachen. (Bildquelle: Disney, Star Wars) Ein einfacher Sternenzerstörer dürfte einen beachtlichen Teil des Budgets selbst eines galaktischen Imperiums ausmachen. (Bildquelle: Disney, Star Wars)

Die Sternenzerstörer aus Star Wars zählen zu den ikonischsten Raumschiffen der Filmgeschichte. Ihre Dimensionen sind gewaltig: 1.600 Meter lang, 985 Meter breit und 455 Meter hoch.

Dagegen wirkt selbst ein moderner Flugzeugträger wie die USS Gerald R. Ford mit ihren 337 Metern Länge fast winzig. Schon ihr Bau verschlang rund zwölf Milliarden Euro – die Entwicklungskosten noch nicht eingerechnet.

Was würde dann erst ein Sternenzerstörer der Imperial-I-Klasse kosten?

Informationen vorweg

Mit absoluter Sicherheit lässt sich das nicht sagen. Zu viele der dafür nötigen Technologien, etwa für Antrieb oder Bewaffnung, existieren (noch) nicht. Entsprechend können die Kosten nur grob geschätzt werden.

Auch die grundlegende Konstruktion bleibt weitgehend unbekannt. Neben den Abmessungen findet sich lediglich eine konkrete Angabe zum Gewicht: rund 40 Millionen Tonnen.

Im Star Wars-Universum werden die mächtigen Kriegsschiffe in orbitalen Werften gebaut. Wenn die nötigen Rohstoffe von Monden oder Asteroiden stammen, muss das Material nicht erst in eine Umlaufbahn transportiert werden – ein erheblicher Kostenvorteil.

Aus heutiger Sicht ist das jedoch noch ferne Zukunftsmusik. Für eine realistische Kalkulation gehen wir daher konservativ davon aus, dass sämtliches Material von der Erde aus gestartet werden müsste.

Transportkosten

40 Millionen Tonnen Material in den Weltraum zu befördern, wäre selbst unter idealen Bedingungen eine gewaltige logistische Herausforderung.

Selbst bei extrem optimistischen zehn Euro pro Kilogramm – also 10.000 Euro pro Tonne – lägen die Startkosten bereits bei rund 400 Milliarden Euro

Langfristig und bei häufigem Einsatz eines wiederverwendbaren Systems wie dem SpaceX Starship könnte sich ein realistischer Preis von etwa 200 Euro pro Kilogramm einstellen. Das entspräche rund acht Billionen Euro.

Nach heutigem Stand wären es hingegen eher 40 Billionen Euro.

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Materialaufteilung

Die Materialkosten wirken dagegen fast schon überschaubar. Zur Orientierung kann man die Massenverteilung eines modernen Flugzeugträgers zugrunde legen:

  • Struktur / Rumpf / Decks / Träger: 55 Ptozent ≈ 22.000.000 t
  • Antrieb & Energie (Reaktoren, Generatoren, Turbinen): 12 Prozent ≈ 4.800.000 t
  • Innenausbau & Ausrüstung (Kabinen, Gänge, Maschinenräume): 10 Prozent ≈ 4.000.000 t
  • Bewaffnung & Sensorik (ohne Munition): 6 Prozent ≈ 2.400.000 t
  • Hangars / Start- & Landeeinrichtungen / Starfighter-Infrastruktur: 5 Prozent ≈ 2.000.000 t
  • Flüssigkeiten & Verbrauchsstoffe (Treibstoffe, Wasser, Gase): 8 Prozent ≈ 3.200.000 t
  • Leitungen, Kabel, Isolierung, Schotten: 2 Prozent ≈ 800.000 t
  • System-Reserven / Margen: 2 Prozent ≈ 800.000 t

Materialkosten

Für den Großteil kämen vermutlich hochfeste, aber niederlegierte Stähle zum Einsatz. Hier rechnen wir mit etwa 90 Milliarden Euro.

Für Antrieb, Bewaffnung und Hochleistungssysteme wären dagegen teure Speziallegierungen erforderlich, was mindestens weitere 110 Milliarden Euro ausmachen dürfte.

Insgesamt ergeben sich somit konservativ geschätzte rund 200 Milliarden Euro an Materialkosten.

Fertigung und Entwicklung

Die eigentliche Fertigung ist ungleich teurer: Arbeitskosten, Präzisionsbearbeitung, Elektronikintegration und Tests schlagen typischerweise mit dem Fünf- bis Fünfzehnfachen der Materialkosten zu Buche.

Rechnet man mit einem mittleren Faktor zehn, ergeben sich rund zwei Billionen Euro für den Bau.

Hinzu kommen die enormen Kosten für Forschung, Tests, Infrastruktur und Entwicklung, insbesondere für neuartige Energie- und Antriebssysteme. Hier kann man konservativ weitere fünf Billionen Euro veranschlagen.

Gesamtschätzung

Addiert man alles, ergibt sich ein Gesamtaufwand von etwa 15,2 Billionen Euro – und das bereits unter der Annahme günstiger Transportpreise.

Selbst ohne Entwicklungskosten blieben noch rund 14 Billionen Euro.

Nimmt man es besonders genau, müssten zusätzlich noch ergänzende Programmposten berücksichtigt werden – etwa technische Reserven, Energie- und Thermalsysteme, Instandhaltung über die gesamte Lebensdauer und schließlich auch die Verschrottung. Addiert man all das, steigt der Gesamtaufwand schnell auf rund 40 Billionen Euro.

Aber so genau nehmen wir es nicht.

Zum Vergleich: Die USS Gerald R. Ford kostete ohne diese Zusatzkosten etwa 12 Milliarden Euro – ein Sternenzerstörer käme also auf mehr als das Tausendfache.

Fazit: Es wäre sehr, sehr teuer

Ein realer Sternenzerstörer wäre damit das teuerste Bauprojekt in der Geschichte der Menschheit.

Das gesamte Bruttoinlandsprodukt der Erde lag 2024 bei rund 100 Billionen Euro. Eine einzige deartige Waffe würde, alles mit eingerechnet, 40 Prozent der Weltwirtschaft verschlingen.

Selbst bei drastisch sinkenden Startkosten bliebe es ein finanzielles und technologisches Unterfangen, das weit jenseits unserer heutigen Möglichkeiten liegt.

Dabei reden wir hier nur über einen einfachen Imperial-I-Klasse-Zerstörer und nicht etwa über die ungleich größere Exekutor-Klasse. Aber das ist Thema eines künftigen Artikels.

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