Star Wars ist ein Märchen, wie die helle gegen die dunkle Seite kämpft. Am Ende gewinnen die Guten, die Bösen werden Lügen gestraft. Richtig?
Falsch.
Auch in Star Wars gibt es richtig grausame Methoden, die denen in Warhammer in nichts nachstehen. Da sind zum Beispiel die Decraniated (lat. Cranium
für Schädel, im Deutschen etwa »die Entschädelten«), denen, nun ja, einfach die obere Hälfte des Kopfes entfernt und durch einen Computer ersetzt wurde. Und so sehen sie aus:
Im Grunde handelt es sich bei den Decraniated um Sklaven. Oder, wenn man es etwas netter ausdrücken möchte: menschliche Droiden. In Han Solo: A Star Wars Story sieht man in den Räumlichkeiten von Bösewicht Dryden Voss Decraniated kellnern.
So »funktionieren« die menschlichen Droiden:
- Die obere Hälfte des Kopfes wird abgenommen, sodass nur noch der Hirnstamm übrig bleibt. Damit wird die Persönlichkeit des Opfers entfernt.
- Danach wird eine Recheneinheit – Neuro-Box genannt – eingesetzt, die im Grunde das Gehirn ersetzt und den Körper steuert.
Unterm Strich könnte man von einer aufwändigen Lobotomie sprechen. Die Warhammer 40k-Variante wären die Servitoren, die allerdings nicht ganz so kleidsam auf einer Dinner-Party aussehen würden.
Interessant ist auch, wer die Decraniated eigentlich erfunden hat. Der Charakter hat nämlich einen Auftritt im allerersten Star Wars-Film von 1977.
Der wohl schlimmste Bösewicht im Universum
Irgendjemand muss ja auf die Idee gekommen sein, Menschen zu willenlosen Sklaven zu machen – und dieser jemand ist Dr. Cornelius Evazan.
Was? Euch sagt der Name nichts? Dabei habt ihr ihn alle gesehen. Auf Tatooine. Genauer: Mos Eisey. In der Cantina, in der Han Solo zuerst auf Greedo geschossen hat (oder nicht?).
Als Luke sich in die Bar begibt, trifft er auf zwei finstere Gesellen – und eine davon ist der bekannte Doc. »Dem gefällt dein Gesicht nicht«, ist sein erster Satz und meint damit seinen Kumpan Baba. »Und mir auch nicht.«
Und dann fällt der Satz, an den ihr euch ganz sicher erinnert: »Ich bin in zwölf Systemen zum Tode verurteilt.«
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Genau jener hässliche Charakter mit vermeintlicher Schweinsnase ist Dr. Evazan und der insektoide Alien daneben sein Helfershelfer Ponda Baba. Er ist einer der meistgesuchten Verbrecher des gesamten Universums – sowohl vom Imperium als auch den Rebellen.
Seine Hintergrundgeschichte ist durchaus interessant:
- Cornelius Evazan wurde auf dem Planeten Alsakan geboren und galt zunächst als außergewöhnlich begabter Mediziner. Er entwickelte jedoch eine Faszination für immer extremere und ethisch fragwürdige Eingriffe.
- Schließlich wurde Evazan zu einem der berüchtigsten Untergrundchirurgen der Galaxis. Tatsächlich eilte ihm nicht der Ruf seiner Fähigkeiten voraus, sondern wie grausam und skrupellos er war.
- Evazans Opfer waren nicht selten Kranke und entstellte Soldaten aus Kriegen, die im Universum tobten.
- Im Laufe der Jahre arbeitete der Chirurg für diverse kriminelle Organisationen – unter anderem Crimson Dawn. Deshalb sieht man die Decraniated auch in den Räumen von Solo-Bösewicht Dryden Voss herumstehen.
- Kurz vor den Ereignissen in Mos Eisley hielten sich Evazan und Baba in der heiligen Stadt Jedha auf. Ihr Cameo-Auftritt in Rogue One erklärt dann, wie sie von dort nach Tatooine kommen.
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Die Begegnung mit Luke in Episode 4 endet damit, dass Obi-Wan ins Geschehen eingreift und Luke aus der Affäre zieht. Dabei trennt er Babas rechten Arm ab und schlitzt Evazan die Brust auf. Beide können schließlich fliehen.
Dass in zwölf Systemen die Todesstrafe auf Dr. Evazan ausgesetzt sind, war also nicht bloß Angeberei. Er gehört tatsächlich zu den widerwärtigen Bösewichten aus Star Wars – und die Decraniated sind nur die Spitze des Eisbergs.







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