Valves Steam Deck OLED ist begehrt, aber inzwischen sehr teuer. Ein findiger YouTuber hat nun bewiesen, dass man nicht zwingend das neue Modell kaufen muss, um in den Genuss eines OLED-Bildschirms und einer besseren Akkulaufzeit zu kommen. In einem detaillierten Video zeigt er, wie er ein gebrauchtes LCD-Modell mit Aftermarket-Teilen aufrüstet und dabei signifikant günstiger wegkommt als beim Neukauf.
Mit gebrauchter Hardware zu einem ehrgeizigen Ziel
Als Valve Ende letzten Jahres das Steam Deck OLED vorstellte, waren viele Erstkäufer des LCD-Modells neidisch. Das neue Modell bot nicht nur ein besseres Display, sondern auch eine effizientere APU, schnelleren Speicher und einen größeren Akku.
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So ist der coole Trailer für das Steam Deck OLED entstanden
YouTuber Cameron vom Kanal »CButters Tech« wollte die Preiserhöhungen für das Top-Modell (das derzeit bei 780 Euro startet) nicht hinnehmen. Seine Hypothese: Man kann ein altes LCD-Modell nehmen und es mit Upgrade-Teilen von Drittanbietern auf das Niveau des OLED-Modells heben – und das für weniger Geld.
Ausgangslage für das Projekt war ein gebrauchtes Steam Deck LCD in gutem Zustand, das Cameron für rund 400 US-Dollar auf dem Gebrauchtmarkt erwarb. Sein Ziel war es, die drei Hauptunterschiede zum offiziellen OLED-Modell auszugleichen:
- Den OLED-Bildschirm.
- Die Performance (das offizielle OLED hat schnelleren RAM mit 6400 MT/s).
- Die Akkulaufzeit.
Zusätzlich nutzte er die Gelegenheit für kosmetische und haptische Upgrades, darunter einen kompletten Gehäusetausch (Shell Swap) in mattem Grau, Hall-Effect-Joysticks von GuliKit gegen Stick-Drift und einen leiseren Lüfter.
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Die Kern-Mods: OLED und dicker Akku
Das Herzstück des Umbaus ist das sogenannte DeckSight-OLED-Display. Dieses bietet eine Überraschung: Statt der nativen Auflösung des Steam Decks von 1280x800 Pixeln (16:10 Format) löst das DeckSight-Panel mit 1920x1080 Pixeln (16:9) auf und ist mit 7,5 Zoll etwas größer als das Original-LCD.
Kritiker könnten einwenden, dass die APU des Steam Decks Schwierigkeiten haben könnte, Spiele in Full-HD flüssig darzustellen. Cameron entgegnet jedoch, dass man die Spieleauflösung jederzeit auf 720p herunterstellen kann, um die gewohnte Performance bei besserer Bildqualität zu erhalten.
Um die Akkulaufzeit anzugehen, verbaute der YouTuber einen Aftermarket-Akku mit 53 Wattstunden (Wh). Zum Vergleich: Das originale LCD-Modell besitzt nur 40 Wh, das offizielle Valve OLED-Modell 50 Wh. Rein rechnerisch hat das gemoddete Deck hier also sogar die Nase vorn.
Effizienzsteigerung durch selbst entworfenen Kupfer-Heat Shield
Ein großes Problem des LCD-Modells ist die geringere Effizienz des älteren Prozessors im Vergleich zur 6nm-APU im neuen OLED-Deck. Um dies zumindest teilweise auszugleichen, installierte Cameron einen selbst entwickelten Hitze-Schild aus massivem Kupfer sowie hochwertige Wärmeleitpaste.
Laut seinen Messungen sorgt die bessere Wärmeableitung dafür, dass der Lüfter weniger hoch drehen muss; das spart Energie. Er beobachtete eine Senkung des Stromverbrauchs um etwas mehr als ein Watt während des Spielens.
Um den Leistungsunterschied durch den langsameren RAM des LCD-Modells auszugleichen, übertaktete der YouTuber den Speicher im LCD-Modell auf 6400 MT/s. So konnte er die Leistungslücke zum offiziellen OLED fast vollständig schließen.
Der verbaute Kupferschild ist durch die Lüftungsschlitze auf der Rückseite sichtbar. (Bildquelle: CButters Tech/YouTube)
Der Umbau ist nichts für schwache Nerven
In einem Zeitraffer-Segment zeigt das Video den kompletten Teardown des Geräts. Cameron warnt, dass der Umbau, insbesondere der Gehäusetausch, nicht für technisch Unversierte geeignet sei. Er lobt zwar die Modularität des Steam Decks, berichtet aber auch von Schwierigkeiten.
- Besonders das Herauslösen des stark verklebten Original-Akkus war mithilfe eines beheizten 3D-Drucker-Bettes eine beängstigende Angelegenheit.
- Auch der Tausch der Trackpads stellte sich als extrem schwierig heraus. Im begleitenden Reddit-Thread gab er zu, das Gerät mehrfach wieder auseinandernehmen zu müssen, bis die Trackpads korrekt funktionierten.
- Seine Empfehlung: Wer auf das graue Design verzichten kann, sollte die originalen schwarzen Trackpads behalten.
Ein wichtiges Detail beim Display-Tausch: Man darf keinesfalls das originale Flachbandkabel verwenden, sondern muss das mit dem DeckSight-Kit gelieferte Kabel nutzen.
Das Ergebnis: Besser als das Original?
Nach etwa drei Stunden reiner Arbeitszeit (ohne Troubleshooting) war das Frankenstein-Deck fertig. Das Resultat im matten Grau, durch dessen Lüftungsschlitze der Kupferkühler schimmert, überzeugt optisch. Doch wie schlägt es sich gegen das echte Steam Deck OLED?
Das Display: Im direkten Vergleich zeigt sich, dass das DeckSight-Panel eine hervorragende Farbwiedergabe besitzt, die dem Original-LCD weit überlegen ist. Allerdings räumt Cameron ein, dass die Farbdarstellung des Valve-OLEDs im direkten Vergleich noch einen Tick besser sei. Ohne direkten Vergleich würde man dies jedoch kaum bemerken.
Der größte Unterschied liegt in der Auflösung und dem Format. Das 1080p-Display bietet im Desktop-Modus deutlich mehr Platz und Schärfe, was Cameron für Produktivitätsaufgaben schätzt. In Spielen ist der Unterschied wegen des kleinen Bildschirms weniger dramatisch.
Akkulaufzeit & Effizienz: Dank des 53Wh-Akkus liegt die Laufzeit viel näher am Steam Deck OLED als am ungemoddeten LCD-Modell. Dennoch gewinnt das offizielle OLED-Modell den Effizienz-Vergleich, besonders bei weniger anspruchsvollen Indie-Titeln. Der optimierte 6nm-Chip verbraucht im Leerlauf und bei niedriger Last einfach weniger Strom.
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So ein Projekt ist eine Frage des Geldes und der Bastellust
Die entscheidende Frage ist die nach den Kosten. Cameron rechnet vor, dass ihn die Kern-Upgrades (OLED-Screen und Akku) rund 170 Dollar gekostet haben. Zusammen mit dem gebrauchten Deck für 400 Dollar landet er bei ca. 570 Dollar.
Das ist deutlich günstiger als die 780 Euro, die Valve für das OLED-Modell derzeit verlangt.
Camerons Fazit fällt dennoch differenziert aus: Wenn Geld keine Rolle spielt, würde er definitiv zum Steam Deck OLED greifen. Es bietet insgesamt das bessere Erlebnis. Für Bastler, die Spaß am Umbau haben, Geld sparen wollen oder die höhere Auflösung im Desktop-Modus benötigen, sei der DIY-Weg jedoch eine absolut valide und wertige Alternative.

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