Ich liebe mein Steam Deck!
Na gut, sicher ein bisschen seltsam, eine Kolumne über dieses Thema so zu beginnen, aber genau deshalb tut mir die Preiserhöhung so weh: Der Handheld ist echt empfehlenswert für Gelegenheitsspieler und -spielerinnen wie mich!
Aber schaut euch doch bitte mal die Preisentwicklung an:
- Steam Deck OLED 512 GB: vorher 570 Euro; jetzt 780 Euro
- Steam Deck OLED 1 TB: vorher 680 Euro; jetzt 920 Euro
Heidewitzka, Herr Kapitän! Das ist eine Preissteigerung von 36,84 Prozent (512 GB) respektive 35,29 Prozent (1 TB)! Wer vorher nicht zugeschlagen hat, guckt jetzt aber sowas von in die Röhre. Ach ja, die Technik bleibt natürlich gleich, zu sehen auf Valves Produktseite. Ihr bekommt also effektiv weniger fürs Geld.
Ich werde den Preis für euch einordnen und danach bange in die Zukunft blicken. Achtung, Spoiler: Liebäugelt ihr mit der Steam Machine, reserviert schon mal eine Niere.
Der Preis ist heiß (leider)
Im Zuge des neue Steam-Deck-Preisschilds kam mir eine Kolumne von Peter in den Sinn. Der Titelte anno 2022 zum Preis der RTX 4090: »Mondpreise für die RTX 4090: Wenn das so weiter geht, will ich mir mein Lieblingshobby nicht mehr leisten«.
Gut, Peter daddelt auch heute noch, aber die Aussage beweist, wie leidensfähig wie Spieler und Spielerinnen sind. Nichts spiegelt das besser wider als die Preisrakete beim Konsolen- und PC-Gaming. Es wird viel geschimpft, aber trotzdem gekauft. Eine Rechtfertigung, Mondpreise zu verlangen, ist das freilich nicht, aber am Ende entscheiden wir mit dem Geldbeutel.
Eine Preiserhöhung von über 35 Prozent ist eine arg bittere Pille. Schaut man sich aber die Preise der anderen PC-Handhelds an, dann wundert mich Valves neues Preisschild nicht.
- MSI Claw 8 AI+, ab 926 Euro (Geizhals)
- Lenovo Legion Go S, ab 799 Euro (Geizhals)
- ASUS ROG Xbox Ally X, ab 899 Euro (Geizhals)
Einzig der Zotac Zone sticht mit rund 650 Euro (via Geizhals) ein klein wenig heraus, von einem Schnäppchen würde ich hier trotzdem nicht reden.
6:03
Lenovo Legion Go S: Unboxing und erster Eindruck
Stellt man diese Preise mit dem Steam Deck OLED gegenüber, dann lehnte sich der Handheld von Valve vorher schon eher in die günstigere Richtung. Verwunderlich finde ich daher nicht, dass Valve – gelinde gesagt – beim Preis nachjustiert hat.
Und Valve ist in guter Gesellschaft.
- Sony hat die Preise für die PS5 Pro drastisch erhöht.
- Nintendo passt die Preise für die Switch 2 weltweit an.
Und wer ist daran Schuld?
Sagen wir es alle zusammen:
Was bedeutet das für die Steam Machine?
Ach, Leute. Die Steam Machine. Was waren wir begeistert, als Valve quasi aus dem Nichts den Konsolen-PC-Hybrid angekündigt hat. Die Älteren unter uns erinnern sich, dass Anfang des Jahres hätten neue Infos kommen sollen. Jetzt haben wir Ende Mai und die Grillen zirpen ihr nicht enden wollendes Konzert.
Das Einzige, was wir wissen: Die Steam Machine soll noch dieses Jahr kommen. Fein, aber zu welchem Preis?
Im März titelte ich in einer News, welche als Stimmungsbarometer der weltweiten Community diente, mit »›Ab 1.000 US-Dollar bin ich raus‹: Steam Machine soll teurer werden und Spielern gefällt das gar nicht«.
Ich prophezeie, dass diese 1.000-US-Dollar-Aussage wie Milch altern wird. Übrigens, im selben Artikel findet ihr unsere Preisumfrage und 34 Prozent von euch – und damit die meisten – wünschen sich einen Preis zwischen 400 und 600 Euro.
Das wird nicht passieren.
1:00:20
Wird die nächste Steam Machine wieder zum Desaster für Valve?
Unser Handheld-Guru Linh hält mehr als 1.000 US-Dollar für wahrscheinlich und wenn ich ihm damals nicht schon zugestimmt hätte, so tue ich es spätestens heute. Die Preiserhöhung des Steam Deck wirft da ganz starke Schatten auf den möglichen Preis der Steam Machine. Vielleicht ist es sogar nicht nur eine notwendige Preisanpassung, sondern auch ein Testballon seitens Valve, wie stark die Empörung der Käuferschaft auf den Move ist.
Fazit
Wir leben in einer verrückten Welt. Ich rede nicht gerne von der »guten, alten Zeit«, denn damals war nicht unbedingt alles gut, sondern nur anders. Was damals aber ganz sicher besser war: Konsolen wurden mit der Zeit günstiger anstatt teurer.
Ja, Valve schlägt 35 Prozent auf ihr Steam Deck, aber zum Sündenbock würde ich sie nicht machen (sowie Sony, Nintendo und die anderen Hersteller).
Die Speicherkrise – und damit auch der Preisboom bei PC und Konsolen – entstand hauptsächlich dadurch, dass die drei großen Speicherhersteller lieber dem lukrativeren KI-Server-Boom hingegeben haben. KI bindet unfassbar viele Ressourcen und diese saftige Preiserhöhung ist eben eines der Symptome.
Ich liebe mein Steam Deck, aber bei aller Liebe: Ich würde nicht 35 Prozent mehr für dieselbe Technik bezahlen.
Mit Blick auf die Steam Machine weiß ich jetzt schon, dass ich dankend verzichten werde. Nicht, weil ich will, sondern wenn ich den Gürtel enger schnallen muss, dann spare ich zuerst bei Luxusgütern. Und ohne Steam Machine kann ich sehr gut leben. Stattdessen sollten wir den Tech-Riesen mehr Dampf machen, indem wir aus der Preisspirale aussteigen und die Pille nicht mehr schlucken.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.