Valve hat die Schleusen geöffnet: die Steam Machine wird 1.040 Euro (ohne Steam Controller) kosten und ist derzeit reservierbar.
Die technischen Daten sind schon seit Längerem bekannt und mit der Veröffentlichung des Preises können wir endlich eine wichtige Frage beantworten: Wie viel Gaming-PC bekommt man für den Preis einer Steam Machine?
Wir zeigen euch drei Konfigurationen, mit denen ihr einen vergleichbaren Gaming-PC heute selbst zusammenstellen könnt.
Kleiner Spoiler: Ihr bekommt ungefähr das, was die Hardware bietet, aber wer selbst baut, kann noch einiges herausholen.
Zur Info: Weil auf der Steam Machine SteamOS und nicht Windows 11 läuft, sparen wir uns die Kosten für das Betriebssystem. Für eine ähnliche Erfahrung könnt ihr auf eurem Selbstbau-PC SteamOS 3.8 oder eine ähnliche Gaming-Distribution, wie etwa CachyOS oder BazziteOS installieren.
Eigenbau-Steam-Machine: Nach diesen Kriterien haben wir die Bauteile ausgesucht
Bei den ersten zwei PC-Konfigurationen haben wir uns nah an der Hardware der Steam Machine gehalten, um eine ähnliche Leistung anzupeilen; beim letzten Build haben wir uns am Preis und der 4K-Ziel-Auflösung orientiert.
6:16
Valve stellt drei neue Hardware-Produkte vor, darunter die Steam-Machine – einen winzigen Gaming-PC
Bevor wir zu den Konfigurationen kommen, solltet ihr wissen, dass die Steam Machine in einer Sache unschlagbar bleibt: die Größe. Es gibt kein kommerziell erhältliches Mini-ITX-Gehäuse mit den Maßen der Valve-Konsole. Wer einen so kleinen Gaming-PC haben möchte, muss zu vorgefertigten Mini-PCs, wie etwa der Steam Machine, greifen.
Wir haben uns deswegen für die zwei ersten Builds für das Jonsbo C6-ITX entschieden, das nur geringfügig größer als die Steam Machine ist und wichtige Vorteile bietet:
- Es ist vergleichsweise günstig.
- Es ist kompatibel mit günstigeren ATX-Netzteilen.
- Es ist dank Tragegriff zu einem gewissen Grad portabel.
Das Jonsbo C6-ITX ist klein, aber so kompakt wie die Steam Machine ist es dennoch nicht. Praktischerweise unterstützt es ATX-Netzteile, da dafür an der Vorderseite größzügig Platz gelassen wurde. (Bildquelle: Jonsbo)
Es gibt noch etwas kleinere Gehäuse, allerdings müssten wir dann auf Low-Profile-Grafikkarten und teure SFX- oder Flex-Netzteile ausweichen. Das grenzt die Auswahl der Komponenten nicht nur stärker ein, es treibt auch den Gesamtpreis nach oben.
Die Budget-Steam-Machine für weniger Geld
Die Hardwarepreise sind hoch, weshalb es Sinn ergibt, zu älteren Plattformen greifen, um Geld zu sparen. Mit den richtigen Bauteilen müsst ihr kaum Kompromisse bei der Leistung hinnehmen. Einzig zukünftige Upgrades werden mit einem PC-Build auf AM4-Plattform teurer, da sowohl RAM, Mainboard als auch CPU an diese gebunden sind.
Diese Konfiguration würde nach heutigem Stand rund 850 Euro kosten:
| Komponente | Modell | Besonderheit / Anmerkung |
|---|---|---|
| CPU | AMD Ryzen 5 5600 | Zuverlässiger 6-Kerner (inkl. AMD Wraith Kühler) |
| Grafikkarte | Asus DUAL Radeon RX 7600 (8 GB) | Ausreichend Power für 1080p, ähnlich der Steam Machine |
| Mainboard | ASRock A520 M-ITX/ac | Kompaktes Mini-ITX-Board mit integriertem WLAN |
| Arbeitsspeicher | 16 GB G.Skill Ripjaws V (2x 8 GB) | DDR4-3200 CL16 – guter Standard für AM4 |
| Speicher | Kingston NV3 500 GB M.2 | Schnelle PCIe 4.0 SSD für zügige Ladezeiten |
| Netzteil | Seasonic G12 GM 550W (80+ Gold) | Semi-modular, erleichtert das Kabelmanagement |
| Gehäuse | Jonsbo C6-ITX | Extrem kompakt und dank Tragegriff leicht portabel |
Bei der Steam Machine kommen Chips zum Einsatz, wie wir sie auch von Laptops kennen. Das heißt, die Komponenten besitzen strikte Leistungslimits, um Kühlung und Leistung in so einem kleinen Gehäuse aufrechtzuerhalten.
Desktop-Komponenten, wie sie in diesem Build stecken, dürfen sich generell mehr Leistung aus dem Netzteil genehmigen, weshalb die Leistung von diesem 850-Euro-PC, trotz ähnlicher Bauteile, etwas besser sein sollte als bei der Steam Machine.
Wir haben uns außerdem für einige Kompromisse entschieden, die den Preis niedriger halten:
- Standard-Kühler: Der AMD Ryzen 5 5600 genehmigt sich höchstens 65 Watt. Die Kühlleistung des AMD-Wraith-Kühlers reicht dafür aus, allerdings muss er schneller drehen als viele andere, was sich in der Lautstärke des PCs widerspiegeln wird.
- Einsteiger-Mainboard: Das A520-Mainboard wirkt sich nicht direkt auf die Leistung des PCs aus, aber es bietet nur sehr wenige Features. Wir haben etwa nur zwei RAM-Slots, nur einen einzigen USB-3.2-Anschluss und der Onboard-Ethernet-Anschluss unterstützt maximal 1 Gb/s.
- Semi-Modulares Netzteil: Das Netzteil ist zwar effizient, allerdings nicht vollmodular (alle Kabel abnehmbar), was das Kabelmanagement bei einem kleinen PC vereinfachen würde. Immerhin sind die meisten Kabel abnehmbar, da es semi-modular ist.
Solltet ihr das Budget auf 1.040 Euro erhöhen, wären also noch einige Upgrades möglich – oder ein Sprung auf die aktuelle AM5-Plattform.
Steam Machine mit modernen Bauteilen
Bei dieser Konfiguration haben wir auf die AM5-Plattform und DDR5-RAM gesetzt, was den Gesamtpreis ordentlich erhöht hat. Hier zeigt sich, dass die Hardwarepreise nicht weit entfernt von dem sind, was Valve uns für das Geld bietet.
Die Steam Machine liefert ungefähr das, was man für den Preis heutzutage bekommt; wir sind nur knapp über ihrem Preis.
| Komponente | Modell | Besonderheit / Anmerkung |
|---|---|---|
| CPU | AMD Ryzen 5 7600X | Moderne Zen-4-Architektur für mehr Zukunftssicherheit |
| Kühlung | Arctic Freezer 36 | Starke und leise Kühlleistung zum Budget-Preis |
| Grafikkarte | Asus DUAL Radeon RX 7600 (8 GB) | Analog zur Steam Machine für Full-HD-Gaming |
| Mainboard | ASRock B650I Lightning Wifi | Modernes Mini-ITX-Board mit vielen Anschlüssen |
| Arbeitsspeicher | 16 GB Corsair Vengeance (2x 8 GB) | DDR5-5200 CL40 – erschwinglicher Einstieg in DDR5 |
| Speicher | Kingston NV3 500 GB M.2 | Schnelle PCIe 4.0 SSD für zügige Ladezeiten |
| Netzteil | Seasonic G12 GM 550W (80+ Gold) | Semi-modular, passt gut in kompakte ITX-Gehäuse |
| Gehäuse | Jonsbo C6-ITX | Kompakt und günstig |
Dieser PC setzt genau wie die Steam Machine auf moderne Bauteile und kostet etwa genauso viel.
Weil der AMD Ryzen 7 7600X ohne Lüfter geliefert wird, haben wir noch den günstigen Arctic Freezer 36 hinzugefügt, der diese CPU ordentlich kühlt. Der gewählte DDR5-RAM ist mit 5200 MT/s nicht der schnellste, aber dafür eben erschwinglicher. Für die meisten Spiele reicht die Geschwindigkeit vollkommen aus.
Diese Konfiguration zeigt, dass die Steam-Macher sich sehr nah an den gegebenen Konditionen des Marktes hält und ihr gegenüber einem Selbstbau-PC mit Desktop-Komponenten beim Kauf der Steam Machine etwas Leistung und Modularität gegen einen kleinen Formfaktor und den direkten Support von Valve eintauscht.
Das Ziel von 4K-Gaming und 60 Bildern pro Sekunde ist jedoch sowohl mit diesen beiden Builds als auch mit der Steam Machine eher schwierig erreichbar. Die AMD Radeon RX 7600 mit 8 GB Videospeicher ist eher für 1080p-Gaming geeignet. Deswegen haben wir noch eine Konfiguration für euch.
Steam Machine für 4K mit Upscaling
Für den letzten Build haben wir uns etwas weiter von der Konfiguration der Steam Machine entfernt und nur deren Preis und die Zielauflösung von 4K mit Upscaling angepeilt. Beim Gehäuse haben wir uns etwas mehr Spielraum erlaubt und das beliebte Lian Li A3 ausgewählt:
- Es unterstützt mATX-Mainboards, die günstiger sind als Mini-ITX-Modelle.
- Es ist trotzdem noch relativ kompakt.
- Günstige ATX-Netzteile sind kompatibel.
- In dem Case finden selbst besonders lange Grafikkarten Platz, was eure Auswahl bei späteren Upgrades deutlich vergrößert (bis maximal 415 mm)
- Preise starten bei etwa 70 Euro.
Obwohl dieser PC eine deutlich höhere Gaming-Leistung bietet, kostet er derzeit sogar weniger als die günstigste Steam Machine:
| Komponente | Modell | Besonderheit / Anmerkung |
|---|---|---|
| CPU | AMD Ryzen 5 5600 | Solide AM4-Basis (inkl. AMD Wraith Kühler), um Budget freizumachen |
| Grafikkarte | Sapphire Pulse Radeon RX 9060 XT (16 GB) | Massiv mehr Rasterleistung und VRAM für 4K (mit Upscaling) |
| Mainboard | Gigabyte B550M-K | Günstiges Micro-ATX-Format, gut für Upgrades |
| Arbeitsspeicher | 16 GB G.Skill Ripjaws V (2x 8 GB) | DDR4-3200 CL16 – bewährter und günstiger Standard |
| Speicher | Kingston NV3 500 GB M.2 | Schnelle PCIe 4.0 SSD |
| Netzteil | MSI MAG A650GL 650W (80+ Gold) | Vollmodular für maximal sauberes Verlegen der Kabel |
| Gehäuse | Lian Li A3 mATX | Bietet Platz für große GPUs (bis 415 mm) und ATX-Netzteile |
Bei diesem PC haben wir deutlich mehr Budget für die Grafikkarte reserviert und kehren deshalb zur älteren AM4-Plattform zurück. Das erlaubt es uns, eine AMD Radeon RX 9060 XT mit 16 GB Videospeicher auszuwählen.
Nicht nur ist die RX 9060 XT deutlich schneller als die maßgeschneiderte GPU mit 28 RDNA-3-CUs in der Steam Machine, sie verfügt über die doppelte Menge an VRAM, was beim Spielen in 4K-Auflösung besonders wichtig ist.
Die reine Rasterleistung der RX 9060 XT reicht für das Spielen in nativer 4K-Auflösung trotzdem oft nicht aus und ihr müsst genauso wie die Steam Machine auf Upscaling und andere Grafik-Technologien (etwa Frame-Generation) setzen. Mit der RX 9060 XT habt ihr jedoch eine deutlich modernere GPU.
Option mit RX 9070: Wenn ihr euer Budget noch etwas streckt, wäre für den Gesamtpreis von 1.130 Euro sogar eine AMD RX 9070 16 GB drin. Der Preis liegt nur knapp über dem des Bundle mit dem Steam Controller, aber dafür erhaltet ihr eine sehr schnelle Grafikkarte, die in vielen Spielen noch besser mit 4K-Auflösung zurechtkommt.
Wer also selbst baut, bekommt für dasselbe Geld oder sogar für weniger deutlich mehr Gaming-Leistung, solange man mehr Budget für die Grafikkarte bereitstellt – kein Zweifel.
Die wichtigere Frage ist jedoch: Wollen Interessierte der Steam Machine überhaupt einen Selbstbau-PC?
Passend dazu: Alle Infos zur Steam Machine
Steam Machine: Die wichtigsten Vorzüge stehen nicht auf dem Datenblatt
Hand aufs Herz: Wenn ihr diesen Artikel gelesen habt, gehört ihr wahrscheinlich schon nicht mehr zur Zielgruppe der Steam Machine.
Wer sich diesen kleinen Würfel ins Haus holen möchte, ist wohl eher daran interessiert, in die Welt der PC-Spiele einzusteigen, ohne selbst an Bauteilen und Software herumschrauben zu müssen. Die Steam Machine ist klein, einfach zu bedienen und sofort bereit für die meisten Spiele auf Steam.
Ihr müsst keine Linux-Distribution selbst installieren, Hardware von Hand zusammenstöpseln und bei Problemen könnt ihr euch an Valve wenden. Dazu kommt ein großer technischer Vorteil, den wir sonst eigentlich nur von klassischen Konsolen kennen: Weil Valve die Software haargenau auf diese eine, spezifische Hardware-Konfiguration optimiert, lässt sich theoretisch spürbar mehr Leistung aus den Komponenten herauskitzeln.
Ein normaler Eigenbau-PC muss flexibel genug sein, um Millionen verschiedene Hardware-Kombinationen stabil zu verwalten; die Steam Machine ist im Vergleich dazu ein maßgeschneidertes Paket.
Das sind Features, die auf keinem Datenblatt abgebildet werden können. Solltet ihr also 1.040 Euro für die Steam Machine auf den Tisch legen, solltet ihr wissen, dass ihr für diese unsichtbaren Vorzüge bezahlt und nicht für reine FPS pro Euro.


Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.