50% aufs erste Jahr – nur für kurze Zeit!

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Zwischen Stofftieren und Abschieden: Die Steam-Demo von Momento hat mich als Vater zum Weinen gebracht

In dem Indie-Geheimtipp räume ich nicht nur ein Kinderzimmer auf, sondern auch meine emotionale Sockenschublade.

Der kleine Dino ist so etwas wie das Maskottchen von Momento und so niedlich, dass er einfach auf das Teaserbild drauf musste! Der kleine Dino ist so etwas wie das Maskottchen von Momento und so niedlich, dass er einfach auf das Teaserbild drauf musste!

Seitdem ich Vater geworden bin, beschäftige ich mich oft mit der Frage, was meine kleine Tochter wohl noch so alles in ihrem hoffentlich langen und glücklichen Leben erwartet.

Wird sie Freunde finden? Mag sie Jungs mehr oder doch eher Mädchen? Wird sie von anderen Kindern in der Schule gehänselt? Bekommt sie ihr Herz gebrochen? Welchen Beruf wird sie ergreifen? Ereilt sie eine schwere Krankheit?

Unzählige kleine und große Momente prägen das Leben eines Heranwachsenden für immer. Das kleine Steam-Spiel Momento hat mich als Papa auf sehr ergreifende Art und Weise daran erinnert. Im Rahmen des Steam Next Fest habe ich die kostenlose Demo gespielt und obwohl das Gameplay äußerst entspannend ist, musste ich an vielen Stellen mit den Tränen kämpfen.

Sören Diedrich
Sören Diedrich

Sören hätte seine Tochter um ein Haar bereits bei der Geburt verloren. Entsprechend ausgeprägt sind sein Beschützerinstinkt und der Wunsch, immer für sie da zu sein. Er weiß aber natürlich: Bereits jetzt im Kindergartenalter lebt sie ihr eigenes Leben, trifft eigene Entscheidungen und stellt die Weichen für ihre Zukunft auf eigene Faust. Er ist schon total gespannt darauf, was sie später für ein Mensch wird!

Räum dein Zimmer auf!

Normalerweise gleicht das Aufräumen des Kinderzimmers bei uns daheim einem harten Wettstreit darüber, wer der größere Dickkopf ist und wer sich am Ende grummelnd bückt, um die zahllosen Duplo-Steine in die Kiste zu schmeißen.

In Momento hingegen räume ich gerne auf. Denn die Prämisse des Spiels erinnert auf den ersten Blick an Unpacking, hat aber einen besonderen Twist: Viele Entscheidungen, die ich während des Aufräumens treffe, verändern Sams Lebensweg. Wer das ist?

Sam ist das Kind, das Dinosaurier liebt. Oder Einhörner. Sie liebt es, den lieben langen Tag zu malen. Oder die Ameisen im Terrarium zu beobachten. Sie schwärmt total für diesen Jungen in der Parallelklasse. Oder für das Mädchen, das neben ihr sitzt. Sie spielt gerne mit ihrem Vater. Wenn er denn überhaupt mal Zuause ist.

Wie hübsch! Die Grafiken von Momento sind handgezeichnet und auch bei höheren Zoomstufen sehr hübsch anzuschauen.

Spiel des Lebens Ob ich Sam lieber mit Dinosauriern spielen oder in Büchern schmökern lasse, kann große Auswirkungen auf ihren Lebensweg haben und somit den Fortgang des Spiels beeinflussen.

Papa, wo bist du? Sams Vater ist in meinem Spielverlauf auffallend abwesend. Was ist da wohl passiert?

Rätsel gelöst Sams Zimmer ist klein, steckt aber voller überraschend kreativer Rätsel. Nur wer gut die Augen offen hält und nachdenkt, findet auch alle.

Welches Leben Sam führt, hängt von meinen vermeintlich kleinen Entscheidungen ab. Momento blendet mir die Auswirkungen meiner Taten aber nicht für Extra-Doofies in Großbuchstaben ein. Es offenbart mir die Folgen meines Tuns in Form vieler kleiner Notizen oder Bilder, die im Kinderzimmer zu finden sind.

Was wird aus dir, kleine Sam?

Zu Beginn des Story-Modus erblicke ich Sams Kinderzimmer. Anhand der herumliegenden Spielsachen und der krakligen Zeichnungen wird schnell klar: Sam ist noch ein Kleinkind. Ich fange mit dem Aufräumen an. Dabei komme ich mit den namensgebenden Momentos in Berührung. Einer von zwei Gegenständen will ausgewählt und dann von mir im Zimmer platziert werden.

Abseits der Momentos gibt es in jedem Abschnitt noch kleinere optionale Rätsel zu lösen. Nanu? Ich sehe überall im Zimmer kleine Tierfiguren. Und dort liegen auch ein paar Weidezäune herum. Ich mache mir die Mühe und ordne die Spielsachen zu einem kleinen Bauernhof an. Rätsel gelöst ploppt als Benachrichtigung auf. Eine Belohnung erhalte ich dafür nicht – wobei, doch: die Gewissheit, dass die kleine Sam sich freuen wird, wenn sie wiederkommt.

Video starten 11:19 Momento: 11 Minuten Gameplay aus dem berührenden Point&Click-Erlebnis

Sobald ich alle Momentos gefunden habe und der Meinung bin, genügend Rätsel gelöst zu haben, kann ich fortfahren. Dann macht das Spiel einen Zeitsprung. Es ist immer noch Sams Zimmer, doch nun liegen Schulbücher auf dem Schreibtisch und der Kuscheldino ist vom Bett ins hinterste Regal gewandert. Kein Zweifel: Sam ist älter geworden. Wieder mache ich mich daran, die Unordnung zu beseitigen und dabei durch die Momentos Entscheidungen zu treffen.

Ein herumliegendes Blatt Papier fällt mir ins Auge. Ich hebe es mit einem Linksklick auf und lese. Sams Papa entschuldigt sich bei seiner Tochter, dass er die erste Schulwoche seines kleinen Äffchens verpasst hat. Tränen schießen mir in die Augen. Würde ich jemals diese prägende Zeit meiner Tochter verpassen? Niemals! Aber was, wenn ich keine andere Wahl habe? Oder … nicht mehr da bin?

Nach und nach wird mir klar, dass einige der Schicksalsschläge von Sam auch auf mein Konto gehen. Hätte sie in der Schule mehr Freunde, wenn ich sie statt eines Lexikons über Dinosaurier doch eher mit einem Fußball hätte spielen lassen? Aber wäre sie dann noch genauso gut in der Schule? Und hätte sie eine Chance, ihren Schwarm zu küssen?

Bevor ich Antworten auf diese Fragen bekommen kann, ist die Demo leider schon vorbei. Obwohl ich überraschend viel Zeit in dem überschaubaren Zimmer verbracht habe, verrät mir das Spiel noch, dass ich einen Großteil der Rätsel übersehen habe. Es gibt deutlich mehr in Momento zu tun, als es die simple Aufmachung vermuten lässt.

Der Wiederspielwert ist hoch, aber halte ich das aus?

Die Idee der Momentos ist nicht nur spielerisch unterhaltsam, sondern hat auch noch einen tollen Nebeneffekt: Ich kann das Spiel mehrfach durchspielen und erlebe immer etwas Neues.

Sobald ich die Vollversion spielen kann (der Release soll 2026 erfolgen), werde ich mir händisch Notizen machen, welche Entscheidungen ich beim Aufräumen treffe, um anschließend im nächsten Durchgang anders zu verfahren und dadurch eine ganz neue Sam kennenzulernen. Hoffentlich verträgt das meine Tränendrüse.

Momento ist eine emotionale Erfahrung, die ich euch wärmstens empfehle. Das Zusammenspiel der unzähligen Infofetzen aus Sams Leben und dem fast schon melancholischen Gitarrengeklimper im Hintergrund regt zum Nachdenken über das eigene Familienleben an. Ich jedenfalls weiß schon, weshalb ich heute Nacht so schnell wieder keinen Schlaf finden werde.

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