»Es ist überaus wichtig, dass du dich an die Regeln hältst ... «
A-huh.
»Die Regeln ändern sich jeden Morgen. Heute musst du auf Folgendes achten: Lass auf keinen Fall Leute durch, die -«
Was macht der Knopf hier?
»Fass das nicht an! Und hör zu! Also, lass niemanden durch, der externe Auffälligkeiten hat, aber nur am Torso. Wenn es am Arm ist, ist okay. Wenn sie Probleme mit dem Gehirn oder dem Herzen haben, dann drück sofort auf den Security-Knopf und rufe Verstärkung. Aber nicht, wenn du ein Foto von ihnen schießt und darauf ein Phantom-Hund auftaucht. Dann lässt du sie durch! Verstanden??«
Ja, ja, wie schwer kann das schon sein?
TAG 16: Die gesamte Stadt wird von einem tödlichen Virus überrannt, das nicht identifiziert werden konnte. Alles explodiert. Alle sterben.
Upps.
Security 51 auf SteamWie Papers, Please mit Aliens
In Security 51 schlüpfe ich in die Rolle eines etwas trotteligen Sicherheitsbeauftragten, der an den Eingang von Area 51 gesetzt wird. Tag für Tag arbeite ich mich höher in meiner Position – und kämpfe gegen einen tödlichen Virus an, der die Stadt unsicher macht.
Meine Aufgabe ist auf dem Papier super einfach: Lass nur die Leute in den Aufzug, die bestimmte Kriterien erfüllen – und lass niemanden aus dem Aufzug, der nicht lupenrein ist.
Jeden Morgen knallt mir mein mysteriöser Arbeitgeber neue Regeln auf den Schreibtisch. Und diese bauen aufeinander auf. Wenn beispielsweise jemand ein Loch im Schädel hat, muss ich sofort die Security rufen, damit sie sich .... darum kümmern. Aber ich darf die Security auf keinen Fall rufen, wenn die Person gleichzeitig hypothermische Stellen aufweist – denn das überschreibt jede andere Regel und der Besucher muss durchgelassen werden.
Ich gleiche also Papiere ab – stimmen Name und ID überein?, röntge die Leute, um sie nach Knochenbrüchen oder Anomalien zu untersuchen, messe ihre Körpertemperatur und schieße Fotos mit der Polaroid-Kamera in meiner Schublade.
Die simple Aufgabe wird immer ein kleines Bisschen komplizierter und die ständig wechselnden Anforderungen binden kleine Knoten in mein Hirn. Aber genau das zieht mich in einen extremen »Nur-noch-eine-Schicht«-Sog. Security 51 erfindet das Subgenre der Papers,Please-Likes nicht neu, setzt mir aber einen tollen Spielfluss und eine humorvolle und damit leichtherzige Umsetzung vor.
Keine Gnade
Anders als in anderen Spielen wie Papers, Please oder Beholder kann ich meinen moralischen Kompass komplett wegstecken. Hier geht es nicht darum, zu entscheiden, ob ich Mitleid mit einer Kreatur habe und sie trotzdem durchlassen will, obwohl mein Chef sagt, das gehe nicht. Hier geht es nur um richtig oder falsch.
Ein Fehler macht sich nicht nur auf meiner Gehaltsabrechnung bemerkbar, wenn mir ein Strafbetrag abgezogen wird, sondern trägt auch dazu bei, dass die Menschheit langsam stirbt. Lasse ich nämlich beispielsweise einen Infizierten aus dem Aufzug raus, weil ich den Fungus nicht bemerkt und ihn weder isoliert noch exekutiert habe, wird der Virus in der Stadt noch aggressiver.
Die Aufgaben am Schreibstisch sind also nicht meine einzige Verpflichtung. Ich muss jeden Tag auch bestimmen, welche Operation das Auswärtsteam angeht. Sollen sie verhindern, dass sich zu viele Menschen versammeln, um die Ausbreitung ein wenig zu stoppen? Sollen sie Proben einsammeln, um mehr über den Fungus zu erfahren? Oder sollen sie ihre Suche nach Patient 0 fortsetzen, um so vielleicht herauszufinden, womit wir es zu tun haben?
Und täglich grüßt der Sicherheitsmann
Hier liegt auch das Alien begraben: In Security 51 kann sich die Situation schlagartig verändern. Scheint an einem Tag noch alles super, kann der Fortschritt des Virus am nächsten Tag auf 64 Prozent springen und mich damit sofort ins Game Over katapultieren. Der Fehler ist dabei nicht zwangsläufig am Schreibtisch passiert, weil ich einmal jemandem mit einem spiralförmigen Oberarmknochen durchgelassen habe – sondern, weil ich in der Isolationskammer die falschen Experimente oder in der Stadt die falschen Operationen veranlasst habe.
Bei meinem ersten Anlauf habe ich es bis Tag 16 geschafft, bevor alles vor die Werwölfe gegangen ist. Glücklicherweise muss ich nicht komplett von vorne beginnen, sondern kann auf einem Zeitstrahl wählen, wo ich wieder einsteigen möchte. Bis Tag 10 sah bei mir noch alles super aus, also reise ich dort hin zurück und probiere neue Sachen aus. Beim zweiten Anlauf bin ich zwar auch nur bis Tag 16 gekommen, dafür sah es bis Tag 13 verdammt gut aus – der Fehler muss also irgendwo da passiert sein.
So taste ich mich langsam an die optimale Lösung heran, probiere Dinge aus ... ohne dass ich dabei gefrustet werde. Die Schichten in Security 51 sind vergleichsweise kurz, ich verliere also nicht Stunden von Spielzeit, wenn ich nach einem Game Over ein paar Tage zurückspringen muss. Stattdessen fühlt sich dieses Nach-Fehlern-Suchen wie ein riesiges Rätsel an, dem ich mehr und mehr auf die Schliche komme.
Ich habe gerade erst an der Oberfläche des Spiels gekratzt und bin unglaublich gespannt darauf, was mich noch alles erwartet, wenn ich den verhexten Tag 16 endlich lebend überstehe! In diesem Sinne:
Hallo, einmal die Papiere, bitte!
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