Die Lautsprecher an meinem Gaming-PC haben mich mit Störgeräuschen in den Wahnsinn getrieben – die Lösung war ein kompaktes USB-Gadget

Meine aktiven PC-Lautsprecher haben mich zuletzt durch Störgeräusche in den Wahnsinn getrieben. Zum Glück konnte ich das Problem für unter 50 Euro lösen.

Das Brummen, Fiepen und Quietschen aus meinen Aktivlautsprechern war wirklich nervig. Dank einem kompakten USB-Isolator ist jetzt wieder Ruhe. (Bildquelle: GameStar Tech) Das Brummen, Fiepen und Quietschen aus meinen Aktivlautsprechern war wirklich nervig. Dank einem kompakten USB-Isolator ist jetzt wieder Ruhe. (Bildquelle: GameStar Tech)

Seit knapp 20 Jahren verwende ich aktive Studiomonitore als PC-Lautsprecher. Lange Zeit waren die über ein Mischpult, Cinch-Kabel und eine Recording-Soundkarte mit dem Computer verkabelt.

Vor wenigen Jahren habe ich das Setup dann aber doch einmal in die Gegenwart geholt und mir einen USB-DAC als Schnittstelle zwischen PC und Aktivboxen gekauft.

Das Ganze lief auch wunderbar – bis zum letzten PC-Upgrade.

Seitdem hatte ich immer wieder mit Störgeräuschen zu kämpfen: Aus den Boxen brummte, fiepte und knarzte es. Im normalen Windows-Betrieb hielt sich das noch in Grenzen und hat mich gar nicht so sehr gestört.

Beim Starten eines Spiels wurde es dann aber laut und richtig nervig.

Besonders ist mir das zuletzt aufgefallen, als ich mal wieder Far Cry 6 installiert und gestartet habe: Die Störgeräusche wurden mitunter so laut, dass sie den eigentlichen Spielsound überdeckten, wenn ich ihn nicht gerade laut aufgedreht habe.

Das war für mich endgültig der Punkt, nach einer Lösung zu suchen. Und die war am Ende überraschend einfach.


Video starten 0:58 Adam Audio präsentiert ihre PC-Lautsprecher


Erster Verdacht: Windows, Treiber, DAC?

Zunächst habe ich angefangen, die üblichen Verdächtigen durchzugehen: Treiber, Windows, DAC Lautsprecher.

Ich habe den PC neu aufgesetzt, Treiber aktualisiert, die Audioeinstellungen geprüft und DAC sowie Boxen testweise unabhängig vom PC betrieben.

Eingrenzen konnte ich so zumindest den Ursprung der Störgeräusche: Sie kamen definitiv vom Rechner und wurden mit steigender GPU-Last spürbar lauter.

Die Störgeräusche hingen also irgendwie mit der Grafikkarte zusammen und wurden über sämtliche USB-Ports an den DAC und die Boxen weitergegeben. Auf der Suche nach einer Lösung bin ich auf etliche Foreneinträge mit denselben oder ähnlichen Problemen gestoßen.

Ich hatte aber ehrlich gesagt keine Lust mehr, mich durch diverse mehrseitige Threads zu wühlen, zumal ich softwareseitig schon so ziemlich vieles versucht hatte.

Lösung: USB-Isolator

Mehr durch Zufall bin ich über eine externe Hardware-Lösung gestolpert: einen sogenannten USB-Isolator. Das ist ein kleiner Adapter, der zwischen den USB-Port des PCs und das Audiointerface gesteckt wird.

Er filtert Störgeräusche aus der USB-Verbindung heraus, indem er die elektrische Masseverbindung zwischen PC und Audiointerface galvanisch trennt.

Sprich: Der Adapter unterbricht die physische Kabelverbindung zum PC und überträgt die USB-Signale kontaktlos über eine interne Sperrschicht – störende Ausgleichsströme aus dem Rechner bleiben draußen, die Audiodaten kommen sauber durch.

Der kleine USB-Isolator läuft passiv und bezieht den Strom über die USB-Buchse. (Bildquelle: GameStar Tech) Der kleine USB-Isolator läuft passiv und bezieht den Strom über die USB-Buchse. (Bildquelle: GameStar Tech)

Die Auswahl an solchen Geräten ist groß, ebenso die preislichen Unterschiede. Für Premiummodelle aus dem audiophilen Bereich werden teils dreistellige Beträge aufgerufen.

Ich habe mich für eine günstigere Variante für knapp 40 Euro auf Amazon entschieden, die rein passiv arbeitet, also ohne eigene externe Stromversorgung auskommt. Laut Hersteller sorgt der Adapter für eine isolierte USB-Kommunikation und soll so Erdungsprobleme, Brummschleifen und Interferenzen zuverlässig verhindern.

Die Kundenbewertungen sind überwiegend positiv. Während viele Nutzer berichten, dass die Störgeräusche mit dem Adapter sofort verschwanden, bemängeln andere allerdings, dass der Dongle nicht mit jedem Audiointerface funktioniert.

DSD TECH SH-G01L USB-Isolator
DSD TECH SH-G01L USB-Isolator
Passiver USB-Isolator mit USB 2.0. Verhindert Erdungsstörungen, elektrische Interferenzen, elektrostatische Durchschläge und Signalschwankungen.
Topping HS02 USB 2.0 Hochleistungs-Audio-Isolator
Topping HS02 USB 2.0 Hochleistungs-Audio-Isolator
USB-Isolator mit zwei Outputs (USB-A und USB-C) und niedriger Latenz.

Ich bin das Risiko trotzdem eingegangen und habe bestellt.

Und was soll ich sagen? Als der kleine Dongle ankam und ich ihn eingesteckt hatte, war schlagartig Ruhe. Kein Brummen, kein Fiepen, kein Knarzen mehr – übrig blieb nur das normale, minimale Grundrauschen meiner Aktivboxen.

Vermutlich hätte ich mein Audioproblem über Umwege auch anders lösen können. Aber dazu wären wohl viele Stunden Recherche und Herumprobieren nötig gewesen. Das Neuaufsetzen des PCs hatte mich ohnehin schon genug Zeit gekostet.

Daher bin ich wirklich froh, dass dieses kleine USB-Gadget das Problem so unkompliziert in Luft aufgelöst hat.


Mehr zum Thema:


Das müsst ihr noch wissen

Ein USB-Isolator ist natürlich kein universelles Wundermittel. Aus den Erfahrungsberichten wird deutlich, dass er nicht in jedem Szenario hilft.

Ihr solltet im Vorfeld also prüfen, wo die Ursache bei euch tatsächlich liegt:

  • GPU-Last prüfen: Treten die Störgeräusche nur am PC auf, werden unter Spiele-Last lauter und ändern sich auch an anderen USB-Ports nicht, ist ein USB-Isolator womöglich eine einfache Lösung.
  • Kabel und Geräte ausschließen: Defekte an Kabeln, Lautsprechern oder dem DAC selbst kann der Isolator logischerweise nicht reparieren.
  • Den Gegentest machen: Schließt eure Lautsprecher und das Audiointerface testweise an ein anderes Gerät (etwa ein Smartphone oder Notebook im Akkubetrieb) an. Wandert das Geräusch mit, liegt die Ursache nicht am PC.

Mein Fazit

Wer am Gaming-PC mit nervigen Störgeräuschen aus den Aktivboxen kämpft, muss nicht gleich das halbe Audio-Setup austauschen. Für mich war der günstige USB-Isolator tatsächlich die unkomplizierte Lösung, die ich gesucht habe.

Außerdem hat sie mir eine stunden- oder gar tagelange Fehlersuche erspart. Für knapp 40 Euro finde ich das einen guten Kompromiss.


Kommentare(0)
Kommentar-Regeln von GameStar
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.