Crossfire sagt hierzulande kaum jemandem etwas, aber in China und Südkorea ist die Marke gewaltig. Dort kennen es die Menschen als einen der größten Free2Play-Shooter überhaupt, der millionenfach gespielt wird. Genau das, was hierzulande eher Counter-Strike wäre.
Seit einiger Zeit versucht der Entwickler Smilegate jetzt schon, Crossfire auch im Westen zu verbreiten, und auf dem Papier klangen die Pläne auch gut. Statt mit hier etablierten Shootern zu konkurrieren, sollte das Echtzeit-Strategiespiel Crossfire: Legion das Universum auf dem PC bekannt machen. Entwickelt wurde das RTS von Genre-Experten, nämlich von Blackbird. Ein Studio, das zum größten Teil aus ehemaligen Relic-Entwicklern besteht, die damals wie heute vor allem an Homeworld werkeln.
Das Spiel wirkte dabei durchaus wie ein geistiger Erbe von RTS-Legenden wie Command & Conquer oder auch Starcraft. Doch der Plan ist nun offiziell gescheitert. Denn vor Kurzem verkündete das Team, dass Crossfire: Legion bald vollständig von Steam verschwindet.
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Crossfire: Legion - Vorschau-Video zum Echtzeit-Strategiespiel.
Crossfire: Legion ist am Ende
Ein radikaler Schritt, der aber nicht überrascht. Das RTS verzeichnet seit Start des Early Access im Mai 2022 unterirdische Spielerzahlen. Zu keinem Zeitpunkt haben laut Steamdb jemals mehr als 400 Leute gleichzeitig gespielt.
Schon kurz nach dem Release krachten die Spielerzahlen auf täglich etwa 30 Leute runter und nur der 1.0- Release verschaffte nochmal einen winzigen Boost. Mittlerweile spielen, wenn es hochkommt, vielleicht noch zwei bis sechs Menschen jeden Tag rein. Am 18. August wird das Spiel ganz aus dem Shop genommen. Dazu sagt das Team in knappen Worten:
Grüße Commanders,
mit tiefem Bedauern müssen wir euch mitteilen, dass wir die aktive Entwicklung und den Support für Crossfire: Legion einstellen werden.
Als Teil dieses Prozesses wird Crossfire: Legion am 18. August um 18:00 Uhr PDT aus dem Steam Store entfernt und wird nicht mehr für neue Käufe verfügbar sein. Spieler, die das Spiel bereits besitzen, haben jedoch weiterhin vollen Zugriff über ihre Steam-Bibliothek.
Da es keine zukünftigen Updates oder technischen Support geben wird, kann es sein, dass die Multiplayer-Funktionalität mit der Zeit abnimmt oder in Zukunft nicht mehr verfügbar ist. Rückerstattungen werden in Übereinstimmung mit der Steam-Rückerstattungsrichtlinie gehandhabt.
Wir danken euch für all eure Unterstützung über die Jahre hinweg. Es war eine unglaubliche Reise - eine, die wir ohne euch nicht hätten machen können.
Gründe für das Scheitern von Crossfire gibt es viele. Insgesamt ist Echtzeit-Strategie inzwischen ein Genre, das nur noch selten wirklich aufblüht. Nicht grundlos haben sich große Publisher wie EA oder Blizzard lange davon abgewandt. Obendrein konnten die Leute wohl mit dem Crossfire-Universum nichts anfangen, und auch das Spiel an sich hat keine Duftmarke gesetzt.
Viel mehr ist es als etwas generisch wirkender C&C- oder Starcraft-Klon in der Versenkung verschwunden und hat zu keinem Zeitpunkt von sich reden gemacht.
Crossfire hat es weiterhin schwer
Es scheint also so, als würde Crossfire auch in Zukunft ein fernöstliches Phänomen bleiben. Immerhin war Crossfire: Legion nicht der erste gescheiterte Versuch, im Westen Fuß zu fassen. Auf den Konsolen sollte ebenfalls 2022 mit CrossfireX ein Shooter durchstarten, für den sogar die Alan-Wake-Entwickler von Remedy einbezogen wurden.
Doch auch hier blieb der große Erfolg aus. Das Spiel wurde regelrecht von Kritikern verrissen, steht bei Metacritic bei mickrigen 38 von 100 Punkten. Nur ein Jahr nach dem Release hat Smilegate hier ebenfalls die Segel gestrichen.
Zuletzt gab es etwas zu Crossfire im Westen zu sehen, als bei Amazon die Anthalogie-Serie Secret Level erschien. Eine Episode drehte sich hier nämlich ebenfalls um das Crossfire-Universum.
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