SwitchBots AI Art Frames sind so genial, dass ich gern mehr davon hätte - wenn der Preis nicht wäre

Kabellose E-Ink-Technologie, beeindruckende Akkulaufzeit und kreative Bildmöglichkeiten: Ich habe SwitchBots digitale Bilderrahmen ausprobiert. Für wen sich die Anschaffung lohnen könnte.

Der AI Art Frame von SwitchBot überzeugt im Alltag. Doch lohnt sich der saftige Preis? Der AI Art Frame von SwitchBot überzeugt im Alltag. Doch lohnt sich der saftige Preis?

Digitale Bilderrahmen haben den Vorteil, dass sie nicht auf ein Motiv beschränkt sind, sondern jedes beliebige Bild darstellen und sogar zwischen ihnen wechseln können. Sie haben jedoch auch einen großen Nachteil: Sie brauchen Strom.

Ihr braucht also zwingend eine Steckdose in der Nähe – und müsst einen ästhetischen Kompromiss eingehen. Denn wer einen digitalen Bilderrahmen an die Wand hängt, muss zwangsweise mit einem herabbaumelnden Stromkabel leben. Nicht jedoch bei den SwitchBot AI Art Frames.

Diese digitalen Bilderrahmen besitzen nämlich ein ultra-energieeffitientes E-Ink-Display sowie einen Akku. Sie kommen somit ohne Stromkabel aus, sehen beinahe aus wie echte Bilder und müssen monatelang nicht aufgeladen werden.

Ich habe beide Größen ausprobiert: den kleinen 7,3-Zoll-Rahmen (150 Euro) und das 13,3-Zoll-Modell (360 Euro). Mein Fazit vorweg: Wenn der Preis nicht wäre, hätte ich definitiv mehr davon in meinem Haus. Doch was bekommt ihr für euer Geld?

Was ist der SwitchBot AI Art Frame überhaupt?

Der SwitchBot AI Art Frame ist ein digitaler Bilderrahmen, der auf einem farbigen E-Ink-Display basiert. Statt eines leuchtenden LCD-Panels nutzt er Elektronen-Tinte, die – genau wie gedruckte Farbe – kein eigenes Licht erzeugt.

Das 13,3-Zoll-Modell des SwitchBot AI Art Frame an der Wand. Schön: Es nervt kein Stromkabel. Das 13,3-Zoll-Modell des SwitchBot AI Art Frame an der Wand. Schön: Es nervt kein Stromkabel.

Das Ergebnis wirkt matt, spiegelfrei und somit ähnlich zu einem echten Bild. Wer schon mal einen E-Book-Reader mit Farbe wie den Kindle Colorsoft gesehen hat, braucht sich das Ganze nur etwas größer vorzustellen. Es ist weniger Technik als vielmehr ein smartes Deko-Objekt.

Apropos Deko: Im Gegensatz zum Aura Walden und anderen LCD-Bilderrahmen gibt es hier kein Stromkabel. Ihr könnt den Rahmen mit einem Ständer überall aufstellen oder mit dem beiliegenden Zubehör aufhängen, ohne dass ein Kabel stört.

SwitchBot bietet auf der eigenen Website drei Größen an:

GrößeAuflösungPreis
7,3 Zoll800 x 480 Pixel150 Euro
13,3 Zoll1.600 x 1.200 Pixel350 Euro
31,5 Zoll2.560 x 1.440 Pixel1.500 Euro

Die Bilder werden mit der SwitchBot-App übertragen. In der App könnt ihr zudem die Reihenfolge sowie die Anzeigedauer euren Wünschen anpassen.

Rahmen und Verarbeitung: Stabil, aber mit Abstrichen

Auf den ersten Blick wirkt der AI Art Frame wie ein normaler Bilderrahmen. Der dunkle Alurahmen fühlt sich solide an. Das Passepartout (der helle Rahmen rund ums Display) wirkt dagegen weniger hochwertig als etwa beim ebenfalls von mir getesteten Aura Walden.

Der Lieferumfang: Wasserwaage und Zubehör für die Wandaufhängung sowie drei Ersatz-Passepartouts. Der Lieferumfang: Wasserwaage und Zubehör für die Wandaufhängung sowie drei Ersatz-Passepartouts.

Es bietet keinerlei Holz- beziehungsweise Papierstruktur und wirkt dadurch etwas plastikhaft. Da man das aber bei einem normalen Betrachtungsabstand nicht wahrnimmt, fällt es für mich nicht stark ins Gewicht. Dafür lässt es sich leicht reinigen und im Lieferumfang sind neben diversen Aufhängematerialien auch drei Ersatz-Passepartouts enthalten.

Was mich eher stört: Das Passepartout selbst ist recht breit, das eigentliche Display vergleichsweise klein. Ein guter Teil der Fläche geht also für den Rahmen drauf. Gerade beim 7,3-Zoll-Modell wird das deutlich. Ich hätte mir ein etwas schlankeres Passepartout gewünscht, obschon das natürlich Geschmackssache ist.

Das Passepartout ist sehr breit – das muss man mögen. Das Passepartout ist sehr breit – das muss man mögen.

Display: Fast wie ein echtes Bild, mit einem kleinen Aber

Die große Besonderheit ist, wie bereits gesagt, das E-Ink-Display, das hier seine Muskeln spielen lässt. Es ist unbeleuchtet, matt und spiegelfrei – und wirkt dadurch je nach gewähltem Motiv sehr natürlich. Klassische Ölgemälde wie die Mona Lisa oder Van Goghs Selbstporträt kommen besonders gut zur Geltung.

Van Goghs Selbstporträt auf dem 13,3-Zoll großen AIArt Frame. Van Goghs Selbstporträt auf dem 13,3-Zoll großen AIArt Frame.

Auch wenn Farben nicht immer exakt dargestellt werden und kleine Schrift auf dem 7,3-Zoll-Modell aufgrund der niedrigen Auflösung verschwimmt, sind Betrachtungswinkel und Kontrast optimal.

Es gibt aber zwei technologiebedingte Einschränkungen, die man kennen sollte:

  • Bei jedem Bildwechsel flackert das Display kurz für eine Weile. Sieht komisch aus, ist aber normal.
  • Aus nächster Nähe erkennt man das Pixel-Raster des Displays. Ab etwa 1,5 Metern Abstand verschwindet das vollständig.

Gut zu erkennen: das Punkteraster. Weniger gut zu erkennen (7,3-Zoll-Modell): die Schrift links im Bild. Hinweis: Die vertikale Linie in der Bildmitte ist Teil des Motivs und kein Darstellungsfehler. Gut zu erkennen: das Punkteraster. Weniger gut zu erkennen (7,3-Zoll-Modell): die Schrift links im Bild. Hinweis: Die vertikale Linie in der Bildmitte ist Teil des Motivs und kein Darstellungsfehler.

Gigantische Akkulaufzeit

Neben diesen Nachteilen bieten E-Ink-Displays den großen Vorteil, dass sie fast ausschließlich beim Wechsel des Bildes Strom verbrauchen. Steht ein Motiv still, wird kaum Energie benötigt – und das merkt man. Der Akku soll laut Hersteller bis zu zwei Jahre lang halten, wenn das Bild einmal pro Woche wechselt.

Über einen so langen Zeitraum konnte ich die Bilderrahmen zwar nicht testen, aber meine Testwerte sind nicht minder beeindruckend:

  • Nach einer Woche stündlichem Bildwechsel hatte ich noch 94 Prozent Akku.
  • Mit einem Bildwechsel alle 30 Minuten war er nach 30 Tagen auf 48 Prozent gefallen.
  • Nach 2,5 Monaten hatte ich weniger als 5 Prozent Akku.
  • Bei einem statischen Bild nahm der Akkustand auch nach Wochen nicht ab.

Das bedeutet: Je nach Nutzung hält der Akku mehrere Wochen oder Monate durch. Die Laufzeit von zwei Jahren bei seltenen Bildwechseln halte ich für durchaus realistisch. Das ist enorm beeindruckend.

App-Funktionen: Eigene Fotos, KI-Bilder und eine Galerie mit Kunstwerken

Ihr habt mehrere Möglichkeiten, den SwitchBot AI Art Frame mit Motiven zu bespielen. Am naheliegendsten: eigene Fotos von eurem Handy hochladen.

Das funktioniert über die SwitchBot-App problemlos, und ihr könnt entweder ein einzelnes Bild statisch anzeigen lassen oder eine automatische Diashow mit Intervallen von 15 Minuten bis zu 24 Stunden einrichten. So habe ich immer ein paar Zeichnungen meines Sohnes im Blick.

Ich habe die Kinderbilder meines Sohnes auf den Bilderrahmen gespielt. Ich habe die Kinderbilder meines Sohnes auf den Bilderrahmen gespielt.

Zudem gibt's die hauseigene Kunstwerk-Galerie von SwitchBot – mit diversen Motiven, darunter viele Illustrationen im japanischen Stil wie Hokusais berühmte Welle. Der Stil ist jedoch gewöhnungsbedürftig und spricht sicher nicht jeden an.

Und schließlich könnt ihr dank eingebauter KI-Bildgenerierung eure eigenen Fotos in einen bestimmten Stil umwandeln oder komplett neue Motive erstellen. Dazu beschreibt ihr einfach in Worten, was ihr wollt, und der Rahmen stellt das generierte Bild dar. Das funktioniert einwandfrei und sorgt für zahlreiche schöne Motive auf Knopfdruck – kostet aber extra.

Eine KI-generierte Grapefruit passt zu meinen anderen Bildern in der Küche. Eine KI-generierte Grapefruit passt zu meinen anderen Bildern in der Küche.

KI-Bilder gibt's nämlich nur im Abo ab 5 Euro im Monat, das allerdings monatlich kündbar ist. Für gelegentliche Experimente ist das vertretbar, aber es wäre schön gewesen, wenn SwitchBot zumindest ein kleines Freikontingent kostenlos anbieten würde. Immerhin: Ihr könnt das Abo 30 Tage lang kostenlos testen.

Übrigens könnt ihr Helligkeit, Sättigung und Kontrast aller Bilder in der App nachträglich anpassen und somit etwa Gemälde noch etwas mehr leuchten lassen oder eigene Fotos nachjustieren.

Kleiner Wermutstropfen: Pro Bilderrahmen könnt ihr maximal zehn Bilder speichern, eigene Fotos und KI-generierte Bilder inklusive. Wollt ihr also einen Bilderrahmen, der eure gesamte Fotomediathek abspielt, ist der AI Art Frame nicht das richtige Produkt für euch.

Datenschutz: Das müsst ihr wissen

Hier die wichtigsten Fakten aus den Nutzungsbedingungen:

  • Cloud-Processing: KI-Generierungen (AI Studio) finden auf externen Servern (AWS) statt, nicht lokal auf dem Gerät.
  • Sicherheit: Die Datenübertragung und -speicherung erfolgt verschlüsselt nach AES-256 Standard.
  • Löschpflicht: Das Löschen eines Bildes in der App entfernt dieses laut Hersteller auch unwiderruflich aus der Cloud.
  • Tipp: Nutzt für hochsensible private Fotos lieber den manuellen Upload statt der KI-Remix-Funktion.

Lohnt sich die Investition?

150 Euro für den 7,3-Zöller und 350 Euro für das 13,3-Zoll-Modell – das ist viel Geld, keine Frage. Farbige E-Ink-Displays sind technologisch noch recht teuer in der Herstellung, das erklärt den Preis zumindest zum Teil. Für diese Summe hätte ich mir ein realistischeres Passepartout oder wenigstens ein kleines kostenloses KI-Kontingent gewünscht.

Und dennoch: Die AI Art Frames haben mich überzeugt und ich würde mir gern mehr davon ins Haus holen. Schließlich kommen sie ohne nerviges Kabel aus und der Akku hält ewig. Dadurch kommen sie echten Kunstwerken oder Wandbildern viel näher, als es LCD-Bilderrahmen je könnten.

Die Zielgruppe ist klar: Wer Wert auf Ästhetik legt, öfter mal ein neues Bild an der Wand sehen möchte und partout kein Kabel sehen will, für den ist der SwitchBot AI Art Frame eine echte Option. Wer dagegen vor allem eigene Familienfotos in möglichst hoher Auflösung und mit satteren Farben zeigen will, ist mit einem herkömmlichen digitalen Bilderrahmen (oder einem ausrangierten Tablet) besser beraten.

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