Ich habe in den letzten Wochen und Monaten einige Tablets getestet und sie auch privat vor allem für eine Sache verwendet: Gaming.
Und ich bin richtig überrascht worden, wie gut das im Jahre 2025 geht. So gut sogar, dass ich sagen kann: Ein Tablet kann aus vier Gründen eine geeignete Alternative zu Steam Deck und Co. sein.
Welche Hardware habe ich verwendet? Für diesen Artikel habe ich das Redmagic Astra Gaming Tablet, den Razer Kishi V3 Pro-Controller und den GameSir G8 Plus verwendet. Zum Tablet erzähle ich euch mehr in diesem Artikel. Näheres zum Razer Kishi V3 Pro findet ihr in diesem Artikel:
Für den Gamesir G8 Plus habe ich noch keinen dedizierten Artikel geschrieben. Er ist aber eine hervorragende Option, wenn ihr besonders große Tablets, wie das iPad Pro in Handhelds verwandeln wollt.
- Das Redmagic Astra und der Razer Kishi V3 Pro wurden mir von den Herstellern für Testzwecke kostenfrei zur Verfügung gestellt. Eine Absprache oder Verpflichtung für einen Artikel gab es nicht.
- Den Gamesir G8 Plus habe ich mir selbst gekauft.
Grund Nr. 1: Spiele lokal vom PC streamen
Viele kaufen sich ein Steam Deck oder einen anderen Handheld als Ergänzung zur Konsole oder zum PC, um Spiele auch abseits vom Sofa oder Schreibtisch spielen zu können. Wenn ihr jedoch schon ein Tablet bei euch zu Hause habt, ist der Kauf eines dedizierten Handhelds unter Umständen gar nicht notwendig.
Mit dem Kauf eines Tablet-Controllers, wie dem GameSir G8 Plus oder dem Razer Kishi V3 Pro, verwandelt ihr euer Tablet in einen Streaming-Handheld. Damit ist folgendes möglich:
Spiele von eurer Steam-Bibliothek streamen: Die einfachste Methode, um Spiele von eurem Windows-Computer zu einem Tablet zu streamen, ist Steam Link. Dafür müsst ihr nur die App für iOS oder Android herunterladen und Steam auf eurem Host-PC, der sich in eurem lokalen Netzwerk befindet, offen haben.
- Macht aus eurem Tablet einen Steam-Streaming-Handheld
- Sehr einfach in der Verwendung und Einrichtung
- Auch auf Tablets ohne Google Play-Zugriff verfügbar
- Steam Link nutzt nicht die native Auflösung von eurem Tablet (schwarze Ränder können angezeigt werden)
- Der Bildschirm von eurem PC bleibt an
- Der PC lässt sich nicht über die Steam Link-App einschalten
- Eingabeverzögerung gegenüber nativen Spielen
- Grafikartefakte bei instabiler Verbindung
PC-Spiele per Moonlight spielen: Am liebsten verwende ich die App »Moonlight«, um meine PC-Spiele auf dem Tablet zu spielen. Auf dem Host-PC verwende ich eine andere App namens »Apollo« zu der sich Geräte mit Moonlight verbinden können.
Mit diesen zwei Apps kann ich alle PC-Spiele auf dem Tablet genießen und dabei sogar die native Auflösung und Bildschirmwiederholrate nutzen. Das Tablet wird einfach als weiterer Bildschirm von Windows erkannt. Gerade bei Gaming-Tablets, die eine hohe Bildschirmwiederholrate besitzen, ist diese Form von Streaming ein echter Game-Changer.
- Spielt alle eure PC-Spiele auf dem Tablet
- Nutzt die native Auflösung und Bildschirmwiederholrate vom Tablet
- Ihr könnt den PC vom Tablet aus hochfahren und abschalten (per Wake-On-Lan)
- PC-Bildschirm kann ausgeschaltet bleiben
- Komplizierter in der Einrichtung und Nutzung als Steam Link
- Leichte Eingabeverzögerung im Vergleich zum nativen Spielen
- Grafikartefakte möglich, wenn die Verbindung instabil ist
Wenn ihr wissen wollt, wie ihr Apollo und Moonlight auf eurem Tablet einrichten könnt, dann schaut dafür gerne in meinen ausführlichen Artikel zu diesem Thema rein.
Wie das in der Praxis aussieht, seht ihr in diesem Video:
8:06
PC-Spiele auf Handy, Tablet oder Handheld streamen – so funktioniert Moonlight in der Praxis
Grund Nr. 2: Tablets eignen sich hervorragend für Cloud Gaming
Solltet ihr keinen PC oder keine Konsole besitzen, dann könnt ihr euer Tablet auch als Cloud-Handheld verwenden – etwa für GeForce Now oder Xbox Cloud Gaming.
Wie gut eure Spielerfahrung damit ist, ist natürlich stark von eurer Internetverbindung abhängig.
- Für GeForce Now soll eine 15-Mbit-Verbindung für 720p-Gaming und 60 FPS ausreichen.
- Für Xbox Cloud Gaming sollen sogar 10 Mbit für dieselben Einstellungen reichen, aber 20 Mbit sind empfohlen.
Je schneller eure Verbindung, desto besser. Klar können unter optimalen Bedingungen 10 Mbit ausreichen, aber es reicht schon, wenn ein Handy im Hintergrund ein Update herunterlädt und schon ist euer Spielerlebnis die reinste Zumutung.
Meine Erfahrung mit Cloud-Gaming auf Tablets: Ich bin überrascht, wie gut das inzwischen funktioniert. Cloud-Gaming erlaubt es mir, ein Spiel wie Monster Hunter Wilds, das katastrophal schlecht auf den meisten Handhelds läuft, in einem Handheld-Formfaktor zu genießen.
- Die Eingabeverzögerung (über GeForce Now) war überraschend niedrig. Ein Fighting Game würde ich so nicht spielen wollen, aber Singleplayer-Action Spiele, wie eben Monster Hunter, waren sehr gut spielbar.
- Nicht häufig, aber immer wieder erinnert eine kurze Verzögerung oder Verschlechterung der Bildqualität daran, dass man gerade kein Spiel auf nativer Hardware spielt, sondern über eine Internetverbindung streamt.
Grund Nr. 3: Natives Gaming auf Tablets ist 2025 überraschend gut
Android ist inzwischen eine plausible Gaming-Plattform. Es gibt neben den vielen Freemium-Spielen, die zurzeit sehr beliebt sind, auch eine wachsende Auswahl an Titeln, die man nur einmal kauft und dann besitzt – was für ein Konzept, oder?
Solltet ihr euer Tablet nur für das Streamen von Spielen verwenden, ist die verbaute Hardware, abseits vom Bildschirm, weniger wichtig. Wollt ihr hingegen euer Tablet für native Spiele oder für das Spielen von Retro-Titeln nutzen, ist sie wichtiger.
Gaming-Tablets wie das Lenovo Legion Tab Y700 oder das Redmagic Astra Gaming Tablet bieten daher besonders schnelle Hardware und ab und zu sogar eine aktive Kühlung, wie es bei meinem Testgerät der Fall ist.
Damit kann selbst nach längeren Spieleinheiten eine konstante Leistung gehalten werden. Die meisten gewöhnlichen Tablets führen Wärme passiv ab oder drosseln den Prozessor, um Überhitzung vorzubeugen.
Das Redmagic Astra konnte mit aktiviertem Lüfter im 3DMark Extreme Stress-Test eine Leistungsstabilität von 86 Prozent vorweisen.
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Bei diesem synthetischen Benchmark wird eine anspruchsvolle 3D-Szene 20-mal hintereinander abgespielt, während unterschiedliche Metriken, wie etwa die FPS und Systemtemperatur, gemessen werden.
Das Ergebnis zeigt, um wieviel Prozent die Leistung mit jeder Wiederholung aufgrund von thermischer Drosselung abgenommen hat. So ergibt sich ein Prozentsatz, die Leistungsstabilität, mit der wir beurteilen können, wie gut ein Tablet oder Smartphone seine Leistung über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten kann.
Bei einer Leistungsstabilität von 86 Prozent ergibt sich also ein Leistungsverlust von 14 Prozent.
Grund Nr. 4: Ein Tablet ist eben auch noch ein Tablet
Zu guter Letzt handelt es sich bei einem Tablet immer noch um ein Gerät mit vielen verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten.
Es kann nicht nur als Handheld verwendet werden, sondern eben auch zum Abspielen von Videos, zum Scrollen durch soziale Netzwerke, zum Browsen von Webseiten oder sogar zum Arbeiten.
Die schnelle Hardware von Gaming-Tablets kann nicht nur zum Spielen, sondern eben auch für Videoschnitt oder Fotobearbeitung genutzt werden.
Der größte Vorteil eines Tablets gegenüber eines dedizierten Handhelds ist für mich die Vielseitigkeit. Ich könnte zwar auch mit einem Steam Deck Webseiten browsen und damit arbeiten, aber besonders praktisch finde ich das nicht.
Das Testgerät im Detail: Redmagic Astra Gaming Tablet
Das Redmagic Astra Gaming Tablet ist für mich schon jetzt eines der besten Tablets von 2025. Die Displaygröße von 9-Zoll ist nicht zu groß und unhandlich, aber groß genug, um selbst PC- und Konsolenspiele ordentlich darzustellen.
Der OLED-Bildschirm mit 165 Hz hat mich sehr beeindruckt und bei dedizierten Handhelds gibt es nur den Lenovo Legion Go 2, der ähnliche Spezifikationen aufweist.
Das Redmagic ist hochwertig verarbeitet und sogar IP54-zertifiziert. Somit es gegen Staub und Spritzwasser geschützt. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)
Dazu gibt es den Qualcomm Snapdragon 8 Elite, für den man normalerweise zu teuren Flaggschiff-Handys greifen muss.
Auch der Akku mit 8.200 mAh kann sich sehen lassen. Ich musste das Tablet bei regulärer Nutzung nur etwa alle drei bis vier Tage aufladen. Das beinhaltete Spiele-Sessions über Moonlight und GeForce Now, Web-Browsing und das Anschauen von YouTube-Videos.
Was mir an diesem Tablet jedoch nicht gefallen haben, waren die eingebauten Lautsprecher. Sie werden zwar schön laut, verzerren dann aber sehr stark und klingen sehr blechern. Immerhin sind zwei verbaut, aber man verdeckt sie schnell mit den Zeigefingern, wenn man ohne Controller spielt.
Preis und Verfügbarkeit
Eclipse (Schwarz)
- 12 GByte / 256 GByte: 500 Euro
- 16 GByte / 512 GByte: 650 Euro
- 24 GByte / 1 TByte: 850 Euro
Starfrost (Silber)
- 12 GByte / 256 GByte: 500 Euro
- 16 GByte / 512 GByte: 650 Euro
Das Tablet ist in Deutschland beim Hersteller verfügbar.
Technische Spezifikationen
- Display: 9,06-Zoll OLED, 165 Hz, 2.400 x 1.504 Pixel, 313 PPI, 1.600 Nits
- Gehäuse: 134,2 x 207 x 6,9 mm, 370 Gramm, IP54
- Prozessor: Snapdragon 8 Elite
- Speicherkonfigurationen: 12/256, 16/512, 24/1TB
- Kühlung: Turbo-Lüfter mit 20.000 RPM
- Konnektivität: Wifi 802.11 a/b/g/n/ac/ax, Bluetooth 5.4, USB-C 3.2 Gen2
- Hauptkamera: 13 Megapixel, 4K 30 FPS
- Frontkamera: 9 Megapixel, 1080p 30 FPS
- Betriebssystem: Android 15, Redmagic OS 10.5
- Akku: 8.200 mAh
Meine Empfehlung: Ein Tablet für Gaming kann sich lohnen, aber nicht immer
Wenn ihr noch keinen Gaming-Handheld besitzt, euch diese zu teuer sind, aber trotzdem Spiele bequem vom Sofa, im Bett oder unterwegs spielen wollt, dann könnte ein Tablet eine geeignete Alternative sein. Und vielleicht habt ihr eines sogar schon daheim?
Das lokale Streamen von heimischen Konsolen oder PCs ist heute besser denn je, und selbst Cloud Gaming funktioniert mit einer schnellen Internetverbindung überraschend gut. Dafür müsst ihr auch nicht zu einem teuren Gerät mit High-End-Ausstattung greifen. Das ist nur notwendig, wenn ihr native Spiele spielen wollt und andere leistungsintensiven Apps verwenden wollt.
Wenn ihr jedoch empfindlich für Eingabeverzögerung seid oder auch schnelle Actionspiele in einem tragbaren Formfaktor spielen wollt, dann lohnt sich eher der Griff zu einem Handheld oder einem Gaming-Laptop.

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