Technik soll Fußball fairer machen, doch die WM hat schon wieder gezeigt, dass die FIFA auf dem falschen Weg ist

Beim Viertelfinale zwischen England und Norwegen kam es zu einem folgenschweren Vorfall, den die FIFA viel zu leichtfertig wegwischt.

Ein weiterer Vorfall bei der Fußball-WM macht für Nils deutlich, dass der Umgang der FIFA mit Technik stark zu wünschen übrig lässt. (Bild: fifa.com) Ein weiterer Vorfall bei der Fußball-WM macht für Nils deutlich, dass der Umgang der FIFA mit Technik stark zu wünschen übrig lässt. (Bild: fifa.com)

Bei der aktuell laufenden Fußball-WM kommen Bälle mit Sensoren im Inneren zum Einsatz, die unter anderem Berührungen mit Spielern oder Objekten erkennen sollen.

Die Idee dahinter ist simpel: Die Sensoren sind als Hilfsmittel für kritische Situationen gedacht, in denen es von großer Bedeutung ist, ob eine bestimmte Berührung stattgefunden hat oder nicht.

Doch das funktioniert nur dann, wenn die Sensoren absolut zuverlässig arbeiten. Im Viertelfinale zwischen England und Norwegen kam es nun zu einem Ereignis, das in meinen Augen einmal mehr klar zeigt, dass das nicht der Fall ist.

Besonders problematisch wird das Ganze durch das Verhalten der FIFA in diesem Zusammenhang.


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Was genau ist passiert?

Kurz vor dem Ausgleich zum 1:1 durch Jude Bellingham kam es zu einem Abschlag durch den norwegischen Torhüter.

Bilder von der Szene legen nahe, dass der Ball eine Kamera berührt hat, die sich weit oberhalb des Spielfelds befindet, da sich seine Flugbahn leicht, aber dennoch sichtlich verändert (siehe unten).

Die auch von der FIFA bei der WM genutzten offiziellen Regeln der Organisation International Football Association Board besagen, dass das Spiel in so einem Fall unterbrochen werden muss und mit einem Schiedsrichterball an der Stelle fortgesetzt wird, wo es zu dem Vorfall kam.

Doch die FIFA streitet mit Verweis auf die Sensoren im Inneren des Balls ab, dass es zu einer solchen Berührung kam. Hier könnt ihr euch selbst ein Bild davon machen:

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Die Bilder sind für mich eindeutig

Meiner Meinung nach sieht man bereits im obigen Video, dass die Flugbahn des Balls von etwas beeinflusst wurde.

Doch es gibt weiteres Bildmaterial dazu, das diesen Umstand noch deutlicher macht.

Im folgenden Video, das als Reaktion auf den X-Beitrag der FIFA gepostet wurde, ist die veränderte Flugbahn zur Seite hin durch ein Heranzoomen besser zu erkennen:

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Das Problem haben auch Spieler von Norwegen auf der Ersatzbank in unmittelbarer Nähe zu dem Vorfall und der Torwart selbst erkannt und sich beim Schiedsrichter beschwert.

Aber da er selbst die Berührung nicht bemerkt hat und die Sensoren im Ball nicht angeschlagen haben, zählte das Tor.

Wir erinnern uns: Es handelt sich um dieselbe Technik, die eine minimale Ballberührung durch das Haar eines kroatischen Spielers in der 16te-Final-Partie gegen Portugal erkannt haben soll (mehr dazu im Artikel Wach auf, FIFA: So kann es mit dem Weltfußball nicht weitergehen).

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Die Reaktion der FIFA macht es sich viel zu leicht

Man kann darüber streiten, wie fair oder sinnvoll es gewesen wäre, England das Tor aufgrund des Vorfalls abzuerkennen.

Doch entsprechende Regeln gibt es nun mal, und wenn die FIFA auf Basis fragwürdiger Sensortechnik darauf pocht, sie korrekt umgesetzt zu haben und versucht, damit jede weitere Diskussion im Keim zu ersticken, empfinde ich das als höchst problematisch.

Ich hoffe daher sehr, dass die verbleibenden Spiele der WM so verlaufen, dass die Technik im Inneren des Balls keinerlei Rolle mehr spielt – und die FIFA endlich einsieht, dass sie sich nicht blind darauf verlassen kann.


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