Lange Zeit hat mich kein Buch mehr so gepackt wie The Housemaid von Freida McFadden. Zwei Tage lang habe ich jede freie Minute damit verbracht, weil mich jede Wendung förmlich an die Seiten fesselt.
Umso neugieriger bin ich natürlich, wie Regisseur Paul Feig (Taffe Mädels, Nur noch ein kleiner Gefallen) die Figuren in seiner Adaption zum Leben erwecken will. Neugierig, aber auch skeptisch, denn eines der coolsten aktuellen Thriller-Bücher verfilmst du mal nicht so nebenbei.
Wer etwas Geduld mitbringt und über die ein oder andere Sache hinwegsieht, der bekommt einen der spannendsten Thriller des Jahres geliefert.
Worum geht’s in The Housemaid?
Millie Calloway (Sydney Sweeney) sucht nach dem Absitzen ihrer Haftstrafe händeringend nach einem neuen Job. Als sie von einer superreichen Familie als Hausmädchen angestellt wird, glaubt sie, den Jackpot geknackt zu haben. Doch der Schein trügt.
Die Hausherrin Nina Winchester (Amanda Seyfried) entpuppt sich als launisches Monster, das Millie das Leben zur Hölle macht. Zum Glück gibt es noch ihren charmanten Ehemann Andrew (Brendan Sklenar), der Millie, im Gegensatz zu Nina, gut behandelt.
Hinter der Fassade des Vorstadthauses passiert jedoch um einiges mehr, als Millie zunächst annimmt. Sie wird von Nina und Andrew in ein gefährliches Spiel verwickelt, aus dem es scheinbar kein Entkommen gibt.
The Housemaid – Wenn sie wüsste erscheint am 15. Januar 2026 in den deutschen Kinos. In den USA war der Film bereits im Dezember 2025 zu sehen.
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The Housemaid: In der Verfilmung eines Thriller-Bestseller wird ein Job als Hausmädchen zu einem wahrgewordenen Albtraum
Der Cast hat Potenzial, aber es gibt ein Problem
Es ist bei Weitem keine leichte Aufgabe, die perfekte Besetzung für einen weltweiten Bestseller zu finden. Denn zwischen den Meinungen der Fans und der Produktion liegen oft Welten. Und ja, ich habe mir die Charaktere Enzo, Andrew und besonders Nina und Millie ebenfalls anders vorgestellt. Letztendlich kann ich mich aber mit Amanda Seyfried, Sydney Sweeney und Co. anfreunden.
Besonders Seyfried geht in ihrer Rolle als launische Hausherrin komplett auf. Selbst ich als Zuschauerin habe das Gefühl, ich bin auf einer ständigen Achterbahnfahrt ihrer schnell umschlagenden Gemütszustände gefangen.
Brendan Sklenar liegt der Part des liebenden und fürsorglichen Ehemanns sehr gut. Seine Figur wird jedoch hinten raus immer komplexer, hier wirkt er gelegentlich mit all den Facetten überfordert.
Sydney Sweeney ist eine solide Millie – keine Frage. Aber es gibt ein Problem: Die Hauptfigur wird zu stark sexualisiert. Sie wirkt im Buch eigentlich eher naiv und zurückhaltend. Sweeney hingegen läuft viel zu oft in knappen und weit ausgeschnittenen Tops herum, als dass sie einfach einen normalen Pulli trägt.
Versteht mich nicht falsch, ein Film darf natürlich mit Attraktivität spielen, aber hier lenkt sie von der Handlung ab, statt sie zu unterstreichen. Ich werde das Gefühl nicht los, dass man vor allem Lesern von spicy Romance-Büchern eine Show bieten möchte. Gleiches gilt übrigens auch für Sklenar und die generelle Beziehung zwischen Andrew und Millie.
Sinnvoller Kitsch
Apropos stumpf: Beim Lesen habe ich The Housemaid nie als kitschig wahrgenommen, doch die Handlung des Films wird mit jeder Minute plumper und vorhersehbarer. Sogar mein Kollege Marco, der den Thriller nicht gelesen hat, konnte mir währenddessen genau sagen, was als Nächstes passiert.
Ich kann euch aber beruhigen: Es lohnt sich, bis zum Ende sitzenzubleiben und die kitschigen Passagen über sich ergehen zu lassen. Wenn ihr nach dem Film den Kinosaal wieder verlasst, wisst ihr, was ich meine.
Ohne zu viel zu verraten: Die teils unangenehmen Dialogzeilen und Situationen sind genauso gewollt und fügen sich wie ein Puzzleteil in die Handlung ein. Wenn ihr diese Momente übersteht, wartet ein interessanter Twist auf euch.
Der Film bleibt seiner Buchvorlage treu
Ich habe keine einzige Szene aus dem Roman vermisst und was noch viel besser ist: Wenn etwas leicht verändert wurde, hat es mich absolut nicht gestört. Denn die nötigen Neuerungen sorgen dafür, dass die Handlung in sich stimmig ist und der Film sein volles Potenzial ausschöpfen kann.
Eine Sache hätte ich jedoch verändert: das Ende. Der Roman hat mich damals sehr enttäuscht zurückgelassen, und der Film ist seinem Vorbild gefolgt. Hier hätte ich mir eine clevere Alternative gewünscht.
Wer einfach eine gute Zeit im Kino haben möchte und ein bisschen Kitsch für einen spannenden Twist verkraften kann, der wird mit The Housemaid seinen Spaß haben. Dafür müsst ihr das Buch auch nicht kennen.
Mich hat der Film definitiv nicht enttäuscht, und ich werde ihn mir bestimmt noch einmal per Streaming anschauen. Wann und wo The Housemaid dort erscheint, ist noch nicht bekannt.
Übrigens gibt es jetzt bereits Neuigkeiten zur Fortsetzung: Der zweite Band der Housemaid-Reihe soll noch 2026 verfilmt werden – sehr wahrscheinlich wieder mit Sweeney in der Hauptrolle.
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