Die meiste Zeit meines Lebens hat mich Star Trek nicht interessiert, auch wenn Raumschiff Enterprise - Das nächste Jahrhundert
bei meiner Mutter früher hoch- und runterlief. Ich war immer ein Star-Wars-Kind und beides zu mögen war für mich keine Option.
Der Wendepunkt kam erst Anfang 2022 mit der Sci-Fi-Satire The Orville. Der habe ich nur eine Chance gegeben, weil sie von dem Family-Guy-Mastermind Set MacFarlane stammt. Zum Glück!
Ich erwartete eine alberne Star-Trek-Parodie, doch ich bekam eine überraschend tiefgründige Liebeserklärung an das Sci-Fi-Genre. Und wenn ihr schon alles von Star Trek durchgeschaut habt, kein Paramount+ besitzt oder einfach nur herzliche Weltraum-Abenteuer mögt, dann solltet ihr The Orville auch auf dem Zettel haben.
Was ist The Orville?
- Genre: Sci-Fi/Comedy
- Veröffentlichung: 2017 bis 2022
- Anzahl Staffel: 3
- Showrunner: Seth MacFarlane
- Besetzung: Seth MacFarlane, Adrianne Palicki, Penny Johnson und Scott Grimes
- Wo streamen? Disney Plus
Darum geht's: The Orville spielt 400 Jahre in der Zukunft und erzählt die Geschichte von Ed Mercer (Seth MacFarlane), der frisch zum Captain der Orville ernannt wurde und fremde Planeten erkunden soll. Zunächst ist er seiner Aufgabe nicht gewachsen, Komplikationen sind daher vorprogrammiert. Doch er hat das Herz am rechten Fleck und führt seine Crew von Mission zu Mission.
Probleme gibt es nicht nur auf den fremden Planeten, sondern auch an Bord. Eds erste Offizierin ist nämlich seine Ex-Frau Kelly Grayson (Adrianne Palicki), die nur bedingt gut auf ihren ehemaligen Partner zu sprechen ist. Für noch mehr Chaos sorgt der Pilot Gordon Malloy (Scott Grimes). Der ist zwar ausgezeichnet in seinem Job, aber auch ordentlich verpeilt und Eds bester Freund.
Und was wäre eine Sci-Fi-Serie ohne Aliens und Roboter? Ebenfalls mit dabei ist die wandelnde Super-KI Isaac (Mark Jackson), die alle Menschen für minderwertig hält, und der grimmige Moclaner Bortus (Peter Macon), der durch seine trockene Art für einige Lacher sorgt. Aber seht einfach selbst:
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The Orville - Trailer zur neuen Comedy-Serie von Seth MacFarlane als Sci-Fi-Satire
Was macht The Orville so besonders?
Das Genie hinter The Orville liegt für mich in der Fülle an zahlreichen Elementen, die ausgezeichnet ineinandergreifen.
Tolle Charaktere: Zunächst ist da die charmante und facettenreiche Haupt-Crew, die ich schon in der ersten Folge ins Herz geschlossen habe. Im Verlauf der Serie kommt es zu vielen schicksalsträchtigen Momenten und stets fiebere ich mit, keiner von ihnen ist mir egal.
Gelungener Genre-Mix: Dann ist da der ausgezeichnete Mix aus erwachsener Sci-Fi mit leichtem, teils stumpfem Humor. Immer wieder bringt mich The Orville zum Lachen. Doch ich habe nie das Gefühl, gerade nur
eine Sitcom zu schauen. Die Witz-Frequenz ist deutlich geringer als bei Family Guy und der generelle Humor weniger übertrieben.
Ich betrachte ihn als gelungenes Extra zur Geschichte, die sich teilweise als überraschend tiefgründig erweist. Die Episoden zur Geburt eines bestimmten Kindes sowie zur Machtergreifung der Kaylonier beschäftigen mich noch heute gelegentlich.
Abwechslung: Die meisten Folgen von The Orville sind in sich abgeschlossen. Dadurch bekomme ich fast jedes Mal ein neues Abenteuer, einen neuen Planeten oder eine neue Spezies serviert. Abwechslung wird hier großgeschrieben!
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The Orville - Neue epische Abenteuer im kurzen Trailer zu Staffel 2 mit Seth MacFarlane
Auch was fürs Auge: Optisch kann The Orville mit anderen Serien mithalten. Was mich besonders begeistert, ist die farbenfrohe Gestaltung der Charaktere, Kleidungen und Planeten. Heute sind mir viele Filme zu dunkel gehalten, oft sehne ich mich zu den bunten Abenteuern aus den 00er-Jahren zurück. Die treffen bei mir einfach einen Nerv.
Auch was für Berufstätige: The Orville ist keine lange Serie und besteht bisher aus gerade mal 36 Episoden. Damit kann ich sie ohne Probleme bei einem vollen Terminkalender bis zum Ende genießen. Auch wenn die zehn Episoden der dritten Staffel statt der üblichen 40 Minuten satte 60 bis 90 Minuten lang sind. Aktuell schaue ich Supernatural und da habe ich in sechs Wochen etwas über 40 der insgesamt 327 Folgen geschafft ... Als Jugendlicher war das super, heute fühlt es sich beinahe an, wie eine zusätzliche Aufgabe.
Da kommt noch was: Auch wenn die letzten Folgen Ende 2022 ausgestrahlt wurden, ist The Orville noch nicht zu Ende. MacFarlane hat das Drehbuch für Season 4 bereits fertig, allerdings fehlt ihm aktuell die Zeit, es umzusetzen. Wenn die Zeit reif ist, sind weitere Folgen aber praktisch sicher.
Jetzt auch Star Trek
Ohne The Orville würde ich Star Trek vermutlich noch heute für die bunten Kostüme, die auf den ersten Blick klischeebehaftete Welt und die kuriosen Namen von Planeten und Außerirdischen belächeln. Dass mir auch das Spaß machen kann, habe ich erst durch The Orville festgestellt.
Auch heute bin ich noch nicht tief in die Welt von Star Trek eingetaucht, aber die Serien Starfleet Academy und Strange New Worlds gefallen mir gut. Und wenn ich Letztere bald durch habe, werde ich mich zeitnah an die Reboot-Filme mit Chris Pine und Zachary Quinto machen. Das erste Lego-Set ist bei mir auch schon im Anmarsch und wer weiß, was die Zukunft noch so bringt. Vor The Orville war das für mich undenkbar.
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