Rätsel-Expedition
Das ist der absolute Anfang der Geschichte; viel mehr will ich nicht erzählen, denn die Überraschungen im Spiel haben mir gut gefallen. Das Roboter-Ensemble wirkt gut geschrieben und liebt hitzige Diskussionen, das englische Skript und die Sprachausgabe überzeugen mich (eine deutsche Sprachausgabe ist nicht geplant). Die ausladenden Multiple-Choice-Gespräche führen schnell auf politisches Glatteis.
Nach dem kurzen Prolog hat Talos 2 mich auf eine Expedition geschickt. Sie scheint den Hauptgang des Spiels auszumachen. Ich reise mit meiner Robo-Gruppe auf eine geheimnisvolle Insel, auf der mächtige, futuristische Ruinen herumstehen. Wer hat sie gebaut? Wie lang stehen sie da? Das sind spannende Fragen. Doch vor jeden Hinweis haben die Designer erst einmal Rätselstrecken gelegt.
Neue Farbenlehre
Und hier ist es wieder ganz so wie in Talos 1. Eine Handvoll neuer Spielmechanismen reicht, um mir brutale Hund-Stock-Momente zu bescheren. Das erste neue Spielzeug sind Farben: In den Rätselräumen hängen wieder blaue, rote und grüne Strahler an den Wänden.
Sie müssen richtig umgeleitet werden, um Schalter zu aktivieren und Türen zu öffnen. Doch diesmal muss ich die Strahlen nicht nur umleiten, sondern auch die Farben passend mischen, damit eine Tür aufgeht. Wer Farben anders sieht, findet übrigens verschiedene Möglichkeiten, sie in den Optionen umzustellen. Respekt!
Kaum habe ich die Feinheiten der Farbmischung und -umleitung verinnerlicht, kommt das nächste Gerät dazu: Es kann kreisrunde Löcher in Wänden öffnen – und haarsträubende neue Möglichkeiten.
Die Rätsel in der Talos-2-Preview sind didaktisch aufgebaut. Zuerst muss ich eine neue Möglichkeit verstehen, um ein Rätsel zu lösen – etwa Strahlen über zwei Etagen umleiten, damit sie sich nicht kreuzen und gegenseitig blockieren. Und dann setzen spätere Rätsel voraus, dass ich das neue Wissen auch einsetze.
»Gehirn benutzen!« – Drei Fragen an Verena Kyratzes, Autorin
GameStar: The Talos Principle ist 2014 erschienen. Warum kommt die Fortsetzung erst jetzt?
Verena Kyratzes: Warum erst nach 8 Jahren? Croteam hat in der Zwischenzeit an Serious Sam 4, Serious Sam VR und einem halben Dutzend anderer, kleinerer Projekte gearbeitet und von der Serious Engine auf Unreal 5 umgesattelt. Das braucht alles seine Zeit.
GameStar: Wie lang wird das Spiel und wie wahnsinnig werden die Rätsel?
Verena Kyratzes: Das Spiel wird, je nachdem wie viele der Geheimnisse du finden willst, etwa so lang wie Talos 1 werden. Der Schwierigkeitsgrad der individuellen Rätsel ist auch vergleichbar, aber die Verteilung ist ganz anders. In Talos 1 waren alle wirklich schweren Rätsel im letzten Drittel des Spiels. In Talos 2 gibt es in jedem Puzzle-Cluster ein paar schwierige Rätsel, aber um weiterzukommen, muss man die nicht unbedingt alle lösen.
GameStar: Philosophische Gedankenspiele und Kopfschmerzrätsel, gehört das zusammen?
Verena Kyratzes: Für uns passt das logisch zusammen - im Gameplay sowie in der Story muss man sein Gehirn benutzen. Ich glaube, sonst hätten wir das Spiel nicht gemacht!
Das soll so schwer sein
Grundsätzlich müssen nicht alle Rätsel zwingend gelöst werden, damit es im Spiel weitergeht. Klügere Menschen als ich freuen sich auf ein paar optionale Kopfnüsse, die sich abseits der nötigen Rätsel verstecken.
Außerdem habe ich beim Erkunden Möglichkeiten gefunden, wenigstens ein paar Rätsel zu überspringen. Doch das hat mich nicht überzeugt. Wenn ich einen Lösungsweg einfach auslasse, dann habe ich nichts gelernt. Und dann fällt mir die verpasste Lektion vielleicht in einem späteren Rätsel auf die Füße.
Ich hätte mir den einen oder anderen sanften Tipp gewünscht, wenn ich ganz offensichtlich seit einer Viertelstunde im selben Rätsel auf dem Schlauch stehe. Doch das ist auch eine Frage der Spielphilosophie. Dieses Spiel will mir den Kopf zerbrechen. Und wenn ich es dann endlich kapiert habe, dann ist das Hochgefühl umso größer.
Ich freue mich auf die Kopfschmerzen. The Talos Principle 2 erscheint am 2. November 2023 für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X/S.
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