Was macht ihr, wenn bei eurem PC der Speicherplatz knapp wird? Ihr haut altes Zeug runter, logisch! Genau das macht offenbar auch mein Gehirn und entledigt sich (vermeintlich!) überflüssiger Informationen. Wie genau mein Denkapparat die Unterscheidung nützlich/nutzlos trifft, ist mir allerdings ein Rätsel.
Ich weiß noch genau wie der Typ heißt, der mir auf einem Festival 2023 in der ersten Reihe vor der Bühne erklärt hat, wie moderne Line-Array-Lautsprecheranlagen funktionieren – hallo, Ludwig! Aber wie die Kinder meines Nachbarn mit Vornamen heißen … äh …
Gerne hätte ich auch die Story von The Witcher 3 im Gedächtnis behalten, das ich beim Erscheinen vor über zehn Jahren immerhin zwei Mal durchgespielt habe (jeweils auf PC und auf Konsole). Aber nein, Geralts Geschichte ist irgendwie im mentalen Papierkorb gelandet.
Wie war noch gleich das Verhältnis zwischen dem Hexer und dieser Yennefer? Sind die Nilfgaarder jetzt die Guten oder die Bösen? Und wie kommt ein Empathie-Stoffel wie Geralt überhaupt dazu, Ciri als Pflegetochter großzuziehen? All das habe ich komplett vergessen, von den Ereignissen aus den ersten beiden Witcher-Teilen ganz zu schweigen.
Alles neu!
Deshalb fühlt sich The Witcher 3 im Remaster für mich wunderbar neu an! Egal ob es um die Hauptstory mit der Wilden Jagd und Ciri geht oder um eine der unzähligen kleinen Begebenheiten drumherum, die Flut an Geschichten ist eine wahre Freude.
Und erst die Charaktere! Ich leide mit dem Schwertschmied Hattori, verachte Radovid V. von ganzem Herzen, lache über die Felsentrolle, bin gegenüber dem windigen Sigismund Dijkstra lieber vorsichtig und ein bisserl in die Theaterintendantin Irina Renarde verliebt (die köstliche Aufführung mit Geralt in der Hauptrolle hatte ich auch komplett vergessen). Edelmütig wie ich bin, helfe ich armen Witwen, finde Vermisste und lege mich mit der Unterwelt von Novigrad an.
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