The Witcher: Henry Cavill über seine persönliche Verbindung zu Geralt

Der Darsteller von Geralt von Riva in der Netflix-Serie The Witcher spricht im Interview darüber, warum und wie er sich mit dem Hexer identifiziert.

von Christian Just,
31.12.2019 14:05 Uhr

Netflix' The Witcher: Henry Cavill spricht über seine Beziehung zur Rolle als Geralt von Riva. Netflix' The Witcher: Henry Cavill spricht über seine Beziehung zur Rolle als Geralt von Riva.

Wie sehr identifiziert sich Geralt-Darsteller Henry Cavill mit seiner Rolle in der neuen Netflix-Serie The Witcher? Im Interview mit Polygon beantwortet der 36-jährige Brite diese Frage ausführlich. Dabei wird klar, dass sich der Charakter des grimmigen Monsterjägers an manchen Stellen mit Cavills Selbstbild überschneidet.

Cavill erkennt sich besonders in Geralts Willen wieder, stets das Richtige zu tun. Laut Cavill ist es immer Geralts Ziel, die richtigen Entscheidungen zu treffen und die Menschen zu beschützen, die seine Hilfe bräuchten. Dabei sei er aber auch dazu bereit, die »notwendigen, härteren Dinge«, die erforderlich sind, zu tun. Hier erkennt sich Cavill wieder, der einst eine militärische Ausbildung angestrebt hatte.

Auch in der politischen Dimension von The Witcher und den Einstellungen von Geralt von Riva findet Cavill Schnittmengen:

"Sicherlich kann die Art und Weise, wie er einige der Machenschaften in der Politik betrachtet, mit meiner eigenen übereinstimmen. Ich fühle einfach eine Verbundenheit mit dem Charakter. Und das könnte tatsächlich daran liegen, dass ich schon so lange im Fantasy-Genre gelebt habe; viele dieser Charaktere haben ähnliche Verbindungen zueinander, und das kann oft durch die eigene Psyche oder durch Schriftsteller, die sich gegenseitig inspirieren, geschehen. Geralt kam mir von Anfang an sehr vertraut vor."

»Kleinigkeiten« in der Hexer-Stimme

Eine weitere Frage der Interviewer zielt auf die Stimme und Sprache von Geralt. Fans der Spiele haben eine ziemlich genaue Vorstellung davon, wie ein Geralt klingen muss, um glaubhaft zu sein. Auch die streckenweise sehr dialoglastigen Romane haben bei Kennern ein Bild geprägt, wie ein Geralt von Riva sprechen sollte.

Cavill erkannte eine weitere Herausforderung: Die Unterschiede zum ersten Buch »Der letzte Wunsch« von Andrzej Sapkowski, einer Kurzgeschichtensammlung, auf dem die erste Staffel der Netflix-Serie zu großen Teilen beruht. Cavill hatte Sapkowskis Werk und die Spiele-Adaptionen in Vorbereitung auf seine Rolle studiert.

Während Geralt in der Romanvorlage oft lange innere Monologe und Gespräche mit anderen Charakteren führt, ist die Netflix-Serie anders aufgebaut. Hier steht nicht der Hexer allein im Mittelpunkt, sondern stärker als im Buch auch die beiden Charaktere Ciri und Yennefer. Das reduziert den Sprechanteil von Geralt im Vergleich zu den Büchern stark.

"Für mich ging es darum, es auf die Essenz dessen, wer Geralt ist, zu reduzieren. In den Büchern gibt es Komplexitäten und Nuancen in lange geführten Gesprächen. [...] Da es eine Auswahl an Handlungssträngen gibt, diese Handlungsstränge leicht angepasst sind und es weniger Möglichkeiten gibt, in langen Gesprächen außergewöhnlich, wortreich und nuanciert zu sein, musste ich es auf Geralts hartes Äußeres und seine Direktheit reduzieren."

So hätte Henry Cavill oft Kleinigkeiten in der Stimme und im Verhalten des Hexers in seine Darstellung eingebaut, etwa im Bezug auf Geralts übermenschliche Hexer-Sinne. Ein Schnuppern hier, ein Innehalten und Lauschen da - so hat Cavill versucht, den Hexer möglichst glaubhaft zu interpretieren. Aber auch die Wahl der Betonung oder der Stimmfarbe hat bei diesen Überlegungen eine Rolle gespielt.

Schaut euch unser Review zur ersten Staffel von The Witcher an, wenn ihr eine Einschätzung zur Qualität der Netflix-Adaption braucht:

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