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Die Bundesnetzagentur ermittelt gegen Steam, Schuld ist ein besonders geschmackloses Spiel

Schon vor Wochen wurde ein ziemliches Schundspiel von Steam entfernt, trotzdem geht dem jetzt eine deutsche Bundesbehörde nach. Das sind die Gründe.

Eine deutsche Behörde fasst Steam ins Auge. Eine deutsche Behörde fasst Steam ins Auge.

Hat Valve beim Betreiben von Steam seine Sorgfaltspflicht verletzt? Dem will derzeit die deutsche Bundesnetzagentur nachgehen. Grund dafür ist der noch relativ frische Digital Service Act der Europäischen Union, kurz DSA. Die deutsche Schnittstelle ist in Form des Digital Service Coordinators bei der BNetzA aufgehängt.

Demnach müssen Online-Plattformen wie eben Steam ihren Nutzern zugängliche Möglichkeiten bieten, potenziell rechtswidrige Inhalte zu melden. Diesen User-Meldungen muss Steam dann auch mit Nachdruck eine Entscheidung fällen, ob der Inhalt auf der Plattform bestehen darf oder nicht.

Aktuell steht die Vermutung im Raum, dass Steam hier womöglich gegen die Auflagen verstößt. Warum die Bundesnetzagentur gerade jetzt hellhörig wird? Das hat mit dem Trubel rund um ein ziemlich geschmackloses Spiel zu tun.

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Kritik an einem geschmacklosen Spiel

Schon im Mai sorgte der kontroverse Plantation Simulator auf Steam für Aufsehen. Noch nie davon gehört? Glück gehabt. Das Spiel wirkte wie extremer Ragebait und hat auch mehr Aufmerksamkeit bekommen, als ihm vermutlich zusteht.

Das unaufwendig entwickelte Spiel mit Pixelgrafik bestand vor allem darin, als weißer Plantagenbesitzer schwarze Feldarbeiter auszupeitschen und so Effizienz und Ertrag der Plantage zu steigern. Dieser plakativ geschmacklose Inhalt sorgte für jede Menge Entsetzen und Kritik.

Um der Kritik entgegenzuwirken, wurde zuerst ein Patch aufgespielt, mit dem die Arbeiter ebenfalls weiß wurden. Wirklich besser wurde die Situation dadurch aber nicht. Am 26. Mai wurde das Spiel dann von Steam entfernt. Etwa zwei Wochen also, nachdem das Spiel bei Steam erschienen ist.

Soweit alles wieder gut? Noch nicht ganz. Denn der Plantation Simulator wurde zwar von Valve gelöscht, allerdings erst auf Nachfrage des Entwicklers selbst, obwohl das Spiel davor schon tagelang in der öffentlichen Kritik stand.

Ein gelöschtes Spiel hat Nachwirkungen

Dass der Entwickler des kontroversen Spiels erst selbst beantragen musste, das Spiel von Steam zu entfernen, hat französische Ermittler der Arcom (die französische Aufsichtsbehörde für digitale Medien) offenbar stutzig gemacht. Bei einem derart offensichtlich problematischen Spiel wäre wohl die Erwartung gewesen, dass Valve früher selbständig tätig wird.

Da Valves gesetzlicher EU-Vertreter allerdings in Deutschland angemeldet ist, wurde der Fall an die Bundesnetzagentur übergeben, die jetzt eine Ermittlung einleitet. Dabei geht es gar nicht darum, ob der Inhalt des Spiels tatsächlich rechtswidrig war oder nicht. Die Bundesnetzagentur ist nur skeptisch, dass Valve bis zur Beantragung des Entwicklers selbst keine Anzeichen gezeigt hat, ob sie den Fall intern überprüfen. In der Pressemitteilung der Bundesnetzagentur heißt es:

Nach dem DSA ist Steam verpflichtet, ein leicht zugängliches und benutzerfreundliches Verfahren zur Meldung möglicher rechtswidriger Inhalte bereitzustellen und diese Meldungen unverzüglich und sorgfältig zu prüfen sowie über den Inhalt zu entscheiden. Steam selbst hat auch nach der öffentlichen Kritik nicht erkennen lassen, ob es den Inhalt des Spiels geprüft, darüber entschieden, sowie über die Entscheidung informiert hat.

Jetzt sollen die Ermittlungen zeigen, ob Valve seiner Sorgfaltspflicht nachgekommen ist oder nicht. Im ersten Zug kann Valve zu der Situation Stellung beziehen.

Sollte danach die Ermittlung tatsächlich eine Verfehlung ergeben, muss Valve seine internen Prozesse wohl überarbeiten, um den Anforderungen des DSA gerecht zu werden. Heißt etwa seine Benutzeroberfläche überarbeiten oder den Prüfprozess neu aufsetzen.

Auch eine Bußgeldzahlung steht noch im Raum. Erst im Dezember traf etwa die Social-Media-Plattform X ein DSA-Bußgeld in Höhe von 120 Millionen Euro.

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