Im Dunstkreis von Spielen wie Animal Crossing: New Horizons oder Stardew Valley ist es ja schon ein Running Gag.
Ich bin als Hauptcharakter diejenige, die den heruntergekommenen Bumms wieder aufbaut, sei es eine Stadt oder gleich eine ganze Insel. Unter Tränen und Schweiß sammle ich die Ressourcen für Gemeinschaftshäuser, erwirtschafte Geld mit harter Arbeit und stecke jenes wieder in kommunale Bauprojekte. Hilfe von den anderen Einwohnern des heimeligen Örtchens? Fehlanzeige!
Am Ende bin ich mit der Arbeit meistens völlig allein. Ja, das liegt irgendwie auch am Medium Videospiel, schließlich soll mir niemand den Spaß am Aufbauen wegnehmen. Aber das noch nicht erschienene Hawthorn geht diese Sache anders an. Hier packt jeder Nager und jede Eule mit an, wodurch sich das kleine Dörfchen Windermere erfrischend lebendig anfühlt. Aber ich fang einmal von vorne an.
Eine Simulation am Anfang seiner Reise
Hawthorn ist ein Mix aus Rollenspiel, Lebens- und Aufbausimulation, in dem ihr anthropomorphe Tiere spielt und einen verlassenen Ort wieder bevölkert.
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Hawthorn: Der Mix aus Aufbau- und Lebenssimulation verwandelt euch in Tiere des Waldes - mit Hüten
Aktuell könnt ihr eine frühe Version von Hawthorn kostenlos auf Steam spielen. Dabei handelt es sich nicht um eine herkömmliche Demo, sondern eine sogenannte »Proof-of-Concept«-Demo. Diese Version hat das Team von NEARstudios ganz zu Beginn der Entwicklung gebaut, um zu zeigen, wie es sich sein Spiel ungefähr vorstellt.
Auf der Steam-Seite schreiben die Entwickler, dass sie inzwischen deutlich mehr Features und Inhalte hinzugefügt haben und auch die Demo-Grafik sei nicht mehr repräsentativ für Hawthorn. Behaltet das also im Hinterkopf.
Nachdem ich das jetzt auf dem Weg geschafft habe, nehme ich euch mit auf meine Reise.
Ein Fest für Ratten, Eulen und Otter
Zu Beginn des Spiels darf ich mir aussuchen, welches Tier ich spielen möchte: Ratte, Eule oder Otter. Meine Wahl beeinflusst allerdings mehr als nur das Aussehen, auch meine Fähigkeiten sind davon abhängig.
Als Eule kann ich beispielsweise fliegen, dafür aber keine Werkzeuge benutzen. Als Ratte kann ich mit Axt und Hammer umgehen und auf Eulen reiten. Otter sind in der Lage, im See zu schwimmen und greifen ebenfalls zu Werkzeugen.
Ich entscheide mich für die Ratte, weil ich Nager einfach zum Sterben lieb habe. Zusätzlich dazu darf ich meiner Fellnase Perks und Mali aufdrücken, etwa für mehr Inventarplatz, schnelleres Laufen oder eine Aversion gegen bestimmtes Essen.
Ist der Charakter erstellt, geht's auch schon nach Windermere. Als ich mir das beschauliche Örtchen anschaue, kommt der erste Nachbar mit einer Quest angehoppelt. Morgen Abend soll ein Fest gefeiert werden und uns fehlt es an … naja, eigentlich allem.
Zunächst werden ein Lagerfeuer, ein Tisch und genügend Stühle gebraucht. Über das Baumenü platziere ich die Blaupausen und es wird eine Liste mit Materialien erstellt, die für den Bau notwendig sind. Und dann mache ich mich schon auf die Suche und stelle fest: Zweige kann man gar nicht im Inventar stapeln. Die trägt man per Hand – einzeln. Und wir brauchen insgesamt über 20 Stück davon. Na, das kann ja was werden, denk ich mir.
Als ich besagten Zweig dann aber in die Vorratstruhe hieve, sehe ich, dass hier schon fünf drinliegen . Verwirrt drehe ich mich um und erblicke meine Mitbewohner, wie einer nach dem anderen zur Vorratstruhe stapft und Kiesel und Holz ablegt. Ich kann meinen Augen kaum glauben. Aber es wird noch besser.
Die Dorfbewohner gehen selbstständig zu den Orten, an denen ich die Blaupausen platziert habe, und ziehen sie hoch. So ist der Festplatz rasch hergerichtet.
Währenddessen kommt immer mal wieder einer von meinen Freunden zu mir und möchte mir etwas sagen. Auf diese Weise bekomme ich nach und nach weitere Aufgaben - eine herrlich immersive Art, mir Quests anzudrehen.
Was steht heute auf der Karte?
Für das eigentliche Festmahl müssen ebenfalls Besorgungen gemacht werden. Aber weil ich meinen neuen Bekanntschaften keine Rohkost auftischen will, suche ich mir drei von vielen Rezepten aus, für die ich irgendwie an Fisch und frischen Mais kommen muss.
Als Ratte kann ich aber weder schwimmen noch fliegen und muss mir für den Fischfang etwas anderes überlegen. So setze ich mich prompt auf einen meiner gefiederten Kameraden, kreise mit ihm über dem See und schnappe einen prächtigen Saibling.
Für den Mais fälle ich mit einer Mini-Axt verrottende Maispflanzen, sammle die Körner auf und bringe sie zur Vorrats-Box. Die Eule mit dem Zauberhut kümmert sich ab hier ganz von allein darum, neue Pflanzen anzubauen und den frischen Mais zu ernten. So hab ich Zeit für die wirklich wichtigen Dinge, wie das Veranstalten eines Schneckenrennens:
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Wir veranstalten ein Schneckenrennen in der Fantasy-Lebensimulation Hawthorn
In der Demo sind der Aufbau- und Rollenspiel-Teil erwartungsgemäß klein ausgefallen. Es gibt nur wenige platzierbare Objekte und Häuser lassen sich gar nicht errichten. Hin und wieder musste ich essen oder schlafen, da sonst meine Ausdauerleiste verkürzt war. Meine anfangs gewählten Boni und Mali kamen allerdings kaum merklich zum Einsatz.
Aber da das hier eine sehr frühe Version des Spiels ist, kann man daraus keinen wirklichen Vorwurf spinnen. Die Proof-of-Concept-Demo hat ihren Job erfüllt und gezeigt, was für eine Art Spiel Hawthorn einmal werden soll: Eine gemütliche Sandbox, in der man niedliche Tiere in einer Fantasy-Welt spielt.
Was Story und tiefergehendes Gameplay hergeben, muss sich erst noch zeigen, aber das Potenzial ist auf jeden Fall da.
Fazit der Redaktion
Miffy Höftmann
@lemiffy.bsky.social
Ich habe schon hunderte Stunden in zahlreiche entspannte Lebenssimulationen mit Aufbau-Mechaniken gebuttert und in den meisten blieb auch die repetitivste Arbeit komplett an mir hängen. Ich dachte immer, das gehört zum Genre dazu, doch Hawthorn hat das zumindest in der Demo anders gelöst.
Das verleiht dem Spiel ein Gefühl von Lebendigkeit, obwohl es aktuell noch ohne tiefgründige Story-Stränge und komplexe Quests und Dialoge auskommt. Für das fertige Spiel würde ich mir jedoch wünschen, die Aufgaben selbst verteilen zu können und damit noch ein bisschen mehr Strategie in den Genre-Mix zu bringen. Manchmal mach ich mir die Pfoten auch selbst gerne schmutzig.
Letztendlich hat Hawthorn mich mit niedlichen Tieren geködert und mit seiner liebenswerten Welt an Land gezogen – was beeindruckend ist, wenn man bedenkt, dass diese frühe Version noch nicht allzu viele Inhalte bietet. Der Grundstein ist gelegt und wenn man den Entwicklern glauben mag, hat Hawthorn schon große Fortschritte gemacht. Ich bin gespannt, was hier noch aufs Tableau gezaubert wird.
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