Ich habe drei teure Küchenmaschinen wie den Thermomix getestet: Ich werde ihnen den Rücken zukehren, obwohl sie mir viel Arbeit abnehmen

Das Problem liegt allerdings nicht an den Geräten.

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Video starten 6:38 Bosch Cookit Unboxing: Der Thermomix-Konkurrent für 1.400 Euro im Ersteindruck

Objektiv betrachtet sind die Küchenmaschinen wahnsinnig praktisch, das habe ich eben eruiert – und trotzdem gehen sie nicht an mich. Wieso?

Das Problem bin ich

Das zweite Herz in meiner Brust ist subjektiv und auch der Grund, wieso ich mir selbst keines der Geräte zulegen werde.

Dazu muss ich etwas ausholen: Kochen liegt in meiner Familie. Oma, Mutter, Schwester, ich – bei uns wird viel in der Küche gestanden und das mit Passion. Ich bin quasi als Kind in den Suppentopf gefallen (auch wenn's aussieht, als wäre es ein Kessel mit Zaubertrank gewesen).

Ich koche in der Regel an fünf bis sieben Tagen in der Woche und das seit vielen Jahren. Ich würde mich selbst als fortgeschrittenen Hobbykoch bezeichnen.

Mein absolutes Koch-Highlight aus dem Thermomix: Koriander-Lachs mit Pak Choi auf Wasabipüree. (Bild: Maxe S., GameStar) Mein absolutes Koch-Highlight aus dem Thermomix: Koriander-Lachs mit Pak Choi auf Wasabipüree. (Bild: Maxe S., GameStar)

Kochen ist für mich ein Ausdruck von Kreativität. Ich schiebe mir hier nicht die Baskenmütze ins Gesicht. Ich kann entscheiden, welche Zutaten ich in den Topf gebe, wie lange ich sie anbrate oder mit welchen Gewürzen ich abschmecke. Fernsehkoch Tim Mälzer bezeichnet das gerne salopp als »Wichsen« und genau das macht das Kochen für mich aus: die Freiheit, tun zu können, was ich will.

Das geht auch mit Thermomix und Co., ja, aber gerade bei den vorgegebenen Rezepten fühle ich mich zu sehr in gelenkten Bahnen. Da fehlt mir einfach die besagte Freiheit; ich fühle mich eingeschränkt.

Darüber hinaus habe ich festgestellt, dass ich die Geräte nicht mitdenke. Als ich mich mit meiner Mutter um Weihnachten herum übers Plätzchenbacken unterhalten habe, sagte sie mehrmals: »Das kannst du ja dann im Monsieur Cuisine machen«.

Video starten 7:57 Kostet dreimal weniger als ein Thermomix: Monsieur Cuisine von Lidl im Unboxing

Ich habe daran schlichtweg nicht gedacht. Es mag trivial klingen, aber in so vielen Jahren des Kochens (und Backens) habe ich mir viele Techniken und Gewohnheiten angeeignet, für die ich ein solches Gerät schlichtweg nicht gebraucht habe. Würde ich mir also einen Thermomix (oder eines der anderen Küchengeräte) zulegen, müsste ich erst einmal mein Hirn neu verkabeln, damit es nicht ungenutzt herumsteht.

Welche zehn Erkenntnisse ich zu Thermomix TM7 und dem Bosch Cookit hatte, lest ihr in meinen jeweiligen Erfahrungsberichten.

Das macht eine Empfehlung auch so wahnsinnig schwierig.

  • Das objektive Herz in meiner Brust schlägt für die Technik und den Funktionsumfang der Geräte. Begleitendes Kochen, Rezepte nachspielen oder mit dem Dampfaufsatz ganze Gerichte auf einmal kochen.
  • Das subjektive Herz in meiner Brust schlägt für die Kocherfahrung und meine eingefahrenen Handgriffe, die einen Thermomix nicht vorsehen. Hinzu kommt die Freiheit, die mir ein solches Gerät ein Stück weit nimmt.

Die Krux ist: Ob man ein teures Küchengerät braucht oder nicht, muss jede und jeder für sich selbst entscheiden. Meine Mutter macht vieles selbst und verlässt sich weniger auf gekaufte Produkte. Das finde ich super – natürlich auch, weil ich mir gelegentlich das Gläschen Gemüsebrühpulver abstauben kann.

Ob Thermomix, Cookit und Monsieur Cuisine für euch Heilsbringer sind oder nur glorifizierte Mixer, kann ich nicht bestimmen. Vorerst bleibe ich bei meinen treuen Messern, werde aber natürlich weiterhin Geräte für euch testen. Vielleicht springt der Funke ja irgendwann doch über.

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