Ich verrate euch 10 Erkenntnisse über den Bosch Cookit, damit ihr wisst, wofür ihr 1.400 Euro ausgebt

Größer, schwerer und technisch besser: 10 Dinge zu Boschs Cookit hätte ich gerne vorher gewusst.

Ja, den Cookit gibt es auch in Schwarz. (Bildquelle: Bosch, Maxe S., GameStar) Ja, den Cookit gibt es auch in Schwarz. (Bildquelle: Bosch, Maxe S., GameStar)

Über vier Wochen lang habe ich mit dem Cookit von Bosch gekocht, gebacken und Popcorn gemacht. Über 30 Gerichte sind dabei herausgekommen.

Falls ihr mit dem Cookit liebäugelt, habe ich 10 Erkenntnisse für euch, die ihr bedenken solltet, bevor ihr die Kreditkarte zückt.

Maxe Schwind
Maxe Schwind

Maxe kocht gerne und oft. Das hat er in die Wiege gelegt bekommen, denn sowohl seine Mutter als auch seine Oma haben in der Küche stets viel am Herd gestanden. Nachdem er den Thermomix TM7 ausgiebig getestet hat, war nun Boschs Cookit dran. Seine Erfahrungen teilt er mit euch in seinen Artikeln.

1. Das Gerät ist sehr groß

Ist das jetzt so eine Überraschung? Ja und nein.

  • Wer eine Küchenmaschine zum Scheiben schneiden, Häckseln, Mixen, Zerkleinern und Verrühren zu Hause hat, weiß, wie viel Platz sie wegnehmen.
  • Durch den 3-Liter-Topf ist der Cookit allerdings noch einmal deutlich ausladender als beispielsweise der Thermomix TM7: fast 10 Zentimeter breiter und knapp 6 Zentimeter tiefer.

Die Maße des Bosch Cookit sind (HxBxT): 31,1 x 34 x 46 cm. (Bildquelle: Maxe S., GameStar) Die Maße des Bosch Cookit sind (HxBxT): 31,1 x 34 x 46 cm. (Bildquelle: Maxe S., GameStar)

Das bedeutet auch: Ihr braucht in der Küche Platz. Am besten steht der Cookit an einem festen Ort, wo ihr ihn nicht dauernd herumtragen müsst.

Wichtig ist auch, dass ihr einen Platz fürs Kabel findet. Die Station hat keine Aufrollvorrichtung und die Schnur ist mit 130 Zentimetern relativ lang.

2. Der Topf ist so schwer, dass es ein Gadget zum Ausleeren gibt

Einer der größten Vorteile ist gleichzeitig auch ein gewaltiger Nachteil. Mit 3 Litern ist der Edelstahltopf echt groß – und das ist super!

  • Durch den breiten Boden lassen sich Zutaten viel besser anbraten.
  • Man kann spielend für viele Leute kochen.
  • Als Küchenmaschine verarbeitet der Cookit auf Wunsch ganze Kohlköpfe (kleingeschnitten, versteht sich).

Das heftigste Manko des großen Topfes: Er ist sehr schwer zu leeren. Ohne Inhalt wiegt der Topf bereits drei Kilo. Bosch weiß um das Problem Bescheid und bietet dafür sogar extra ein Gadget an.

Wenn man ein Gadget für 35 Euro braucht, um den Topf angenehm ausleeren zu können, liegt definitiv was im Argen. (Bildquelle: Bosch) Wenn man ein Gadget für 35 Euro braucht, um den Topf angenehm ausleeren zu können, liegt definitiv was im Argen. (Bildquelle: Bosch)

Der Thermomix TM7 fasst »nur« 2,2 Liter. Das kann für eine Familie mit zwei Kindern zu wenig sein, dafür ist er leichter zu leeren. 

Ich fände es optimal, böte Bosch seinen Cookit in einer kleinen und einer großen Variante an.

3. Technisch ist der Cookit besser als der neueste Thermomix

Der Thermomix gilt allgemein als das bekannteste Gerät dieser Art. Das hat viele Gründe, aber die technischen Daten sind es nicht.

Technische Daten
Bosch Cookit
  • Maximale Leistung Motor: 600 Watt
  • Nennleistung Heizsystem: 1.750 Watt
  • Drehzahl: bis zu 11.500 U/min
  • Kochtemperatur: bis zu 200 °C
  • Waage: bis 5.000 Gramm
  • Software: Eigenes System mit Android‑Basis
  • Kochprogramme: 24 Automatikprogramme + manueller Modus
  • Abmessungen (HxBxT): 31,1 x 34 x 46 cm
  • Gewicht: 8,9 Kilogramm (Station), ca. 3,6 kg (Topf mit Deckel)
Thermomix TM7
  • Maximale Leistung Motor: 500 Watt
  • Nennleistung Heizsystem: 1.000 Watt
  • Drehzahl: bis 10.700 U/min
  • Kochtemperatur: bis zu 160 °C
  • Waage: bis 3.000 Gramm
  • Software: Eigenes Betriebssystem auf Basis von Linux
  • Kochprogramme: 20 Stück
  • Abmessungen (HxBxT): 32 x 24,5 x 40,5 cm
  • Gewicht: 6,5 kg

Wer keinen direkten Vergleich hat, für den sind die Specs schwer zu bewerten. Am Ende des Tages machen beide Geräte mehr oder minder dasselbe. Dennoch gibt es Unterschiede:

  • Der Cookit wird heißer. Das ist maßgeblich fürs Anbraten wichtig, da eine höhere Maximaltemperatur erreicht wird. Daraus resultiert: schärferes Anbraten, schnellere und stärkere Maillard-Reaktion (wenn die Zutaten braun werden).
  • Das Messer des Cookit dreht sich schneller. Das ist praktisch bei Küchenmaschinenfunktionen. Beim reinen Zerkleinern gibt es am Ende keinen großen Unterschied, da der Thermomix mit vier Klingen arbeitet, der Cookit nur mit zwei.
  • Der Cookit kann mehr wiegen. Die Waage geht zwar theoretisch bis fünf Kilo, praktisch reichen in 99 Prozent der Fälle die maximalen drei Kilo des Thermomix aber aus.

Unterm Strich sind vor allem die höhere Maximaltemperatur und die Drehzahl entscheidende Faktoren, die ihr bedenken solltet.

Video starten 6:38 Bosch Cookit Unboxing: Der Thermomix-Konkurrent für 1.400 Euro im Ersteindruck

4. Der Cookit ist eine vollwertige Küchenmaschine

Was ich damit sagen will: Wenn ihr überlegt, euch eine Küchenmaschine zuzulegen, dann habt auch den Cookit im Blick. Er kann:

  • Scheiben schneiden
  • Zerkleinern
  • Hacken
  • Raspeln
  • Rühren
  • Quirlen

… und eben alles, was eine handelsübliche Küchenmaschine kann.

Schneidscheibe Zwei Scheiben sind im Lieferumfang des Cookit enthalten. (Bildquelle: Maxe S., GameStar)

Zucchinischeiben Die Zucchinischeiben sin alle gleich dick. (Bildquelle: Maxe S., GameStar)

Damit hat er dem Thermomix einiges voraus, es verlangt aber auch ein wenig Umdenken. Der Cookit ist eben nicht nur zum Kochen da, sondern ist gleichwertig als reine Küchenmaschine gedacht.

Es sei noch erwähnt, dass es für den Thermomix ebenfalls Zubehör gibt, mit dem man dessen Funktionalität erweitern kann (via Vorwerk). Beim Cookit sind diese zum Teil aber im Lieferumfang enthalten.

5. Manche Dinge macht man besser mit dem Messer

Der Titel meines Fazits nach vier Wochen lautet: »›Zwiebelmischung umfüllen‹: Dieser Satz des Bosch Cookit erzeugt auch nach 4 Wochen Schweißausbrüche bei mir«.

Das Problem: Zwiebeln, Knoblauch oder Chili, die man zu einem späteren Zeitpunkt hinzufügen soll, bekommt man ohne Saubermachen nicht restlos aus dem Topf. Wenn der dann auf 200 Grad Celsius aufheizt, weil man als nächstes Fleisch anbrät, verbrennen die Zutatenreste – und verkohlte Zwiebeln will nun wirklich niemand im Essen.

Viel Glück, das alles restlos aus dem Topf zu bekommen. (Bildquelle: Maxe S., GameStar) Viel Glück, das alles restlos aus dem Topf zu bekommen. (Bildquelle: Maxe S., GameStar)

Die Lösung: das Messer. Besäße ich einen Cookit, würde ich Zwiebeln, Knoblauch oder Chili nur dann mit dem Gerät zerkleinern, wenn sie direkt danach angeschwitzt werden. Andernfalls sind Messer und Handarbeit die bessere Lösung.

6. Kauft einen Silikonspatel dazu

Bereits zweimal habe ich lamentiert, dass es schwierig ist, Essensreste aus dem Topf zu bekommen. Einen Anteil hat das Gewicht des Topfes, den anderen der mitgelieferte Spatel. Der besteht nämlich aus Hartplastik und damit bekommt ihr das Gefäß niemals sauber.

Links ist mein eigene Silikonspatel, rechts der aus Hartplastik vom Cookit. (Bildquelle: Maxe S., GameStar) Links ist mein eigene Silikonspatel, rechts der aus Hartplastik vom Cookit. (Bildquelle: Maxe S., GameStar)

Mein Tipp: Nutzt euren Silikonspatel zu Hause oder kauft einen dazu. Damit bleiben zwar immer noch Zwiebelstückchen im Topf zurück, aber ihr erleichtert euch das Leeren deutlich. Selbst beim Auftragen auf Teller nutze ich einen Löffel aus Silikon, weil ich damit besser in die Ränder des Topfes komme.

7. »Herumwandern« ist kein Problem, dank eines cleveren Tricks

Als ich meiner Mutter vom Cookit-Test erzählt habe, war ihre erste Frage: »Wandert der auch?«. Was sie damit meint: Ihr Thermomix TM5 rutscht durch die Unwucht bei Teigen oder viel Inhalt über die Arbeitsplatte. Deshalb hat sie sich eine Basis aus Marmor beschafft, damit sich ihr Gerät nicht wie ein Lemming über die Klippe wirft.

Beim Cookit ist das kein Problem, denn der besitzt Silikonfüßchen, mit denen er sich an der Arbeitsplatte festsaugt. Clever!

8. Ja, man kann ganze Gerichte kochen

Immer wieder hört man Bemerkungen wie »Kostet viel Geld und macht mir trotzdem kein Schnitzel und Pommes«. Nein, das müsst ihr selbst tun oder jemanden dafür bezahlen.

Dennoch lassen sich mit dem Cookit ganze Rezepte kochen.

  • One-Pot-Gerichte wie Gulasch, Risotto oder Pastagerichte.
  • Gedämpfte Gerichte, bei denen alle Zutaten in die Gareinlagen des Geräts passen.

Hähnchen in den Dämpfaufsatz, Kartoffeln ins Garkörbchen und am Ende eine Soße aus den Flüssigkeiten der Zutaten machen: dann wird ein ganzes Gericht daraus. (Bildquelle: Maxe S., GameStar) Hähnchen in den Dämpfaufsatz, Kartoffeln ins Garkörbchen und am Ende eine Soße aus den Flüssigkeiten der Zutaten machen: dann wird ein ganzes Gericht daraus. (Bildquelle: Maxe S., GameStar)

Beim Cookit (und auch Thermomix) gilt: Das Gerät ist das, was ihr daraus macht.

9. Touchdisplay ist anfällig für versehentliche Eingaben

Wo gekocht wird, fallen Fettspritzer, auch wenn man im Topf anbrät. Das Touchdisplay befindet sich direkt darunter. Es ist quasi nicht vermeidbar, dass es dreckig wird.

Eigentlich nicht schlimm, aber wenn ihr wie ich seid, wollt ihr das Display immer schön sauber halten – also wische ich mit dem Tuch darüber. Das kann allerdings dazu führen, dass sich der Bildschirm zur Sicherheit sperrt oder ihr in der Zutatenliste landet.

Alles auf der schwarzen Fläche ist berührungssensitiv. (Bildquelle: Maxe S., GameStar) Alles auf der schwarzen Fläche ist berührungssensitiv. (Bildquelle: Maxe S., GameStar)

Das ist freilich nicht schlimm, aber gebt acht, dass ihr versehentlich nichts umstellt, wenn der Putzfimmel die Oberhand gewinnt.

10. Gerichte sind nur so gut wie ihre Rezepte

Diese Aussage trifft vermutlich auf jedes Rezept da draußen zu. Ich möchte es als eigenen Punkt dennoch anführen.

In der Home-Connect-App von Bosch findet ihr über 3.500 Rezepte. Bei jedem kommt etwas Ess- oder Trinkbares heraus, aber sie sind nicht immer optimal. Je nachdem habe ich sie angepasst.

  • War die Soße am Ende zu dünn, habe ich sie mit Stärke angedickt.
  • Könnte das Hähnchen mehr Farbe vertragen, habe ich es länger angebraten.

Nur, weil der Cookit das Kochen für euch übernimmt, solltet ihr aufmerksam bleiben und eventuell auf euren Erfahrungsschatz zurückgreifen. 

Mein Tipp: Checkt bei einem Rezept aus der App unbedingt die Kommentare aus. Dort weisen andere Köchinnen und Köche auf etwaige Stolperfallen im Rezept hin.

Wenn ihr mit dem Cookit liebäugelt, bedenkt die zehn Erkenntnisse, die ich mit euch in diesem Artikel geteilt habe. Bei 1.400 Euro will niemand in ein Fettnäpfchen treten.

Habt ihr noch weitere Fragen zum Gerät? Oder dem Thermomix TM7? Schreibt sie gerne in die Kommentare, ich beantworte sie nach Kräften.

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