Ich bin verliebt wie ewig nicht. Eigentlich war ich bloß auf der Suche nach einem netten kleinen Fire-Emblem-Ersatz für mein Steam Deck, einen Mix aus Rollen- und Strategiespiel mit coolen Charakteren, die ich Zug um Zug gegen feindliche Heerscharen ins Feld führe. Steam bietet hier mittlerweile diverse Perlen: Symphony of War, Dark Deity, Banner of the Maid, Vestaria Saga – aber Those Who Rule hat mich eiskalt erwischt.
Ich habe vergangenes Wochenende fast jede freie Minute im Spiel verbracht, um nach 23 Stunden den Abspann zu erreichen – nur gibt's gar keinen Abspann, denn Those Who Rule stammt von einer einzigen Person, da ergeben Credits wenig Sinn. Eine einzige Person, die Genre-Primus Fire Emblem hier in puncto Storytelling den Rang abläuft und mich in eine düstere Fantasy-Welt gezogen hat, über die ich noch lange nachdenken werde.
Bis auf Fire Emblem 12 und Thracia 776 hat Dimi jedes Fire Emblem der letzten 36 Jahre durchgespielt – einige sogar mehrfach. Er liebt die neuesten Teile für ihre vielfältigen Spielmechaniken, abseits von Three Houses geht ihm aber besonders das alberne Writing mehr und mehr auf den Keks. Umso häufiger schaut er sich nach Alternativen um; und Those Who Rule gehört zu den besten Schätzen, die er bisher auf Steam ausgegraben hat.
Worum geht's in Those Who Rule?
Those Who Rule fängt simpel an. Drei Freunde schreiben sich bei den sogenannten Rangern ein, wollen ihrem Land Fern als Gesetzeshüter dienen. Das Setting ist »low fantasy«, keine Drachen, keine Magie, nur ein düsteres fiktives Mittelalter. Nach der Grundausbildung geht's gegen ein paar Banditen – ebenfalls sehr klassisch –, doch schon nach zwei, drei der insgesamt 20 Kapitel wird es ungemein komplexer.
In Those Who Rule gibt es kein Schwarz-Weiß. Ihr verwickelt euch in Adelsintrigen, landet im Netz von Verschwörern, die ihre Nation für Profite in den Krieg treiben wollen, doch am Ende verfolgt jeder Charakter irgendwo nachvollziehbare Ambitionen. Der »böse« Kriegstreiber Crawford zum Beispiel will enteignete Ländereien zurückgewinnen, er lehrt den Prinzen des Reiches aber auch Milde und Gnade mit Gefangenen, weil er unnötige Gewalt verabscheut.
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