Ich nutze unterwegs keine besonderen Handy-Gadgets, sondern nur ein Ladekabel – mein Auto unterstützt CarPlay, so spare ich mir beispielsweise eine Handyhalterung für die Scheibe oder das Lüftungsgitter.
Womit ich allerdings schon seit einigen Jahren immer mal wieder liebäugle, mir dann aber doch nie gekauft habe, ist ein Verkehrsassistent. Diese kleinen Geräte, die leuchten und piepen, wenn etwa Stau, Unfälle et cetera während der Fahrt auftreten.
Genau hier mischt nun auch TomTom mit: Der Navigationsexperte hat mit »Tom by TomTom« einen solchen Verkehrsassistenten in den Handel gebracht. Das 80 Euro teure Gerät arbeitet zusammen mit der kostenfreien Navi-App »TomTom«.
Ich hatte den Verkehrsassistenten nun zwei Wochen im Auto dabei – auf kleinen und größeren Fahrten. Zeit für ein Fazit.
Transparenzhinweis: Der Hersteller hat mir Tom by TomTom für einen Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. TomTom hatte keinen Einfluss auf den Artikelinhalt und bekam keine Einsicht vor dem Erscheinen dieses Erfahrungsberichtes. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Artikel.
Was kann Tom eigentlich?
Das Prinzip ist simpel: Tom ist quasi ein kleiner Knopf, den man per Magnethalterung ans Armaturenbrett oder an eine andere gut sichtbare Position im Auto klebt.
Das Gerät koppelt sich per Bluetooth mit der TomTom-App auf dem Handy und warnt dann vor Gefahren – ohne Display, nur mit farbigen LED-Lichtern und Tönen (Lautstärke regelbar). Die Warnungen können individuell ein- oder abgeschaltet werden.
Dazu gibt es verschiedene Farbsignale:
- Blaues Licht bedeutet Blitzer (in Deutschland verboten, dazu später mehr).
- Gelb steht für Gefahrenstellen wie Baustellen oder liegengebliebene Fahrzeuge.
- Rot warnt vor Stau und stockendem Verkehr.
- Oranges Blinklicht erscheint bei Geschwindigkeitsüberschreitungen.
Die Daten stammen laut TomTom aus einem Netzwerk von rund 600 Millionen vernetzten Geräten weltweit.
Ihr könnt bei Bedarf auch selbst Gefahrenstellen melden, indem ihr auf die Taste am Gerät drückt.
Die Einrichtung ging bei mir flott:
- App installieren, Gerät koppeln, Magnetring ans Armaturenbrett kleben, fertig.
- Der Akku soll laut Hersteller 30 Tage halten und lädt per USB-C. Da ich ein Handyladegerät mit 12 Volt im Handschuhfach liegen habe, kann ich das Gadget also auch unterwegs aufladen.
- Tom startet automatisch, sobald ich mich dem Auto nähere und funktioniert auch, wenn die App nur im Hintergrund läuft – ich muss sie nicht aktiv zur Navigation verwenden.
Meine Erfahrungen nach zwei Wochen
Auf meinen Fahrten hat Tom gut funktioniert. Die Warnungen bei Geschwindigkeitsüberschreitungen kamen zuverlässig.
Allerdings sollte man bedenken, dass TomTom nicht immer alle Änderungen kennt (etwa bei Tempolimits in Baustellen) – aufpassen müsst ihr am Ende also trotzdem.
10:50
Tech like Vera: Das wird der Nachfolger für meinen ID.3
Eine positive Erfahrung hatte ich auf der A7 Richtung Hamburg: Tom hat mich rechtzeitig vor einem Unfall gewarnt. Die Warnung kam früh genug, sodass ich entsprechend achtsam fahren konnte. Solche Momente zeigen, dass so ein Gerät durchaus einen Mehrwert haben kann.
Genauso verhielt es sich bei Stau – den hatte ich in Hamburg und auch hier hat mich das Gadget entsprechend informiert.
Die Sache mit den Blitzern
Blitzer-Apps und -Warner sind in Deutschland verboten. Besitz und Installation sind zwar legal, aber sobald ihr die Funktion während der Fahrt nutzt, droht ein Bußgeld über 75 Euro und ein Punkt in Flensburg.
TomTom weist in der App auf das Verbot hin und ihr könnt die Blitzerwarnung deaktivieren. Alternativ könnt ihr euch warnen lassen, wenn ihr die Geschwindigkeit überschreitet – unabhängig von Blitzern. Das ist legal.
Im Ausland sieht es anders aus: Je nach Land sind Blitzerwarnungen mitunter erlaubt. Wer also oft in Europa unterwegs ist, könnte von Tom mehr profitieren als jemand, der hauptsächlich in Deutschland fährt.
Und was ist mit der TomTom-App?
Hier wird es interessant: Tom funktioniert mit der kostenlosen TomTom-App, die TomTom vor Kurzem als Nachfolger der alten AmiGO-App gestartet hat.
Sie kann navigieren und zeigt Verkehrsinfos an – an den Funktionsumfang von Google Maps reicht sie nicht heran, sondern ist rein für die Fahrt mit Auto oder einem anderen Kraftfahrzeug gedacht.
Eine Fahrrad- oder Fußgänger-Navigation gibt es beispielsweise nicht.
Ich nutze normalerweise die Bezahlversion »TomTom Go« für knapp 20 Euro im Jahr und diese hat deutlich mehr Features als die kostenlose Version.
Der größte Unterschied: Die Bezahl-App blendet während der Fahrt eine »Seitenleiste« ein, die alles Relevante auf meiner Strecke anzeigt – Staus, Unfälle, Tankstellen oder Alternativrouten.
Dazu kommt ein 3D-Spurassistent, der mir bei komplexen Autobahnausfahrten die richtige Spur zeigt. Diese Features fehlen in der kostenlosen TomTom-App.
Ein Stück weit überflüssig, zumindest für mich
Wer wie ich die Go-App nutzt, bekommt dort bereits alle Warnungen – visuell auf dem Display und akustisch über Smartphone oder CarPlay. In meinem Fall ist das Gadget damit weitgehend überflüssig, zumindest wenn ich ein klares Navigationsziel habe.
Ein großer Vorteil von Tom: Die Navigation muss nicht aktiv im Vordergrund mit einem eingestellten Routenziel laufen. Meldungen erhalte ich auch, wenn die App einfach im Hintergrund geöffnet ist. Das ist etwa für Pendler praktisch, die prinzipiell keine Navigation benötigen, aber dennoch Warnungen erhalten wollen.
Zudem lässt sich das Gadget mit weiteren Handys koppeln. Meine Partnerin hat beispielsweise kein TomTom Go – könnte aber dennoch von den Meldungen von Tom profitieren, wenn sie mit unserem Auto unterwegs ist.
Ooono als Konkurrent
Der Ooono Co-Driver No2 dürfte der größte Konkurrent sein, auch wenn es inzwischen mit Needit Drive One, Saphe Drive Pro und Co. weitere Verkehrsassistenten gibt.
Der Co Driver No 2 kostet aktuell etwa 60 Euro und funktioniert ähnlich wie Tom.
Auch er warnt vor Blitzern, Gefahrenstellen und unterstützt CarPlay sowie Android Auto. Ooono bezieht seine Daten ebenfalls aus der Community, arbeitet eigenen Angaben zufolge aber auch mit externen (nicht näher genannten) Partnern zusammen.
TomTom setzt auf seine eigenen Kartendaten und 600 Millionen vernetzte Geräte. Welches System zuverlässiger ist, kann ich mangels Erfahrung nicht einschätzen.
Mein Fazit: Praktisch, aber nicht für jeden
Tom by TomTom ist ein praktisches Gadget für Autofahrer, die auf visuelle und akustische Warnungen im Auto setzen wollen, ohne ständig aufs Handy oder den Infotainment-Bildschirm des Fahrzeugs schauen zu wollen.
Die Einrichtung ist einfach und das Gerät arbeitet zuverlässig. Fehlalarme habe ich nicht erhalten.
Aber: Wer wie ich bereits die Bezahlversion der TomTom Go-App nutzt, braucht Tom eigentlich nicht. Dort bekommt man die gleichen Warnungen – plus Spurassistent, Seitenleiste und andere Navigationshilfen, die Go aus meiner Sicht zur besseren Navi-App machen.
Für wen lohnt sich Tom dann?
Vor allem für Autofahrer, die keine Premium-Navi-App nutzen. Oder für Vielfahrer, die die Navigation nicht aktiv verwenden, aber Gefahrenmeldungen dennoch während der Fahrt erhalten möchten. Interessant kann Tom des Weiteren sein, wenn mehrere Personen ein Fahrzeug nutzen.
TomTom macht Ooono und Co. damit definitiv Konkurrenz. Ob man sich am Ende durchsetzt, hängt aber auch davon ab, wie gut die Community mitspielt und wie zuverlässig die Warnungen langfristig bleiben.
Wichtig dürfte außerdem sein, ob das Gadget an Sales wie Black Friday im Vergleich mit anderen Geräten preislich attraktiv ist.
Nach zwei Wochen kann ich sagen: Technisch funktioniert es, praktisch ist es durchaus – aber unverzichtbar? Das nicht.


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