»Das könnte ich nicht«: Leute sind irritiert von meinem 48-Zoll-TV als Monitor, doch ich finde es so viel besser

Ich habe vor 8 Jahren kleinen Monitoren den Rücken gekehrt und sehe mich nicht zurückkehren. Ein OLED-TV auf dem Schreibtisch ist sehr viel besser.

Sind 48 Zoll zu viel beim Arbeiten? Ich behaupte, nein und liefere euch gute Gründe. (Bildquelle: Maxe S., GameStar) Sind 48 Zoll zu viel beim Arbeiten? Ich behaupte, nein und liefere euch gute Gründe. (Bildquelle: Maxe S., GameStar)

Neulich hatten wir Freunde aus Berlin zu Besuch. Als sie ins Arbeitszimmer gelaufen sind, wären sie fast rückwärts wieder raus. »Du arbeitest auf einem so großen Fernseher? Das könnte ich nicht«, so die Aussage.

Und ob man das kann! 2017 hatte ich in meinem damaligen Beruf als Tech-Redakteur einen 40-Zoll-4K-Monitor als Test angefordert und war sofort begeistert. Vom ersten Tag an wollte ich nicht mehr zurück.

Ich nenne euch vier Gründe, warum mein Schreibtisch-TV größer ist als der Fernseher, den viele im Wohnzimmer stehen haben.

Maxe Schwind
Maxe Schwind

Maxe ist seit 2016 Tech-Redakteur, und Fernseher waren schon immer sein Fachgebiet. LED, OLED, Mini-LED, Micro-LED: Völlig egal, er interessiert sich für alle Displays. Im Heimkino-Bereich kennt er sich außerdem bei Audiogeräten aus, von der Soundbar über Kopfhörer bis zur Surround-Anlage ist er nie um eine Empfehlung verlegen.

Seit 2017 habe ich mich sogar vergrößert. Begonnen habe ich mit einem LCD-Monitor von Philips in 40 Zoll und bin mittlerweile bei einem OLED-TV in 48 Zoll angekommen, ebenfalls von Philips. Dass beide Geräte von derselben Marke stammen, ist übrigens Zufall.

Philips BDM4037UW Der zweite Monitor hat beim 40-Zöller noch als gute Bildschirmerweiterung gedient. (Bildquelle: Maxe S., GemStar)

 Philips OLED807 Beim TV habe ich den Zweimonitor einzig und allein für Discord und WhatsApp Web abgestellt. (Bildquelle: Maxe S., GameStar)

1. Grund: Kein nerviger Rand

Für Spieler und Leute, die im Büro arbeiten, ist es heutzutage normal, zwei Monitore zu besitzen. Es ist einfach praktisch, zwei Fenster gleichzeitig offen zu haben, da erzähle ich niemandem etwas Neues.

Mich haben die Ränder zwischen den Displays schon immer gestört. Zum einen optisch, weil das Bild in der Mitte durchbrochen wird, egal, ob man auf dem linken in Word am Tippen ist und auf dem rechten sein Mailprogramm offen hat.

Zudem limitieren die Ränder den jeweiligen Bildschirm auf ein Seitenverhältnis von 4:3 (zumindest ist es in den meisten Büros so). Seine Excel-Tabelle über zwei Displays mit Rand in der Mitte aufziehen machen ja nun die wenigsten, oder?

2. Grund: Mehr Freiheit beim Bildschirmeinteilen

Je größer das Display, desto mehr Möglichkeiten habe ich, die Fläche nach eigenem Gusto aufzuteilen. 

Der Grund, warum ich von 40 Zoll auf 48 Zoll vergrößert habe: Ich wollte wissen, ob mir der Bildschirm auch zu groß vorkommen kann. Das Gegenteil ist der Fall.

  • Je größer das Display, desto mehr Freiheiten habe ich.

Bei zwei Monitoren weise ich denen bestimmte Aufgaben oder Fenster zu – und nichts anderes mache ich mit dem 48-Zoll-TV. Nur habe ich hier die Möglichkeit, das noch viel granularer zu tun.

Ich arbeite sehr oft mit zwei, manchmal mit drei oder sogar vier Fenstern. (Bildquelle: Maxe S., GameStar) Ich arbeite sehr oft mit zwei, manchmal mit drei oder sogar vier Fenstern. (Bildquelle: Maxe S., GameStar)

3. Grund: Mehr Bildschirmfläche

Im Grunde ist es doch so: Bei zwei Monitoren weisen wir oft jeweils einem Gerät eine Aufgabe zu. Beide im Verbund als einen Widescreen-Monitor zu verwenden, ist mehr eine Notlösung.

Mit einem großen Display habe ich mehr Bildfläche, mit der ich arbeiten kann.

Gerade bei der Bildbearbeitung ist ein großes Display von enormem Vorteil. (Bildquelle: Maxe S., GameStar) Gerade bei der Bildbearbeitung ist ein großes Display von enormem Vorteil. (Bildquelle: Maxe S., GameStar)

Das lässt sich mathematisch belegen. Ich habe die Bildschirmfläche von 27-Zoll-Monitoren (was in Büros zu den größeren gehört) im 4:3-Format mit der eines 48-Zoll-TVs verglichen.

  • Zweimal 27 Zoll (4:3) = 4.516 cm²
  • Einmal 48 Zoll (16:9) = 6.370 cm²

Achtung, das ist nur ein Beispiel! Nicht in jedem Büro stehen für jeden zwei 27-Zoll-Monitore im 4:3-Verhältnis zur Verfügung. Manchmal sind es Widescreen-Monitore, manchmal sind sie kleiner als 27 Zoll. Dieser Vergleich ist daher exemplarisch zu verstehen.

Rechenweg
Monitore

Diagonale: 27 Zoll = 68,58 cm
Seitenverhältnis: 4:3 → Faktor Wurzel 4²+3² = 5

Breite = ⅘*Diagonale
Höhe = ⅗*Diagonale

Breite: 0,8*68,58 = 54,86 cm
Höhe: 0,6*68,48 = 41,15 cm

Zwei Monitore nebeneinander:

  • Breite = 2*54,86 = 109,72 cm
  • Höhe = 41,15 cm
  • Fläche: 4.516 cm²

TV

Diagonale: 48 Zoll = 121,92 cm
Seitenverhältnis: Faktor √(16²+9²) = √337 ≈ 18,357

  • Breite: (16/18,357)*121,92 ≈ 106,3 cm
  • Höhe: (9/18,357)*121,92 ≈ 59,9 cm
  • Fläche: 106,3 × 59,9 ≈ 6.370 cm²

Prozentdifferenz

6370−4516/4516*100 ≈ 41,1%

Unterm Strich bedeutet das: Ich habe rund 41 Prozent mehr Bildschirmfläche, wenn ich einen 48 Zoll TV anstelle von zwei 4:3-Monitoren mit 27 Zoll nutze. Das macht sich vor allem in der Höhe bemerkbar.

Zur Veranschaulichung habe ich das in ein einfaches Diagramm gepackt:

Blau entspricht zwei 27-Zoll-Monitoren in 4:3; rot stellt den 48-Zoll-Bildschirm eines TVs dar. (Bildquelle: Erstellt mit ChatGPT) Blau entspricht zwei 27-Zoll-Monitoren in 4:3; rot stellt den 48-Zoll-Bildschirm eines TVs dar. (Bildquelle: Erstellt mit ChatGPT)

4. Grund: Vorteile bei Videos

Das betrifft zum einen das Seitenverhältnis, aber auch die Tatsache, dass ich auf einem TV arbeite. Faktisch habe ich dadurch keine Nachteile gegenüber einem klassischen Monitor; es gibt sogar einen Monitor-Modus.

Wenn ich an meinem Schreibtisch allerdings Videos, Filme oder Serien anschaue, kommen die Bildprozessoren des TVs zum Einsatz. Kurzum: Ich habe ein besseres Bild als auf einem LCD-Monitor, wenn es sich nicht um einen ausgewiesenen Gaming-Monitor handelt.

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Großer TV als Monitor: Die Nachteile

Natürlich ist nicht alles Gold, was glänzt. Nachteile gibt es natürlich auch, die aber selbst nichts mit der Größe zu tun haben.

Auf einem riesigen Bildschirm zu arbeiten, hat für mich fast nur Vorteile:

  • Kein nerviger Rand
  • Mehr Flexibilität
  • Mehr Bildschirmfläche

Macht man aus dem Monitor dann noch einen TV, bekommt man die Bildverbesserungen von Fernsehern obendrauf – sofern ihr wie ich auch Videos schaut oder vielleicht sogar zockt.

Und ja, man gewöhnt sich an die Größe. Ziemlich schnell sogar.

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