Ob großer oder kleiner TV: Viele machen aus Angewohnheit einen Fehler, der sich oft vermeiden lässt – Ich auch

Jetzt haben wir schon gestochen scharfe Bilder und große TVs, aber viele nutzen sie einfach nicht aus, weil wir zu weit vom Display entfernt sitzen.

Weit weg vom TV sitzen, bietet nur Nachteile. (Bild: Philips) Weit weg vom TV sitzen, bietet nur Nachteile. (Bild: Philips)

Wie nah sitzt ihr eigentlich am TV? Bei mir sind es gute drei Meter Entfernung bei einem 65-Zöller. Und damit mache ich mich selbst des Fehlers schuldig, den ich in der Überschrift ankreide. Wenn ich könnte, würde ich näher am Bildschirm sitzen oder hätte einen größeren TV, am besten beides.

Wieso sitzen so viele Menschen bloß so weit weg von ihrem TV? Das hat mit der Größe sogar nur peripher etwas zu tun. Ich glaube, der Sitzabstand ist unter anderem ein Relikt vergangener Tage.

Maxe Schwind
Maxe Schwind

Maxe ist seit 2016 Tech-Redakteur, und Fernseher waren schon immer sein Fachgebiet. LED, OLED, Mini-LED, Micro-LED: Völlig egal, er interessiert sich für alle Displays. Mit TVs kennt er sich also bestens aus und weiß, worauf man beim Kauf achten sollte.

Sitzabstand könnte mögliche Altlast sein

Zu große TVs gibt es nicht. Wer meine Artikel verfolgt, kennt den Spruch. Technisch gesehen stimmt das auch, zumindest in Bezug auf ein normales Wohnzimmer.

  • 4K-Auflösung erlaubt eine Bildschirmdiagonale von bis zu 100 Zoll ohne nennenswerte Qualitätsverluste (entsprechend hochauflösendes Filmmaterial vorausgesetzt).
  • Bildschirmtechniken wie OLED machen es möglich, dass wir näher am Gerät sitzen, weil sie sehr viel detailreicher arbeiten als beispielsweise die alte Röhre.

Meine Eltern haben ihren 40-Zoll-Fernseher relativ weit weg von der Couch stehen. Natürlich spielt die Raumaufteilung eine Rolle, aber auch die Erfahrung. Vom Röhrenfernseher hielt man damals eben Abstand.

  • Durch die niedrige Auflösung war das Bild aus der Entfernung geschmeidiger.
  • Röhren-TVs flimmerten. Das Flimmern ging bei größerem Abstand zum Bildschirm nicht zu sehr auf die Augen.
  • Die gekrümmte Bildröhre verzerrte das Bild zum Rand hin. Je weiter man weg saß, desto weniger nahm man es wahr.
  • Es gab gesundheitliche Bedenken durch elektromagnetische Strahlung. CRTs waren später gut abgeschirmt, aber Abstand hielt man trotzdem besser.
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Weit weg sitzen macht müde

Es gibt Menschen, die beim Fernsehen gerne den Überblick behalten und alles sehen wollen. In gewissem Maße ergibt das Sinn, aber wer zu weit weg sitzt, bekommt schneller müde Augen.

Wenn ihr in einem dunklen Raum auf einen hellen und kleinen Fernseher schaut, dann weiten sich eure Pupillen, damit ihr mehr seht. Dadurch ermüden eure Augen allerdings schneller, weil ich auf einen Lichtkasten schaut.

Wenn ihr näher am TV sitzt, nimmt der Bildschirm einen größeren Teil eures Sichtfelds ein. Durch die gleichmäßigere Helligkeitsverteilung entspannen sich eure Augen.

In Bezug auf das größere Sichtfeld hat das Rensselaer Polytechnic Institute bereits 2006 herausgefunden, dass es sich positiv auswirkt. Hier ging es primär um Philips’ Ambilight, das mittels Licht den Bildschirm weiter wirken lässt.

Was ist der richtige Sitzabstand?

Das kann ich euch nicht sagen, denn den gibt es nicht. Genau wie es im Kino Menschen gibt, die gerne weiter vorne oder in der letzten Reihe sitzen, liegt das an der persönlichen Präferenz.

Sitzabstandsempfehlungen gibt es im Internet viele, aber eine richtige Faustregel gibt es nicht. In einem Special über zu kleine TVs verlinke ich eine Sitzabstandstabelle von Sony. Die nimmt als Formel das 1,5-fache der Bildschirmhöhe, wodurch sie empfiehlt, relativ nah am TV zu sitzen. Bei einem 55-Zöller wäre der optimale Abstand 99 Zentimeter, bei 65 Zoll etwa 119 Zentimeter.

Ich persönlich finde das gangbar, aber in den Kommentaren hat die Empfehlung von Sony von euch Gegenwind bekommen.

1m vor einem 55"? Da muss ich ja die ganze zeit die augen drehen um das bild überhaupt komplett zu erfassen.

kirk.james.t

Interessant, sitze knapp 3 Meter vom TV entfernt und 55 Zoll ist das absolute Maximum. Finde die große Lichtquelle extrem anstrengend wenn man mehr als 2 Stunden TV guckt.

Ibex 83

Manche von euch haben kommentiert, dass ihr gerne näher sitzt oder einen größeren TV gekauft habt. Gegenstimmen gibt es also auch.

Tatsächlich spielt die Größe nur eine untergeordnete Rolle. Wer von seinem 77-Zöller zehn Meter weit weg sitzt, hat von der großen Glotze auch nichts. Im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass ihr mehr Bild im Blick habt, wenn ihr an einen kleineren TV näher heranrückt. Größe und Sitzabstand stehen in Relation zueinander.

Am Ende will ich euch eure individuellen Erfahrungen natürlich nicht absprechen. Ich weiß, wie viele Faktoren (Sehgewohnheiten, Raumbeleuchtung oder -ausstattung) da mit hineinspielen. Lasst mich euch dennoch eine Empfehlung geben.

Meine Empfehlung

Ich kenne eure Vorlieben und Wohnzimmer nicht, daher kann ich euch nur zwei allgemeine Tipps geben

  • Euer Fernseher darf größer sein, als ihr glaubt. Große TVs sind immersiver, die Technik macht große TVs möglich und das schwarze Loch im Wohnzimmer ist The Frame und Bildschirmschoner-Modi auch kein Thema mehr.
  • Rückt nah genug an das Display heran, dass die Ränder sich mit eurem peripheren Sichtfeld decken. Das erzeugt genug Immersion, dass ihr wirklich mitten im Film seid, ihr müsst nicht dauernd den Kopf bewegen, um alles zu sehen, und eure Augen werden nicht so schnell müde, weil ihr stundenlang in ein kleines Lichtrechteck schaut.

Video starten 51:20 OLED: Die Lichtgestalt für Gamer oder übertriebener Hype?

Für angenehmeres Filmeschauen hilft auch Ambilight. Das suggeriert, dass der TV größer ist, schont die Augen und sorgt gleichzeitig für Ambiente. Philips-Fernseher haben das oft nativ, aber es gibt Kits zum Nachrüsten für andere Marken.

Begeht nicht den Fehler und vergrößert den Sitzabstand zum TV, wenn auch der größer wird. Dadurch wird der Vorteil eines schönen, ausladenden Fernsehers zunichtegemacht. Ihr dürft näher am Bildschirm sitzen, als ihr glaubt, wenn es euer Wohnzimmer hergibt. 

Und wenn das als Argument nicht ausreicht: Am Schreibtisch sitzt ihr in der Regel 60 Zentimeter vom Monitor weg, das Handy haben wir etwa 30 Zentimeter vor den Augen. Wieso ausgerechnet beim TV eine Ausnahme machen, wo Immersion das Wichtigste ist?

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