James Cameron und Wasser gehören einfach zusammen. Das hat er spätestens mit seinem SciFi-Klassiker Abyss bewiesen. Der Film spielt nicht nur am Meeresboden, es kommt auch »atembares Wasser« darin vor.
Bei seinem späteren Megaerfolg Titanic sollte Cameron seinen Ruf dann zementieren. Schauspieler James Lancaster, der im Film den Priester Vater Byles spielte, erzählte in einem Interview, was den Dreh so gefährlich machte. Er bezieht sich darauf, dass die Nachahmung des Untergangs der Titanic eine ganz schön riskante Unternehmung war – körperlich für die Schauspieler und finanziell für das Filmstudio. Darüber berichtete vor geraumer Zeit der Telegraph.
Wie gefährlich der Dreh wirklich war, zeigt ein kurzes Video mit einem Ausschnitt von hinter den Kulissen, das wir mit euch teilen wollen.
So realistisch war der Dreh
Ein Clip, der in einem Reddit-Thread gepostet wurde, beweist, dass Regisseur James Cameron bei seinem ehemals teuersten Film aller Zeiten keine Kompromisse einging (was er laut Insider wohl nie tut).
Link zum Reddit-Inhalt
Das ist im Clip zu sehen: In einem Nachbau des Interieurs der Titanic werden große Wassermassen eingelassen, die das Set fluten und die Schauspieler vor sich her drücken. Man merkt, wie die mit Schwimmwesten ausgestatteten Menschen Probleme haben, gegen das Wasser anzukommen.
Was man aber auch sieht: Es stehen Taucher und Sicherheitsleute bereit, die jederzeit eingreifen können, sollte sich jemand ernsthaft in Gefahr befinden.
Der oberste Kommentar bringt das 1-minütige Video gut auf den Punkt:
Ich frage mich, wie viel Schauspielerei und wie viel echte Panik die Schauspieler dabei hatten. Man muss ihnen zugutehalten, dass sie nicht alle zwei Sekunden ‘Schnitt’ geschrien haben.
Wurden Leute beim Dreh verletzt?
Ja, es gab Verletzungen, aber überraschenderweise keine schweren. Im gleichen Telegraph-Artikel gibt der Stunt-Koordinator des Films an, dass sich wohl der eine Arm oder das andere Bein gebrochen wurde, aber abgesehen von einem Rippenbruch schienen sich die Verletzungen zum Glück auf ein Minimum zu reduzieren. Schwer zu glauben, wenn man bedenkt, unter welchen Bedingungen der Film gedreht wurde.
Eine recht interessante Anekdote: Bevor es losging, zeigte Cameron dem Stunt-Team wohl ein Modellboot, das er um 90 Grad auf die Seite gedreht hatte, und Figürchen darüber regnen ließ wie »eine Handvoll Murmeln« (so der Stunt-Koordiantor) und sagte dazu:
So soll es am Ende aussehen.
Menschen regnen zu lassen, ist natürlich nicht leicht, aber so oder so ähnlich wurde das dann vor den Kameras umgesetzt, wie im obigen Video zu sehen ist.
Wenn ihr selbst einen Rundgang durch die Titanic wagen wollt, schaut euch dieses Video an. Eine Grafikdemo der Unreal Engine 4 und 5 zeigt, wie es auf dem Schiff ausgesehen haben könnte:
3:42
Einer der beeindruckendsten virtuellen Rundgänge überhaupt! - Aber welche Version davon ist besser? - Aber welche Version davon ist besser?
So wurde Titanic gedreht
Um das riesige Passagierschiff wirklich realistisch darzustellen, hat sich Cameron hauptsächlich auf drei Techniken verlassen.
- Echte Modelle
- CGI
- Praktische Effekte
Die Titanic wurde sogar fast 1:1 in Originalgröße nachgebaut. Mithilfe von Bauplänen, die von Harland und Wolff, den Erbauern der RMS Titanic, zur Verfügung gestellt wurden, haben die Macher das Schiff rekonstruiert.
Der Telegraph schreibt von 775 Fuß Länge, etwa 232 Meter, was ungefähr 90 Prozent der Größe des Originals entspricht. Das Schiff lag an der Küste des Pazifischen Ozeans in einem eigens dafür gebauten Pool von 360.000 Quadratmetern, der rund 64,5 Millionen Liter Wasser aufnehmen konnte.
An der Vorderseite des Schiffes befand sich eine Plattform, die das Riesenmodell geneigt hat. Wenn das nicht ausgereicht hat (und das hat es nicht, sobald das Schiff im Film droht, auseinanderzubrechen), dann wurde getrickst, zum Beispiel durch Miniaturen oder den sogenannten »Dutch Angle«.
Das ist der »Dutch Angle«: Dieser Trick stammt aus der Fotografie. Durch eine geneigte Kameraperspektive soll beim Betrachter eine desorientierte Wirkung erzielt werden. Das passiert vorrangig durch einen schiefliegenden Horizont im Bild, der die Illusion wahr werden lässt.
Trotzdem kamen auch Computer-Effekte zum Einsatz. So wurden Miniaturen der Titanic mit vordergründigen Details kombiniert, wie schwimmenden Passagieren und Beibooten. Die wurden vor Greenscreen gedreht und dann verkleinert vor die Miniaturen gesetzt.
Man mag es kaum glauben, aber sogar Motion Capture wurde angewendet. Viele Jahre später sollte James Cameron diese Technik revolutionieren.
Hauptsächlich komplizierte Stunts wurden mit Motion Capture kombiniert. Wenn Leute die riesige Titanic herunterfallen, wurde die Stuntperson mitten in der Luft durch CGI ersetzt, um den Aufschlag auf dem Wasser (oder dem Schiffsrumpf, autsch) zu simulieren.
Mehr Szenen von hinter den Kulissen seht ihr in diesem Video:
Link zum YouTube-Inhalt
Am Ende haben sich all der Stress und die harte Arbeit aber ausgezahlt.
Titanic ist einer der erfolgreichsten Filme aller Zeiten: Momentan steht er auf Platz 4 mit einem Einspielergebnis von 2,2 Milliarden US-Dollar (und wird unter anderem von gleich zwei weiteren Filmen von James Cameron getoppt).
Zu seiner Zeit war es der teuerste Film, der jemals gedreht wurde (Screen Rant), heute steht Titanic inflationsbereinigt »nur« noch auf Platz 9.
Wie eine Piraten-Serie ihre Schiffe regelrecht zusammengestöpselt hat, lest ihr in einem Artikel von Nele.
So oder so: Der Erfolg war hart erkämpft und auch verdient, schaut man sich an, wie viel Arbeit (und Risiko) in diesem Blockbuster stecken.
Kanntet ihr die Story um den harten Dreh rund um die Titanic? Habt ihr den Film damals im Kino gesehen? Schreibt eure Meinung zum Streifen gern in die Kommentare.
Hinweis: Dieser Artikel ist bereits in einer früheren Version auf GameStar erschienen.







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