Twitch: Burger King nutzt illegalen Trick, um günstig Werbung zu machen

Auf Twitch nutzt Burger King Spenden, um Werbung in Livestreams einzublenden. Sowohl Fans als auch Streamer sind deshalb sauer.

von Dennis Zirkler,
21.08.2020 11:45 Uhr

Burger King macht sich mit einer neuen Werbekampagne auf Twitch unbeliebt. Burger King macht sich mit einer neuen Werbekampagne auf Twitch unbeliebt.

Die Spenden auf der Streaming-Plattform Twitch sind eigentlich dafür da, Zuschauern die Möglichkeit zu geben, ihre Lieblings-Streamer finanziell zu unterstützen. Im Gegenzug gibt es zum Beispiel etwas Aufmerksamkeit, wie in der Form eines persönlichen »Danke« oder einer Erwähnung.

Eine Marketing-Agentur nutzte das Spenden-Feature von Twitch jedoch nun, um Werbung für die amerikanische Fast-Food-Kette Burger King zu machen. Die Aktion kam aber weder bei Streamern, noch bei Zuschauern gut an - dazu kommt, dass die Werbung in dieser Form gar nicht erst hätte stattfinden dürfen.

So funktioniert die illegale Burger-King-Werbung

Viele Streamer nutzen die Software Streamlabs, die ihnen zig verschiedene Features zur Verfügung stellt. Dazu gehören auch die sogenannten Donation Readouts: Wenn ein Zuschauer mindestens einen vorher eingestellten Beitrag spendet, wird eine angehängte Nachricht per Text-to-Speech von einer Roboter-Stimme in der Übertragung vorgelesen.

Die Werbeagentur nutzte diese Readouts, um Werbung für bestimmte Angebote ihres Kunden zu machen. Wenn sie beispielsweise ein Fünf-Dollar-Menü mit Burger, Pommes frites und Getränk anpriesen, wurden auch nur fünf Dollar gespendet. Auf YouTube veröffentlichte Burger King einen Zusammenschnitt der Kampagne:

Link zum YouTube-Inhalt

Falls ihr euch wundert, was die Streamer dort für komische Spiele spielen: Es handelt sich dabei um Stock-Videos, vermutlich um rechtliche Konsequenzen zu vermeiden. Auch die Gesichter und Stimmen der unfreiwilligen Werbefiguren wurden unkenntlich gemacht - Burger King hat vermutlich nicht um Einverständnis gebeten beziehungsweise wurde dieses nicht erteilt.

Aus Unternehmerperspektive ist das Ganze sicher eine clevere Idee, schließlich bekommen tausende Zuschauer gleichzeitig die Meldung zu hören, während Burger King nur kleine Beträge statt eines teuren, offiziellen Sponsorings zahlt. Allerdings verstößt die Werbekampagne gegen die Nutzungsbedingungen von Streamlabs, die eindeutig verbieten, ihre Dienste für kommerzielle oder Werbezwecke zu verwenden.

Streamer & Zuschauer sind sauer

Zwar zeigt das oben eingebettete Video einige Streamer, die sich über die kleine Spende freuen - dabei dürfte es sich aber um kleinere Twitch-User handeln, die vermutlich eher selten Geld von ihren Zuschauern bekommen.

Größere Streamer, wie etwa Rubberninja, reagierten deutlich weniger begeistert auf den Versuch, dass ihre Übertragung kurzzeitig von einer Werbemeldung unterwandert wird. Auf Twitter teilte dieser seine Reaktion darauf per Video und mahnt:

»Dieses Marketing ist höllisch schmierig, macht das nie wieder.«

Link zum Twitter-Inhalt

Auch die Kommentare unter dem YouTube-Video von Burger King sowie unter RubberNinjas Tweet sprechen dafür, dass auch die Zuschauer alles andere als begeistert von der Marketing-Kampagne sind.

  • H2Olympian: »Stell dir vor, du bist Darsteller in einer Werbung und bekommst nur einen Dollar dafür. Und dann nutzen sie auch noch deinen Kanal, um sie zu senden.«
  • Adam Kelly: »Verdammt, wie beleidigend ist das bitte, nur ein paar armselige Dollar von einem Mega-Konzern zu bekommen, der deinen Stream übernimmt. Das sollte illegal sein und BK sollte für schmutzige Werbepraktiken angezeigt werden.«
  • ClumsyAmbivert: »(…) Was für eine schreckliche Idee. Das zeigt, wie wenig Ahnung sie von Internet-Ethik und menschlichem Anstand haben.«

Wie man Werbung in ein Spiel - und damit auch in Live-Streams - einbauen kann und dabei sogar Fan-Begeisterung auslöst, zeigt aktuell Fall Guys. In einer »Twitter-Auktion« für den guten Zweck können sich Unternehmen einen Skin im Spiel sichern:

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