Diese Unreal Engine 5.1-Demo hat nicht nur meinen PC zum Schmelzen gebracht, sondern auch mein Herz

Die Erkundung von Redwood Forest hat den Pfadfinder in mir geweckt. Ich erzähle euch von meinem aufregenden Waldspaziergang mit Folgen.

Ich liebe die Natur! Nichts erfrischt meinen Geist mehr als ein ausgedehnter Spaziergang an der frischen Luft. Egal ob Regen, Wind, Schnee oder Sonnenschein, ich stapfe bei jeder Wetterlage draußen herum. Deshalb stelle ich in Spielen stets sehr hohe Ansprüche an die Vegetation, da mein naturliebendes Auge sofort grobe Baum-Modelle oder eintönigen Bodenbelag erfasst und die Immersion darunter leidet.

Umso gespannter war ich vor dem Starten der Redwood Forest-Demo, die auf die brandneue Unreal Engine 5.1 setzt und deren Star-Features Nanite und Lumen bis zum Anschlag nutzt. Würde mich der kurzweilige Zeitvertreib überzeugen können? Die kurze Antwort: Ja! Die etwas längere Antwort: Ja, aber ein paar verwelkte Blätter im sonst famosen Grün konnte ich dennoch ausmachen.

Sören Diedrich
Sören Diedrich

Hardware-Redakteur Sören liebt es, neue Grafik-Technologien auszuprobieren und euch zu unterhalten. Seine stetig anwachsende Artikelreihe rund um Unreal-Engine-Demos kombiniert diese beiden Leidenschaften. Für die Leserschaft hat er sich bereits zu einem imposanten Drachen verwandelt, musste als blinder Passagier über die Titanic umherirren und ist in Gestalt von Superman durch eine Großstadt geflogen. Und diesmal? Diesmal macht er einfach nur einen Waldspaziergang!

Nanite und Lumen zeigen, was sie draufhaben

Die Unreal-Engine-5.1-Demo stammt nicht von einem privaten Bastler, sondern von der Firma MAWI United, die im offiziellen Shop der Unreal Engine das sogenannte MW Redwood Tree Forest Biome für andere Entwickler zum Kauf anbietet. Stolze 250 Dollar werden dafür fällig, beworben wird eine prozedurale Wald-Generierung samt hochdetaillierten Bäumen, Steinen und anderen Assets.

Damit man nicht die Lumen-Katze im Nanite-Sack kauft, wird eine Gratis-Demo angeboten (hier geht's zum Direktdownload). Die Gelegenheit lasse ich mir natürlich nicht entgehen, um euch eine neue Folge meiner Artikelserie anzufertigen. Wenn euch die bislang entgangen ist, findet ihr hier einen prima Einstieg:

Der Ausflug in den Redwood Forest erobert (größtenteils) mein Herz. Ich habe die Möglichkeit, zwischen zwei Biomen zu wechseln: einem Wald im Sommer bei Tag und einem Wald im Winter in tiefster Nacht. Beide Versionen beeindrucken mit einem je nach Kameraeinstellung teilweise erstaunlich fotorealistischen Gesamteindruck.

Bei der Sommer-Variante kann das Geometrie-System von Nanite seine Stärken voll ausspielen. Dabei ist es entgegen meinen Erwartungen gar nicht mal die zerfurchte Baumrinde, die mich am meisten begeistert, sondern der Waldboden. Meine Güte, was für ein Detailgrad! Ich kann kleinste Tannennadeln zählen und alles wirkt dank Nanite so, als könnte ich es mit der Hand wirklich anfassen. Auch Büsche, Gräser und Farne sehen selbst aus nächster Nähe noch erstklassig aus.

Ach, wisst ihr was? Bevor ihr weiterlest, macht euch doch am besten direkt ein eigenes Bild:

Video starten 3:29 Unreal Engine 5.1 zum Selberspielen: So umwerfend sieht die Redwood-Forest-Demo aus

In der Winter-Variante des Redwood Forest hingegen bringt mich Lumen zum Strahlen (der war schlecht, ich weiß). Wow, wenn ich durch den dichten Schnee stapfe und versuche, mir mithilfe der Taschenlampe einen Weg durch das dichte Geäst zu bahnen, sieht die Szenerie einfach fantastisch aus! Die Sicht wird zusätzlich durch dichten Schneefall erschwert. Ich kann kaum noch den Tag abwarten, an dem Spiele mich in so eine atmosphärische - und verdammt gruselige - Winteridylle schicken!

Und was hat mir nicht so gut gefallen? Wie eingangs erwähnt, gibt es einige Punkte, die ich der Grafik-Demo durchaus ankreide:

  • Die Schatten: Die Unreal Engine und dynamische Schatten, das ist für mich in vielen Spielen ohnehin ein rotes Tuch. Selten werden die Möglichkeiten des technischen Unterbaus gekonnt eingesetzt und wir bekommen grobkörnigen Pixelbrei als realistischen Schattenwurf verkauft. So auch hier: Die Schatten entpuppen sich im Vergleich zum restlichen Optik-Feuerwerk als maue Billig-Böller.
  • Der Schnee: Dieser Kritikpunkt wird zwar ausgemerzt, wenn ihr das TSR (Temporal Super Resolution, die hauseigene Upscaling-Technologie der Unreal Engine) auf Ultra stellt - dann habt ihr aber ohnehin nur noch Standbilder. Setzt ihr das TSR auf Balanced, um spielbare Bildraten zu genießen, flimmern die Schneepartikel leider stark und sind an den Rändern ausgefranst, was viel Unruhe ins Bild bringt.
  • Die Optimierung: Ja, hierbei handelt sich nicht um ein Spiel. Und ja, dieser Showcase dient in erster Linie dazu, Entwickler zu einem Kauf des Produkts zu bewegen. Dennoch macht die Demo in meinen Augen einen sehr schlecht optimierten Eindruck, hohe Hardware-Anforderungen hin oder her. Vor allem Nanite lässt sich seit dem Engine-Update auf Version 5.1 um einiges performanter einsetzen. Das lässt mich vermuten, dass wir es hier mit einer ursprünglichen UE5-Demo zu tun haben, die kaum oder gar nicht für die neue Version optimiert wurde.

Unterm Strich bin ich von Redwood Forest dennoch begeistert. Wie für Unreal-Engine-Demos üblich, reden wir hier natürlich nur von einem kurzweiligen Spaß, der euch nicht länger als 15 Minuten vor den Bildschirm fesseln wird - aber meine Güte, die haben es in sich! Seht selbst:

Die Systemanforderungen sind brutal

Bevor ihr die Demo startet, macht euch noch einmal bewusst: Diese Spielerei verlangt eurer Grafikkarte alles ab. Wie oben bereits erwähnt, haben sich die Macher nicht gerade um Optimierung gekümmert, was darin resultiert, dass selbst GPUs vom Kaliber einer Geforce RTX 4090 auf Ultra-Einstellungen ins Schwitzen kommen.

Wollt ihr in 1920 x 1080 bei moderaten Einstellungen auf 40 FPS kommen, bedarf es bereits einer RTX 2080. In meinem Fall habe ich meine mobile RTX 3070 im Gaming-Modus gequält und trotzdem alle Regler auf Anschlag gedreht - für euch scheue ich bekanntlich keine Mühen!

Herausgekommen sind einige wunderschöne Screenshots, für die ich mit knackigen vier Bildern pro Sekunde durch den Wald gelatscht bin. Nur für das Video habe ich zugunsten einer halbwegs vorzeigbaren Bildrate die Einstellungen etwas gedrosselt. Das heißt also: Es geht noch deutlich schöner als in dem obigen Video!

Eine Sache unterstreicht die Redwood Forest-Demo aber allemal: Die Unreal Engine 5.1 ist der nächste wichtige Schritt für unser liebstes Hobby, um noch beeindruckendere Spielewelten zu erschaffen. Wir haben mit Verantwortlichen bei Epic gesprochen und uns in der Entwickler-Szene umgeschaut, um die Gründe dafür herauszuarbeiten:

Soweit zu meinem Waldspaziergang. Habt ihr jetzt auch Lust bekommen, die Wanderstiefel anzuziehen? Dann wünsche ich euch viel Spaß dabei und wenn ihr Lust habt, könnt ihr im Anschluss sehr gerne eure eigene Meinung in die Kommentare schreiben!

zu den Kommentaren (53)

Kommentare(35)
Kommentar-Regeln von GameStar
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.