Found Footage als Spiel
Der damals noch namenlose Shooter ist über drei Jahre nach den ersten Videos immer noch nicht erschienen, hat inzwischen mit Unrecord aber einen Namen und wird jetzt von Tencent finanziell unterstützt. Von seinem Erfolg könnte abhängen, Call of Duty und Battlefield bald nachziehen oder bei der gewöhnlichen, rechteckigen Ego-Perspektive bleiben.
Deutlich unproblematischer in Sachen unvorhergesehene Konsequenzen (Stichwort: Fake News) ist da schon der Einsatz der Body-Cam in Horrorspielen. Dort macht mit der Fischaugeneffekt aus einem ganz anderen Grund Angst. Beweisstück A:
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Paranormal Tales: Bei diesem Horror-Trailer setzt einem das Herz aus
Acht Monate lang haben zwei Indie-Entwickler und Freunde an Paranormal Tales gearbeitet, bevor sie im November 2022 mit Digital Cybercherries einen Publisher fanden, der sie bei der Entwicklung unterstützt. Obwohl danach lange Funkstille zum Projekt herrscht, arbeiten die Macher laut eigener Aussage weiter am Projekt, das letzte Lebenszeichen stammt aus dem September 2025.
Auch Paranormal Tales (das zufälligerweise mit PT abgekürzt wird) setzt auf die Unreal Engine 5 und auch in diesem Trailer lassen sich bei genauerer Betrachtung unzählige Details wie abblätternde Tapeten entdecken. Toll!
Weniger schön: Das Ganze ist ein Horrorspiel, für mich also von vornherein problematisch. Ich habe Dead Space und Alien: Isolation tagsüber in der Redaktion gespielt, weil ich mir im Dunkeln sonst Unterhosen zum Wechseln hätte bereitlegen müssen. Dabei spreche ich aus Erfahrung, habe ich mich doch mal für ein sehr dummes Video dazu überreden lassen, Outlast im Dunkeln zu spielen, und es sofort bereut.
Die Ego-Perspektive vermittelt mir in Gruselspielen eine Eindringlichkeit, die für mich eindeutig zu viel ist. Deshalb konnte ich zum Beispiel trotz großer Serien-Affinität Resident Evil 7 nie durchspielen, weil die Jumpscare-Schockeffekte mir hier wortwörtlich ins Gesicht gesprungen sind. Erst recht nicht in VR, denn mit Virtual-Reality-Brille vor der Birne gibt's nun wirklich keinen Ausweg mehr; auch dieses Gefühl simuliert die Fischaugen-Technik sehr gut, ganz ohne teures Headset.
So realistisch ist die Unreal Engine 5
Immer wieder tauchen famose Szenen aus Grafik-Demos und Alpha-Versionen von Videospielen auf, die mit der Unreal Engine 5 erstellt wurden. Am Beispiel eines extrem detailliert nachgebauten japanischen Bahnhofs erklären wir die Tricks und Kniffe, die Entwickler dafür verwenden.
Mit der zusätzlichen Immersion durch die Body-Cam-Camera hakt Paranormal Tales nun sämtliche Punkte auf meiner »NOPE!«-Liste ab. Ich bin mir sicher: Das werde ich im Leben nicht spielen, revolutionäre neue Kameraperspektive hin, schicke Unreal-Grafik her.
Wie seht ihr das, findet ihr die beiden hier vorgestellten Projekte und die dahinterstehende Technik interessant? Könnt ihr meine Ängste verstehen oder haltet ihr das für übertrieben? Oder habt ihr gar andere Gründe dafür, keine Body-Cam-Spiele zu wollen, etwa weil euch beim Spielen übel wird? Schreibt mir eure Meinung in den Kommentaren!
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