Prince of Persia
Genre: Platformer | Release: 1989 | Entwickler: Jordan Mechner | Publisher: Broderbund | Plattform: PC | Wann entdeckt: ca. 1994
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Mathias Dietrich: In meiner Kindheit habe ich viele Spiele gespielt, aber Prince of Persia hat mich wohl am meisten geprägt. Es ist so etwas wie der Urvater von Dark Souls. Immerhin stirbt man hier ungefähr genauso oft. Es gab zwar kein “You Died!” auf dem Bildschirm, aber der Todes-Sound ist mindestens genauso einprägsam. Wer es gespielt hat, wird ihn jetzt hören: Dürrrrrr Dö-Döööö!
Den kleinen Pixel-Prinzen aus seinem Kerker durch den riesigen Palast zu manövrieren, Fallen auszuweichen und schließlich die Prinzessin zu retten, machte nicht nur damals Spaß, sondern funktioniert auch heute dank des extrem skill-basierten Kampfsystems noch. Das Spiel ist einfach keinen Tag gealtert!
Die Faszination war so groß, dass ich später sogar die wohl größte deutsche Fanseite zum Spiel betrieben und mich intensiv mit der Entwicklung beschäftigt habe, die Jordan Mechner in seinen Tagebüchern sehr detailliert beschrieben hat. Aber keine Angst, die habe ich nicht wie ein verrückter Fan aus seinem Müll gefischt. Er hat sie im Laufe der Zeit auf seinem Blog veröffentlicht.
Die technischen Tricks und Kniffe, um zum Beispiel den Schattenprinzen möglich zu machen, faszinieren ungemein. Und auch die Dramen rund um Vertrieb und Veröffentlichung sowie die Einblicke in die damalige Spieleindustrie sind extrem spannend. Zum Beispiel, wie man sich bei Broderbund über Flashback aufregte, weil es ein sehr ähnliches Gameplay bot, oder auch die schwierigen Tantiemen-Verhandlungen zwischen Broderbund und Mechner. Über die läppischen 30 Prozent, die Steam heute verlangt, hätte er damals wahrscheinlich einen Freudentanz aufgeführt.
Interessanterweise war das Spiel auch eine Art Foreshadowing auf meine eigene Zukunft. Denn seinen Erfolg verdankt es unter anderem dem japanischen Spielemarkt. Also meiner jetzigen Heimat, über die ich auch regelmäßig auf Youtube berichte.
Tetris
Genre: Puzzle | Release: 1984 | Entwickler: Alexei Paschitnow | Publisher: Nintendo | Plattform: Game Boy | Wann entdeckt: ca. 1992
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Gloria H. Manderfeld: Meine Erfahrungen mit Gaming waren während vieler Jahre meiner Kindheit vor allem stiller Neid, denn meine Familie war alles andere als vermögend. Die damals aktuellen Commodore, Atari und Konsorten bekamen in meiner Kindheit immer alle anderen Kinder geschenkt. Unser Laptop mit aufklappbarem Flüssigbildschirm, der alles dunkelblau oder gelb darstellte, wurde von meinem Papa nur geschäftlich genutzt. Das ein paar Kilometer von unserem Dorf entfernt liegende Waldfreibad erwies sich aber als der rettende Anker für meine Gamerinnenkarriere.
Während ich dort im Sommer mit der mühsam ersparten Dauerkarte die heißen Tage verbummelte, lernte ich etwa 1992 einen Jungen kennen, den seine Eltern morgens im Bad abluden, um tagsüber in unserer Gegend wandern zu gehen, und abends wieder abholten. Als mehr oder weniger freiwillige Dauergäste im gleichen Alter freundeten wir uns bald an, und er hatte mir eines voraus: Er besaß einen Game Boy und einen gefühlt unerschöpflichen Vorrat an Batterien. Kaum hatte er mir gezeigt, wie man Tetris spielt, war ich auch schon süchtig nach den immer schneller fallenden Klötzchen. Wir spielten gegeneinander, zählten wer wie viele Reihen nacheinander abschließen konnte und wetteten in einem selbst gemachten Turnier um den Sieg - der Preis war eine Kugel Eis am Kiosk des Freibads, so viel gab mein Taschengeld auch gerade noch her.
Später brachte er auch noch andere Spiele mit, Super Mario beispielsweise, aber das entwickelte für mich nie diesen starken Sog wie die Klötzchenfummelei. Es war ein Sommer der Spiele und der wechselseitig gewonnenen “Turniere”, auch danach haben wir uns eine Weile lang noch Briefe geschrieben. Dann riss der Kontakt ab, seine Eltern wollten im kommenden Jahr ins Allgäu fahren. Als meine Eltern Jahre später einen PC kauften, war ich von Solitär, Minesweeper und einem Tetris-Klon kaum wegzubringen und entdeckte irgendwann auch die Freuden der auf dem Schulhof getauschten Raubkopien klassischer LucasArts Adventures - aber das ist eine andere Geschichte.
(Die Demo zu) Ratchet & Clank
Genre: Action-Adventure | Release: 6. November 2002 | Entwickler: Insomniac Games Publisher: Sony | Plattform: Playstation 2 | Wann entdeckt: irgendwann 2002
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Valentin Aschenbrenner: Erinnert ihr euch noch an die Zeit, in der für die Playstation 2 mit Spiele-Demos vollgepackte Discs veröffentlicht wurden? Ich nur zu gut, denn mit dem Probehäppchen zum allerersten Ratchet & Clank habe ich meine Liebe zu Videospielen entdeckt. Natürlich war (die Demo) zum Lombax-Abenteuer mitnichten das erste Spiel, das ich in die Finger bekommen habe. Zuvor geriet bereits mein Game Boy dank Tetris und Pokémon ins Glühen. Von Ratchet & Clank konnte ich aber wirklich nicht die Finger lassen.
Die beiden in der Demo verfügbaren Level Metropolis und Blackwater (beziehungsweise Rilgar) habe ich rauf und runter gespielt und dürfte ich selbst mehr als 20 Jahre später noch immer in- und auswendig kennen. Hier hat einfach alles gestimmt: Die Präsentation, das Gameplay, die Spielwelt(en), der Charme meiner beiden Helden … hach, ich werde schon wieder ganz nostalgisch.
Ratchet & Clank hat bei mir schlichtweg einen Nerv getroffen - Insomniacs Spielereihe gehört heute noch immer zu meinen liebsten überhaupt. Tatsächlich habe ich den ersten Teil der Reihe bis heute aber nie vollständig gespielt. Denn nach der Demo machten mir meine Eltern nicht mit der Vollversion, sondern gleich dem direkten Nachfolger eine riesige Freude. Gejuckt hat es mich damals überhaupt nicht, denn neuer ist ja automatisch besser (richtig?) und so habe ich natürlich in Ratchet and Clank 2 unzählige Spielstunden gepumpt. Ob ich das erste Ratchet and Clank damit jemals komplett durchspielen werde? Sofern ich meine gute, alte PS2 wiederfinde, werfe ich zumindest die Demo nochmal an.
Gothic
Genre: Rollenspiel | Release: 15. März 2001 | Entwickler: Piranha Bytes | Publisher: Shoebox | Plattform: PC | Wann entdeckt: Irgendwann 2004
PLUS
2:41
Gothic - Preview-Video
Steffi Schlottag: Ich habe jetzt eine Weile lang zwischen Pokemon (Blau) und Gothic geschwankt. Denn seit dem Gameboy-Hit, der mich durch viele Schulferien begleitet hat, habe ich Videospiele nie wieder aus der Hand gelegt - aber trotzdem hat mich Gothic stärker geprägt. Ausgerechnet dieser kantige Erzbrocken von einem Spiel hat in mir die unsterbliche Liebe zu Open World und Rollenspiel entfacht. Außerdem ist es schuld daran, dass ich heute bei GameStar arbeite.
Ziemlich sicher war ich in der sechsten Klasse, als ich Gothic zum ersten Mal gespielt habe. Nachdem ich es auf dem klobigen PC im Flur nicht zum Laufen brachte (die Kiste qualmte schon bei Zoo Tycoon), erbarmte sich ein Freund vom Stiefpapa und vererbte mir meinen ersten »Gaming-PC«. Mit sehr dicken Anführungszeichen, aber egal – endlich konnte ich ins Minental aufbrechen und mir volles Pfund aufs Maul abholen!
Gothic lief praktischerweise auch ohne CD im Laufwerk, wenn es mal installiert war, daher konnte mein kleiner Freundeskreis gleichzeitig spielen. »Ich hab gestern endlich geschafft, einen Sumpfhai zu besiegen!«. »Wenn du Mud verprügelst, lässt er dich in Ruhe«. »Du solltest einfach mal ins Orkland spazieren. Doch doch, ganz ehrlich!«. Das waren unsere geflüsterten Gespräche im Matheunterricht. Wir tauschten Cheats (Fliegen mit F8!), Tipps, spannende Geschichten und Frust, weil wir mal wieder nicht weiterkamen.
Dieser Mix, einerseits in Ruhe eine völlig neue Welt zu erkunden und andererseits dann drüber zu reden, was ich dort erlebt habe – ich bin felsenfest überzeugt, dass das mein Interesse am Spielejournalismus geweckt hat. Auch wenn es viele Jahre gedauert hat, bis ich diesem Berufswunsch dann wirklich gefolgt bin.
Entsprechend neugierig beäuge ich also das kommende Remake. Gothic ist meine angestaubte, kantige, wundervolle Spieleliebe und ich bin sehr gespannt, ob ich es im neuen Gewand genauso gern habe. Oder vielleicht sogar noch mehr?
Jetzt seid ihr dran: Was war euer Spiel, mit dem ihr eure Gaming-Liebe entdeckt habt? Schreibt es uns in die Kommentare!
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