Einer der wichtigsten Gründe, aus denen ich Spiele liebe, ist die Möglichkeit, in völlig fremden Welten zu versinken und Geschichten zu erleben. Deshalb sind mir die Optik, das Szenario und die Atmosphäre in Spielen auch außerordentlich wichtig: Fasziniert mich eine Spielwelt, hat sie mich ganz schnell am Haken.
Und das gelingt auch Valor Mortis. Das Soulslike, das in einer fiktiven Version der napoleonischen Kriege angesiedelt ist (das ist doch mal eine unverbrauchte Idee!), bietet aktuell eine Demo auf Steam an, die ich sofort ausprobiert habe und jetzt kaum davon loskomme. Und das, obwohl ich in Soulslikes wirklich nicht gut bin.
Sprachnachricht von Napoleon
Valor Mortis lädt mich zum Start erst mal auf einem Haufen Leichen ab. Aber tot bin ich noch nicht! Oder nicht mehr? Egal. Denn in meinem Kopf höre ich erst einmal die Stimme des berühmten Feldherrn und französischen Kaisers Napoleon. Der sagt mir im Grunde genommen, dass ich nicht so faul herumliegen und ans Werk gehen soll.
Los geht’s also: Es scheint eine Schlacht gegeben zu haben, überall liegen Tote herum, zerfetzte Banner wehen im Wind und eine unheimliche Stille überzieht das Schlachtfeld, unterbrochen nur von dem Krächzen und Flattern der ein oder anderen Krähe.
Doch es scheint Überlebende zu geben: Aus dem Nebel schälen sich die Umrisse einer Gestalt, eines Soldaten: Er trägt die Farben der französischen Armee, es muss ein Verbündeter sein! Doch auf mein Rufen antwortet er nicht, und als ich näher komme, merke ich, dass etwas nicht stimmt: Der Soldat dreht sich um und mich starrt eine entstellte Grimasse mit leeren, toten Augen an. Aus dem Bauch des Soldaten wächst ein rot leuchtendes, pochendes Geschwür.
16:27
Valor Mortis: Die ersten 15 Minuten aus dem gruseligen Napoleon-Soulslike
Das Ungeheuer stürmt auf mich zu, ich zücke meinen Säbel, pariere seinen Angriff und schlage ihm kurzerhand den Kopf ab. Zuckend verendet es auf dem Boden vor mir.
Die Atmosphäre von Valor Mortis ist für mich ganz klar die größte Stärke - jedenfalls nach etwa eineinhalb Stunden in der Steam-Demo. Ich kämpfe auf dramatisch beleuchteten, gruseligen Schlachtfeldern gegen groteske Monster.
Es gibt gewöhnliche Zombies, aber auch Ungetüme, die teils aus mehreren menschlichen Körpern zu bestehen scheinen: Manche von ihnen werfen Granaten, andere schwingen ein riesiges Banner. Mein Highlight: Ein unscheinbarer Soldat verrenkt sich plötzlich unnatürlich und wird zu einer hundeartigen Bestie.
Die Ästhetik der napoleonischen Kriege trägt für mich stark zur Gruselstimmung bei. Ein gewöhnliches Mittelalter-Setting mit Horrorelementen hätte mich nicht so mitgerissen, das napoleonische Thema wirkt frisch, unbekannt und dadurch auch unheimlicher.
Schwert, Magie und Pistole
Deutlich vertrauter wirken die recht einfachen Kampfmechaniken. Ich schlage mit meinem Säbel zu, weiche aus, oder versuche Angriffe perfekt zu blocken. Bei stärkeren Gegnern fülle ich so langsam einen Balken: Ist er voll, kann ich einen besonders mächtigen Angriff ausführen.
Mit der anderen Hand feuere ich eine Pistole ab oder nutze magische Fähigkeiten. Mit der Pistole zerstöre ich vor allem rot leuchtende Schwachpunkte, mein Feuerzauber steckt gleich mehrere Gegner in Brand, wodurch sie dann kurzzeitig hilflos herumzappeln.
Bei ihrem Tod lassen Gegner dann Munition, Mana und Katalysatoren fallen. Mit letzteren erhöhe ich dann beim Rasten meine Gesundheit, meine Ausdauer oder mein Geschick beim Kontern von Angriffen. Sterbe ich, lasse ich alle gesammelten Katalysatoren fallen, kann sie aber am Todesort wieder einsammeln.
Das kenne ich alles schon aus anderen Soulslikes, Spaß macht es mir aber immer noch. Das Kampfsystem verzeiht keine Fehler, umso belohnender ist es aber, wenn es mir endlich gelingt, Angriffe zuverlässig zu kontern und den Gegnern dann bei einem Finisher fachgerecht Körperteile abzutrennen.
Lediglich bei den Fähigkeiten würde etwas mehr Kreativität nicht schaden: In der Demo konnte ich jedenfalls mit den Katalysatoren nur simple Boni für Gesundheit, Ausdauer oder Schaden entdecken, vielleicht verstecken sich im hinteren Bereich des Skilltrees aber noch spannendere Talente. Die Bosskämpfe können dagegen abschrecken, sind aber machbar, wenn ich konsequent perfekt blocke und die Angriffsmuster des Gegners lerne.
Wird das gut?
Eines der größeren Fragezeichen ist noch die Story, über die ich in der Demo nur wenig erfahre. Ab und zu höre ich die Stimme Napoleons zu mir sprechen, die mich zu ermutigen scheint. Ob er aber ein Verbündeter oder vielleicht ein Bossgegner ist, bleibt unklar. Jedenfalls hat eine Art Krankheit die Soldaten befallen und sie zu Monstern werden lassen. Und als Protagonist muss ich mich natürlich kümmern, das ganze Schlamassel zu beseitigen.
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Valor Mortis: Schon im September können wir uns in das einzigartige Napoleon-Soulslike stürzen
Ausgehend von dieser Prämisse kann Valor Mortis auf jeden Fall eine Geschichte mit Unterhaltungswert abliefern, ein kino- und oscarreifes Schauspiel erwarte ich aber nicht. Wenn das Spiel mir dann noch unheimliche neue Orte auftischt - die obigen Steam-Screenshots zeigen hier schon einiges - und sie mit abwechslungsreichen Bosskämpfen garniert, kann eigentlich nicht mehr viel schiefgehen.
Wie gut Valor Mortis wirklich ist, sehen wir aber natürlich erst am 24. September 2026, wenn das Actionspiel für den PC, PS5 und Xbox Series X/S erscheint. Ich bin jedenfalls bereit, mit meinem Degen noch mehr Monster fachgerecht zu filetieren.
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