Seite 4: Valor Mortis im Test: Napoleons Kriege fordern einen schrecklichen Blutzoll, liefern aber ein richtig gutes Souls-like.

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Irgendwann ist alles egal

Zurück zu William. Wenn man schon als auferstandener britischer Soldat durch das blutgetränkte Osteuropa stiefelt und einem Napoleon persönlich das Trommelfell blutig quatscht, stellt sich zwangsläufig die Frage: Was zur Hölle ist hier eigentlich schiefgelaufen?

Lasst es mich so sagen: Die Handlung in Valor Mortis ist … nett, ohne dabei die kleine Schwester von Scheiße zu sein. Aber sie ist auch so uninspiriert erzählt, dass sie recht schnell egal wird. Klar, wir wollen wissen, was Napoleon da angestellt hat, aber der ganze Kram dazwischen ist:

  1. nicht sonderlich mitreißend
  2. irgendwie inkonsistent, aber nicht auf eine kryptische From-Software-Art
  3. langatmig durch häufiges Lesen, weil William ständig über Briefe und Notizen stolpert

Spätestens, wenn eine Person namens Shrike sich in die Handlung mixt, wird es maximal beliebig, weil sich der Fokus von William und Napoleon weg auf diese Dame verschiebt, die wir ganz furchtbar lange nicht zu Gesicht bekommen. An der Beliebigkeit kann übrigens auch die wirklich starke englische Vertonung nichts drehen. Ja, Valor Mortis kommt nur mit deutschen Untertiteln.

Ich zeig euch den General nur, weil ihr ihn vielleicht schon in der Demo getroffen habt, nur an anderer Stelle. Ich zeig euch den General nur, weil ihr ihn vielleicht schon in der Demo getroffen habt, nur an anderer Stelle.

Solide Kost ohne Grafik-Gala

Das passt am Ende auch ganz gut zum visuellen und akustischen Gesamteindruck: Valor Mortis ist in jeder Hinsicht ein ehrliches AA-Spiel. Die Grafik ist schick und zweckmäßig, brennt aber zu keiner Sekunde ein Next-Gen-Feuerwerk ab. Gleiches gilt für die Soundkulisse: Die Effekte scheppern ordentlich und der Soundtrack untermalt das düstere Geschehen adäquat, bleibt aber kaum im Gedächtnis hängen.

Auf der technischen Seite gibt sich der Titel größtenteils handzahm. Auf meiner Kiste mit einer etwas in die Jahre gekommenen RTX 3080 läuft das Spiel auf hohen Einstellungen durchweg flüssig. Einzig direkt nach dem Laden eines neuen Gebiets genehmigt sich die Engine ab und zu minimale Ruckler, bis alle Texturen an Ort und Stelle sitzen – danach fängt sich die Bildrate aber rasch wieder.

Video starten 1:30 Valor Mortis präsentiert im Story-Trailer mehr Details zum düsteren Napoleon-Soulslike

Unter dem Strich macht Valor Mortis nach den ersten, wenig inspirierenden Stunden erstaunlich viel richtig. Wer sich von den anfänglichen Klonleichen und der Progression nicht abschrecken lässt, bekommt ein griffiges Souls-like mit reichlich Eigencharakter. Perfekt ist das nicht, unterhaltsam aber allemal.


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Kommentare(16)
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