Es war 2013, als Apple sein mobiles Betriebssystem komplett neu gestaltet und das »Flat Design« eingeführt hat. Nicht nur Homescreen und Co. sahen auf einmal anders aus, auch die Musik-App bekam eine Frischzellenkur.
Verabschiedet hat sich der Hersteller aus Cupertino damals von Cover Flow – der ikonischen 3D-Leiste, bei der ein großes Albumcover in der Mitte schwebte und man sich durch einen digitalen CD-Stapel wischen konnte.
Ich habe Cover Flow seinerzeit tatsächlich nie wirklich genutzt, daher fiel mir der Abschied nicht schwer. Ich fand es zu unübersichtlich und mühsam, mich damit durch meine Alben zu blättern.
Ersetzt wurde das Feature durch die sogenannte »Albumwand«. Das war eine modernere Variante von Cover Flow, allerdings in Mosaikansicht. Sie erschien, wenn man das iPhone nach dem Öffnen der Musik-App ins Querformat drehte.
Das digitale Plattenregal
So wenig Fan ich von Cover Flow war, so sehr mochte ich die neue Albumwand. Irgendwie verwandelte sie mein Musikarchiv in eine Art digitales Plattenregal, durch das ich mich wischen konnte.
Apple stellte drei Zoomstufen bereit, die die Anzahl der gezeigten Cover änderten. Ganz herausgezoomt gab es ein 4×6-Raster mit insgesamt 24 Covern. Größer ging es aber auch, mit einem 3×4- und einem 2×3-Raster.
Bei allen Ansichten wurden die Albumcover quasi randlos auf dem Bildschirm präsentiert und man konnte sich sehr flüssig durch die eigene Sammlung swipen.
Stöbern statt suchen
Gerade mit einer größeren Mediathek fand ich das Prinzip super. Meine Sammlung war schon damals recht unübersichtlich – ein Mix aus gerippten CDs, iTunes‑Käufen und MP3‑Relikten.
Hier habe ich die Albumwand gerne genutzt, um zu stöbern – man wischte nach links, nach rechts, blieb an einem vergessenen Cover hängen und dachte sich: »Stimmt, das Album habe ich ja auch noch.« Das hat mir wirklich gut gefallen.
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Schnelles Ende mit iOS 8.4
Wirklich lange gab es die Albumwand allerdings nicht. Eingeführt wurde sie mit iOS 7 im Jahr 2013, verschwunden ist sie mit iOS 8.4 im Sommer 2015.
Über die Gründe kann man spekulieren. Apple befand sich damals bereits seit Jahren in einem Patentstreit mit Mirror Worlds, bei dem es unter anderem um Cover Flow ging. Ob die Albumwand in dem Zuge deshalb aus iOS verschwand, ist nicht belegt.
Möglich ist genauso gut, dass Apple die Funktion schlicht nicht mehr als Priorität betrachtete. Vielleicht hat das Feature auch schlicht keinen großen Anklang bei den Nutzern gefunden.
Mit iOS 8.4 änderte sich allerdings auch die Nutzung der Musik-App, denn da wurde die erste Version von Apple Music eingeführt. Im Changelog schrieb Apple seinerseits:
»Ein revolutionärer Musikdienst, der rund um die Uhr weltweit per Radio empfangen werden kann und Fans eine Möglichkeit bietet, ihren Lieblingskünstlern nahe zu sein – all dies in der überarbeiteten Music-App.«
Damit war die lokale Musiksammlung plötzlich nur noch eine von mehreren Quellen, neben Playlist-Empfehlungen, kuratierten Mixtapes und anderen Inhalten. Vielleicht passte da die Albumwand mit der eigenen Sammlung nicht mehr so recht ins Produkt-Layout.
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Comeback erwünscht
Ich muss zugeben, dass ich die Albumwand selbst über Jahre vergessen und mich schlicht an die moderne Apple-Music-App gewöhnt habe, die in den letzten Jahren ja noch einige weitere Überarbeitungen bekommen hat.
Ich besitze allerdings noch ein altes iPhone 4 mit iOS 7 und jener Albumwand, die mir sofort einen Nostalgieschub verpasst hat, als ich die Musik-App geöffnet habe.
Selbst elf Jahre nach ihrem Abschied gefällt mir das Feature noch immer richtig gut. Die Albumwand ist zeitlos und ich finde, sie könnte ein Comeback gebrauchen – vielleicht einfach nur als zusätzliche Ansichtsoption innerhalb von Apple Music.

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